Bericht über die 34. Internationale PEN-Konferenz
vom 23.-27. Mai in Bled


1. Sitzung des Writers in Peace-Komitee

Die Konferenz begann am 23.5.2001 mit einer Sitzung des „Writers in Peace“-Komitee. Als Gast nahm Herr Terry Carlbom teil, Sekretär von PEN International. Der Vorsitzende des Komitees, Herr Veno Taufer, gab zunächst seinen Rechenschaftsbericht ab und legte die Satzung des Komitees vor, die nach einigen Änderungsvorschlägen angenommen wurde. Auf Bitte des norwegischen PEN-Zentrums wurde zugesagt, vor Sitzungen künftig eine Tagesordnung zu verschicken. Danach wurde beschlossen, dass 3 Resolutionen ausgearbeitet werden und zwar über die aktuelle Situation in Mazedonien, den Konflikt zwischen Israel und Palästina und über die Verletzung der Menschenrechte bzw. der Meinungsfreiheit von KurdInnen in der Türkei. Die Ausarbeitung der 3. Resolution sollte von den Vertretern des finnischen, schweizerischen und kurdischen PEN-Zentrum vorgenommen werden.


2. Runde Tische zu literarischen Themen

Im Verlauf der Konferenz fanden insgesamt 3 „Runde Tische“ zu literarischen Themen statt, wobei am 24.05. zunächst unter Verlesung von Beiträgen anwesender Autoren über die Bedeutung des Buches an der Schwelle des 21. Jahrhunderts diskutiert wurde. In den wertvollen Beiträgen wurden Fragen dahingehend aufgeworfen, ob das Buch trotz des Fortschritts und der Veränderung der Medien seinen Platz beibehalten wird, wie die Rolle des Schriftstellers in der Zukunft sein wird und ob man viele der Zukunftsprognosen aus der Vergangenheit heraus beantworten kann.


3. Arbeitsbesprechung zur Erstellung der Resolution zur Situation in der Türkei am 24.5., 16.30 Uhr

Anwesend waren  Herr Uli Rothfuss, Schweizerisches PEN, Frau Karen Clark und Frau Ursula Setzer, Deutsches PEN, vom Finnischen PEN-Zentrum Herr Jukka Mallinen und Zaradachet Hajo vom Kurdischen PEN. Diskussionsgrundlagen waren 2 Entwürfe, ein Entwurf des Internationalen Sekretärs, Herrn Terry Carlbom und ein Entwurf von Frau Clark. Man einigte sich auf den Entwurf von Frau Clark, wobei auf Intervention des Kurdischen PEN einige Ergänzungen vorgenommen wurden. Frau Setzer, Frau Clark und Frau Jane Spender erklärten sich dann auch bereit, die Resolution, die an die türkische Regierung gerichtet sein sollte, auf den Briefkopf des „Writers of Peace“ Komitees zu tippen. Es wurde auf Vorschlag des kurdischen PEN beschlossen, diesen Brief abschriftlich an das Europäische Parlament bzw. an die entsprechenden Stellen der EU (Verheugen, Duwe) zu senden und dies auch in den Schreiben, die an die türkischen Stellen gehen, zu vermerken. Das Originalschreiben sollte vom slowenischen PEN an die betreffenden Regierungsstellen in die Türkei gesandt werden, ebenfalls an den türkischen Botschafter in Slowenien bzw. an den slowenischen Botschafter in der Türkei. Herr Rothfuss und Frau Clark hatten sich bereit erklärt, die weiteren Abschriften an die Presse bzw. an die verantwortlichen Stellen in der EU weiterzugeben.


4. Empfang beim Staatspräsidenten der Republik Slowenien

Am 24.5. 2001 fand ein Empfang des slowenischen Staatspräsidenten statt, wobei jeder Delegierte namentlich vorgestellt und begrüßt wurde. Es wurde im slowenischen Fernsehen darüber berichtet.


5.  Dritter Runder Tisch zum Thema „Menschenrechte und die Mission des Schriftstellers“

Der Vormittag des 25.4.2001 wurde mit engagierten Beiträgen verschiedener Autoren zur Menschenrechtssituation bestritten. Ein tschetschenischer Journalist stellte die Menschenrechtsverletzungen der russischen Armee in Tschetschenien dar, ein kasachischer Autor referierte über die ujgurische Minderheit in China sowohl in Kasachstan, eine palästinensische Autorin gab einen Abriss über das literarische Schaffen palästinensischer Autoren und ihrer Werke, weitere Beiträge folgten.


6. Verabschiedung der 3 Resolutionen des „Writers for Peace“ Komitee

Am 25.5. um 14.00 Uhr trafen sich die Mitglieder des „Writers for Peace“ Komitees noch einmal, um die 3 Resolutionen in Bezug auf Mazedonien, Israel/Palästina und Türkei/Kurdistan zu verabschieden. Während die Resolutionen in Bezug auf Mazedonien und Türkei/Kurdistan ohne größere Korrekturen verabschiedet wurden, wurde bei der Resolution Israel und Palästina betreffend um jedes Wort gestritten, wohl auch deswegen, weil sowohl eine Delegierte des palästinensischen PEN als auch 3 Vertreter des israelischen PEN anwesend waren.


Fazit aus der Sicht des kurdischen PEN

Die Teilnahme an der Konferenz in Bled war wichtig und sollte zumindest von einem Delegierten des kurdischen PEN jedes Jahr besucht werden. Es gab insgesamt 3 wichtige Ergebnisse: Die Arbeit des „Writers of Peace“ Komitee ist intensiviert worden, es wurden 3 Resolutionen verabschiedet, von der eine auch auf die Situation kurdischer Schriftsteller und der kurdischen Sprache in der Türkei Bezug nimmt und das kurdische PEN-Zentrum hat weitere wichtige Kontakte zu einigen Zentren geknüpft, wie beispielsweise zum deutschen PEN, zu einem Vertreter des schweizerischen PEN, Kontakte zum Internationalen Sekretär wurden vertieft und ein gemeinsames Projekt zwischen kurdischen und türkischen Schriftstellern in Skandinavien angedacht.

Für künftige Teilnahmen an der Konferenz in Bled wäre es wünschenswert, wenn zu den dort vorgestellten literarischen Themen auch Beiträge kurdischer Schriftsteller diskutiert werden könnten. Daher wird der Vizepräsident und Delegierte des Komitees gebeten, die Themen rechtzeitig vorher bekannt zu geben, sodass ein Schriftsteller unseres Zentrums einen Beitrag vorbereiten kann (die dann auch gedruckt werden).