Unterricht im Alleingang aufgebaut
Kemal Tolan
Ausländer, die sich auf
Deutsch verständlich machen können, sind im Vorteil. Sie können
sich besser orientieren, und ihnen gelingt die soziale Anpassung
besser.“ Kemal Tolan weiß, wovon er spricht. Der Türke (49),
seit 1976 in Deutschland und seit 1993 in Besitz der deutschen
Staatsbürgerschaft, versucht Tag für Tag, Ausländern die
deutsche Sprache beizubringen. Tolan ist seit 1995 als Dozent in
der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) im Kloster
Blankenburg tätig.
Unterstützt von der Ev. Erwachsenenbildung, den Behörden in der
ZASt und vom Europäischen Flüchtlingsfonds, hat er den
Unterricht mehr oder weniger im Alleingang aufgebaut. „Eine
wichtige, aber auch schwere Aufgabe“, sagt Tolan. Schließlich
nehmen an den freiwilligen Kursen Menschen mit unterschiedlichem
Bildungsstand und zumeist ohne Vorwissen teil. Dennoch halten von
den etwa 30 Schülern (ab 16 Jahren aufwärts) eines Kurses rund
zwei Drittel die sechs Wochen durch – was viel mit Tolans
Lehrmethode zu tun hat. Die Unterrichtssprache ist zwar Deutsch,
doch die vielen Grafiken in Tolans eigenem Lehrbuch erleichtern
das Verständnis.
Der gelernte Betriebs- und Bauschlosser hatte viele Jahre
nebenberuflich als Dolmetscher (Türkisch und Kurdisch)
gearbeitet, ehe er dadurch mit der ZASt in Kontakt kam. Inzwischen
ist dort die Arbeit Tolans, der in diesem Jahr ein Fernstudium zum
fremdsprachlichen Deutschunterricht mit „Sehr gut“ abschloss,
unverzichtbar geworden.kf
Kemal Tolan
Deutschlehrer
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