Die wahren Entführer von Ararat sitzen in Ankara

Cankurd-01052005.jpg Cankurd (*)

 

Die türkische Regierung bemüht sich, ein Friedensabkommen zwischen Syrien und Israel, durch Verhandlungen,  zu erreichen. Sie spricht dabei viel von Nachbarschaft, Zusammenleben der Völker, Frieden und zivilisierten Verhalten, um sich vor den Augen der Welt als Friedensstifter zu zeigen. Sie bewegt sich, wie ein Himmelsengel überall, auf dem Balkan, Tchechenien, Gazastreifen, Libanon und in der ganzen islamischen Welt, aber sie macht keinen Schritt weiter auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung der Kurdenfrage, welches die Türkei wirtschaftlich, sozial, kulturell und politisch destabilisiert.  

Diese Regierung, die sich als Sieger fühlt, nach der Verhaftung und Abschleppung des PKK Chefs Herr A. Öcalan, vor mehreren Jahren, und das Problem eines gesamten Volkes auf eine Art von „Terroristischen Handlung einer Gruppe von Vaterlandsverräter!“ reduziert, unterstützt alle türkischen Firmen, die im irakischen Kurdistan Fuß fassen und für sich die notwendigen Genehmigungen für ihre Tätigkeiten von den kurdistanischen Behörden besorgen, aber selbst das Wort „Kurdistan“ nie benutzt und die kurdische Regional Regierung dort nie anerkennt, gleichwohl ob die irakische Verfassung diese Regionalregierung als rechtsmäßigen Vertreter des kurdischen Volkes im föderalen Irak vorsieht. Die Türken lehnen es sogar ab, dass ein iranisches Flugzeug mit Namen „Kurdistan“ auf türkischen Flughäfen landet.

Der erfahrene kurdische Abgeordnete im irakischen Parlament  Dr. Mahmud Osman sieht, dass ein Treffen zwischen dem türkischen Ministerpräsident Erdogan, der nach Irak gekommen ist, und dem kurdischen Präsident im irakisch Kurdistan, Herrn Masud Barzani, nützlich ist, und kann die bewaffneten Aktivitäten der PKK Anhänger, die seit 1984 gegen die türkische Militär kämpfen, auf ein Minimum bringen und den Weg zu direkten Verhandlungen zwischen der türkischen Regierung und der PKK Führung ebnen. Dies bedeutet: Man kann auf diese Art und Weise an die Wurzel des Problems gehen und friedlich unter sich lösen, weil Herr Barzani eine sehr wichtige Rolle bei solchen Friedensbemühungen spielen kann. Man soll ihm beweisen, dass die türkische Regierung ein wahrer Friedensstifter ist. Zu Hause, sowie auch in der restlichen Welt. Eine Lösung des kurdischen Problems wird die bewaffneten Auseinandersetzungen beenden und die Gründe für die Ausübung von solchen unakzeptablen Aktionen, wie die Entführung von Touristen, entziehen. Der Beweis dafür ist die Lage der Kurden im heutigen Irak.  Sie haben jahrelang mit der Waffe gekämpft, aber nachdem Absturz vom Saddam Hussein und der Anerkennung der nationalen Rechten des kurdischen Volkes durch die irakische Verfassung,  sind die Kurden mit ihren militärischen Kräften ein wichtiger Faktor für die Bildung eines neuen, föderalen und demokratischen Irak. Die türkische Regierung hat dies erkannt und  kann es nicht leugnen, aber sie besitzt die Courage nicht, um die Wahrheit zu akzeptieren und darauf eine neue Kurden-Politik aufzubauen.

Das Entführungsproblem der deutschen Bergsteiger kann schnell vom Tisch, wenn die türkische Regierung dieses Problem nicht als ein Konflikt zwischen der deutschen Regierung und der PKK Führung sieht, sonder als einen Teil des gesamten Kurdenproblems, welches in der Türkei seine Gründe und Wurzeln seit der Entstehung der modernen türkischen Republik hat. Sie darf ihre misslungene Politik gegenüber dem kurdischen Volk nicht auf Kosten der deutschen oder anderer Touristen weiter betreiben. Die Entführung der deutschen Urlauber in einem Kriegsgebiet ist keine kurdisch-deutsche Angelegenheit, sonder ein Türkei-Problem, dass andere mit sich bezieht. Die türkische Regierung kann sich der Verantwortung nicht entziehen. Ja, es gibt Fehler auf beiden (kurdischen und deutschen) Seiten aufgrund des Verbots des kurdischen Senders ROJ TV passiert, aber der Hauptdarsteller auf dieser Theaterbühne ist weder der deutsche Innenminister, noch die PKK-Kämpfer um Ararat, sondern die türkische Regierung und niemand sonst.

Über diese verkommene und  rassistische Politik der Türkei gegenüber Kurden und Kurdistan, muss man sich mit Ankara auseinandersetzen, nicht um die unbeteiligten Bergsteiger von Ararat freizubekommen, sondern um die Tür zu noch schlimmeren Akten in der Zukunft für immer zuschließen.

 

11.07.2008

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(*) Mitglied vom kurdischen PEN Club

 

 

 

 

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