Islamischer Vormarsch in Deutschland

 

Von Mehmet Sahin

 

Wenn man sich die Pressemeldungen der letzten Jahre, Monate und Tage durch den Kopf gehen lässt, wird man sehen, dass die Meldungen, die mit Islam und seinen Umgang mit anderen Glauben und Kulturkreisen zu tun haben, sich tagtäglich vermähren.

Der Islam basierend auf Gewalt und auf ein geschlossenes Gesellschaftssystem -exekutive und judikative eingeschlossen- akzeptiert keine Kritik und ist somit nicht offen und tolerant. Er definiert in seinem Kern die Menschen nach einem Schema „Gut und Böse“, „Gläubiger und Ungläubiger“ und „Reine und Unreine“.

„Gute, Gläubiger und Reine“ sind die Moslems, „Böse, Ungläubiger und Unreine“ sind die Anderen, Christen, Juden usw.  Und die Aufgabe eines guten, gläubigen und reinen Moslems ist es, die Bösen, Ungläubigen und Unreinen zum Islam zu bekehren. Um diesen Ziel zu erreichen, ist ihnen jedes Mittel Recht. Mal arbeiten sie geduldig im Stillen, mal befinden sie sich im Angriff und verbreiten Angst und Schrecken. Wie sie bei Konfliktsituationen vorgehen, hängt auch von den Umständen ab, in dem sie leben, ob sie stark genug sind, offen zu agieren.

Aus dieser Grundüberzeugung wurden die seit 1500 Jahren bestehenden Buddhastatuen in die Luft gesprengt, die Zwillingstürme mit über 3000 Menschen gestürzt und in Istanbul, Madrid und London gingen Bomben hoch. Die Akteure dieser Taten sind der festen Überzeugung, dass sie nach diesen Leistungen einen sicheren Platz im Paradies erhalten und von vierzig Huris (Jungfrauen) Tag und Nacht verwöhnt werden.

Als Salman Rushdie vor zwei Jahrzehnten die „Satanischen Verse“ veröffentlichte und vom Mullahregime im Iran zum Tode verurteilt wurde, zeigte man hier in Europa zu Recht große Empörung. Durch die Jahre, vor allem aber seit den letzten fünf Jahren, hat sich die Zahl der Salman Rushdies erheblich erhöht und die der Henker auch.

Ein Karikaturist darf nicht veröffentlichen, was er gezeichnet hat; ein Theater kann das nicht aufführen, was es monatelang vorbereitet und geprobt hat; ein Fernsehfilm kann nicht in der geplanten Uhrzeit gezeigt werden, weil man Angst hat, falsch verstanden zu werden; ein Filmemacher wird Mitten in Europa ermordet, weil er ein islamkritischen Film gedreht hat.

In Dänemark wird eine Karikatur veröffentlicht und in diesem Zusammenhang wird z.B. in der Türkei ein Pfarrer ermordet. Der Papst macht islamkritische Bemerkungen während einer Vorlesung und im Irak werden ein Priester und in Somalia eine Schwester ermordet, Kirchen werden anderswo in Flammen gesetzt.

Je stärker und heftiger die Islamisten und seine Prediger agieren und somit ihre Angriffstimmung an stellenwert zunimmt, desto ängstlicher und rückzieherischer werden die Abendländischen.

Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, dass nichts Unüberlegtes zum Ausspruch kommen darf. Es muss gut überlegt sein, was man zurzeit sagen und schreiben „darf“. So hat es eine Ära der Selbstzensur und Selbstkontrolle begonnen und sich im Unterbewusst der Gesellschaft etabliert.

Da die Mehrheit der in Deutschland lebenden über 3 Mio. Moslems aus der Türkei stammt, werde ich versuchen den türkischen Islam ein wenig wiederzugeben. So wie Integration ist auch die Moslemsfrage in Deutschland, eine Frage der sunnitischen Türken.

 

Türkisch-islamische Synthese und die Laizität der Türkei

Erst durch die Verstädterung und ab 1960er fand ein politisiertes islamisches Erwachen der Gesellschaft statt. Infolgedessen wurden in der „laizistisch“ und westlich orientierten Türkei über 77.000 Moscheen mit den Steuergeldern auch der Christen, der Juden und Aleviten gebaut und die Gehälter der etwa 100.000 Imame und Prediger werden von der Staatskasse gezahlt.

Die türkischen Machthaber benutzten den Islam für ihre eigene Zwecke. Um die kurdische Bewegung und die Linke im Schach zu halten, haben sie nicht gezögert, die verschiedenen islamischen Organisationen und Orden zu unterstützen. Die Chronik der legalen islamischen Parteien unter Erbakan und seiner Gefolgschaft weist seit 1970 genaue 6 Parteien auf, die immer wieder verboten und unter einem anderen Namen wieder die politische Bühne betreten haben.

Da die islamischen Orden Hunderttausende und Millionen Wählerstimmen kontrollieren, werden diese Stimmen von politischen Parteien aller Couleurs eingekauft. Die Vertreter der Orden sitzen seit Jahrzehnten im türkischen Parlament und haben sich in der Gesellschaft etabliert.

Es wurde an jeder Ecke der Türkei Predigerschulen (Imam-Hatip-Okulu) mit staatlicher Finanzierung errichtet. Die Zahl der halblegalen Korankurse geht in die Zehntausenden. Durch Privilegien und Fördermittel wurden die Söhne der armen Mohammedaner gelockt und geschult.

Die putschistischen Generäle vom 1980 haben sich sogar nicht gescheut, Moscheen in kurdisch-alevitschen Dörfer zu bauen. Sie erhielten Gelder aus Saudi Arabien, um diese Vorhaben in die Tat umzusetzen und nahmen den sunnitischen Islamunterricht in den Lehrplan auf.

Die Kemalisten haben im Kampf gegen die kurdische Bewegung die türkische Hisbollah gegründet, sie mit Waffen und Finanzen ausgestattet. Im Auftrage und mit Unterstützung des türkischen Staates wurden ab 1990ger Jahren Tausende von kurdischen Zivilisten, an erster Stelle Menschenrechtler, Politiker, Journalisten und Geschäftsleute am helligsten Tag auf offenen Straßen in Diyarbakir, Batman, Cizre und Sirnak mit gezielten Kopfschüssen von den Killern der Hisbollah getötet.

Nach Untersuchungen und Umfragen zweier Universitäten (Sabanci und Isik) und PEW im Juni 2006 finden 60% der Türken die Europäer als unmoralisch, unverschämt, fanatisch und gewaltbereit, ebenso viele legen die Verantwortlichkeit der Rückentwicklung der Türkei dem Glaubensverfall; 51% der Befragten meinen, dass wenn nötig, die Menschenrechte außer Kraft gesetzt werden sollen. Der staatliche Sender TRT streicht im Jahre 2006 die Zeichentrickserie „Winnie the Pooh“ aus dem Programm, weil eine der Figuren ein Ferkel ist. In den Maschinen der Türkish Airlines findet man eine Zeichnung eines durchkreuzten Schweins, mit dem man den Passagieren demonstrieren will, dass kein Schweinfleisch angeboten wird.

Ob die türkischen Moslems Gewaltbereit sind oder nicht, muss man ein bisschen zurückgehen. In den 1970ger Jahren fanden in Maras, Corum und Malatya Pogrome gegen die kurdisch-alevitische Bevölkerung mit Hunderten von Toten statt. Im Juli 1993 verbrannten fanatische Moslems in Sivas während einer alevitischen Veranstaltung über 30 Künstler und Schriftsteller.

Wo Millionen von Aleviten keine Gebetshäuser errichten dürfen, wo Kinder der Aleviten, der Christen, der Yeziden und Atheisten an den als Pflichtfach eingeführten sunnitisch-islamischen Religionsunterricht teilnehmen müssen, wo den seit Jahrhunderten bestehenden Kirchen in Istanbul geistlichen Nachwuchs verboten wird, wo fast  jeder europäischen Person eine Missionartätigkeit unterstellt wird, hat das Vorgehen des türkischen Staates weder mit Säkularität und Laizität noch mit der Gleichbehandlung der Religionen zu tun.

Und wo seit der Mitte der 1990ger Jahren die islamistischen Parteien regieren und in weiten Teilen des Landes das Leben der Gesellschaft und Verhalten der Menschen bestimmen, wird es schwierig sein, wieder in die Normalität zu gelangen.

 

Der türkische Islam in Deutschland

Der Islam ist nicht so organisiert wie das Christentum. Die Struktur und der Organisationsaufbau der christlichen Gemeinden existiert im Islam nicht. Bis in den 1970ger Jahren gab es in den türkischen Dörfern fast keine Moscheen. Jeder glaubte und praktisierte seinen Glauben praktisch selbst.

Damals konnte man in den Großstädten bei Ramadan essen und trinken. Heute, im Jahre 2006 werden Menschen Mitten in Ankara, in der Hauptstadt der „modernen“ und westlich orientierten Türkei gelyncht, weil sie nicht Fasten. Alleine in den ersten zwei Jahren der AKP-Regierung wurden die Genehmigungen von über 70.000 Alkoholverkaufsstellen aberkannt und neue wurden nicht erteilt.

Die erste Generation der so genannten Gastarbeiter lebte in den 1970ger Jahren viel offener und liberaler als ihre Kinder und Enkelkinder. Sie war integrationswillig. Wenn man die Straßenbilder vor 20-30 Jahren mit den heutigen vergleicht, wird man sehen, dass es sich eine enorme Veränderung vollzogen hat.

Die erste Generation kaufte bei den Deutschen ein, sah deutsches TV und war nicht so vorurteilsvoll beladen als die Nachkömmlinge. Die Nachkömmlinge kaufen fast alles nur noch bei den türkischen Geschäften ein, nicht nur Fleisch, selbst Obst und Gemüse, Kekse und Wasser werden bei den Türken eingekauft.

Dank den vielen türkischen Sendern in jedem Haushalt, dank den türkischen Zeitungen, dank dem Gattinnenimport aus der Türkei und dank der Politisierung des Islams wächst die 3. und 4. Generation in Tausender Kilometerentfernung fast einsprachig, in diesem Fall Türkisch, Mitten in Deutschland auf.

Die Zahl der in Deutschland lebenden Türken liegt nach offizieller Darstellung bei zwei Millionen. Darunter befinden sich etwa 800.000 Kurden, Hunderttausende Aleviten, 60-70.000 Assyrer und Zehntausenden Armeniern usw., die von der deutschen Politik den Türken zugerechnet werden. Wenn man diese Zahlen von den offiziell genannten 2 Mio. abzieht, bleiben etwa 700.000-800.000 Türken, die wiederum nicht alle praktizierende Moslems sind.

Der türkische Staat, der die seit Jahrhunderten bestehenden wenigen übrig gebliebenen Kirchen in Istanbul das Leben schwer macht, errichtet in Deutschland Moscheen. Die Zahl der von den Türken betriebenen Moscheen in Deutschland liegt laut Infos des Auswärtigen Amtes bei 3.000. Von denen unterliegen 870 der Obhut der DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion), einer Anstalt des türkischen Staates. Die Zahl der sich in den Kellern und Hinterhöfen befindenden Koranschulen in Deutschland kennt keiner.

Jährlich exportiert die Türkei etwa 1000 Imame nach Europa. Die meisten der ausgewählten und nach türkisch-islamischen Synthese ausgebildeten Imame kommen nach Deutschland. Wie der Name besagt, sind Hauptbeweggründe und Aufgaben dieser ausgebildeten Imame, die Massen islamistisch und türkisch-nationalistisch zu organisieren und in Schach zu halten.

Kurden, obwohl sie auch mehrheitlich Moslems sind, haben sich im Laufe der 1980ger und 1990er Jahren nach und nach von den türkischen Moscheen getrennt und besitzen heute höchstens ein Dutzend Moscheen in Deutschland.

Die überwiegende Mehrheit der in Deutschland errichteten Moscheen wird mit den ausländischen Geldern finanziert. Diese Gelder werden auf mehreren Schultern verteilt und als Spendengelder der frommen Moslems in Deutschland deklariert und sauber gewaschen.

Nach jeder Attacke, nach jedem Anschlag der islamistischen Terroristen vergossen Vertreter der Moslems in Deutschland Krokodiltränen und predigen am Tag fünfmal, wie offen und tolerant der Islam ist. Viele Vertreter der so genannten islamischen Gemeinden haben eine geheime Agenda als sie öffentlich vorgeben und sind nicht offen für Änderungen in den Reihen ihrer Klientel. Sie führen ein doppeltes Leben. Zu Hause und unter ihresgleichen führen sie ein streng von den gesetzten des Islams vorgeschriebenen Leben. Bei den Zusammenkünften mit Deutschen oder bei den Fernseh-Talk-Shows spielen sie eigentlich eine für sie fremde Rolle, die Rolle der offenen, aufgeschlossenen und toleranten Moslems. „Aynasi istir kisinin, lafa bakilmaz!“ ist ein Sprichwort in Türkisch, das sinngemäß besagt: „Der Mensch wird nicht von seinen Worten, sondern von seinen Taten bemessen“.

 

Mögliche Handlungsfelder für deutsche Politik als Zeichen der Toleranz gegenüber Islam

Wie nie zuvor wird der Islam in fast allen islamischen Ländern heftigst politisch manipuliert und missbraucht. Das neu begonnene 21. Jahrhundert wird von Asien bis Amerika, von Europa bis nach Afrika vom islamischen Terror heimgesucht.

Wenn der Aufmarsch der islamischen Kräfte so fortgesetzt wird, wird es nicht lange dauern, bis sie anfangen, Regeln des gesellschaftlichen Lebens auch in Europa zu bestimmen, ja sogar zu diktieren.

Wenn Frauenrechtler wie Kelek und Ates, wenn PolitikerInnen wie Deligöz, wenn Wissenschaftler in Deutschland gedroht werden, weil sie ihre Meinung zu den Teilaspekten der islamischen Lebensart geäußert haben, zeigt es, mit welchen Mitteln und Einschüchterungen die Tabus des Islams verteidigt und durchgesetzt werden.

Wenn der Vormarsch der Islamisten in Deutschland und der Umgang der Politik so weiter geht, wird es nicht lange dauern, bis wir mit den folgenden, ein wenig übertriebenen Tatsachen konfrontiert werden. Sie sind gleichzeitig Tipps und Hinweise für deutsche Politik. Mit ihrer Umsetzung kann sie die Moslems ein wenig befriedigen und in Ruhe stellen.

  • Befreiung der Schülerinnen vom Schwimm-, Turn und Sexualkundeunterricht
  • Einrichtung getrennte Geschlechterklassen oder Trennung der Schüler und Schülerinnen in den Klassenräumen
  • Streichung der Klassenfahrten aus dem Schulplan
  • Aufnahme des Islam als Pflichtfach in den Lehrplan
  • Einführung der Kontrollen, ob Schüler beschnitten sind oder nicht
  • Austausch der Sparscheine durch anderweitige Spardosen
  • Abschaffung der gemischten Schwimmbäder
  • Errichtung neuer Strände moslemischer Art an Nord- und Ostsee
  • Neue Kleiderverordnung, Verbot der Miniröcke, Shorts und T-Shirts
  • Stilllegung der Kirchenglocken
  • Verlegung des offiziellen Feiertages von Sonntag auf Freitag
  • Abänderung des Zeichen und Ämblems des Deutschen Roten Kreuzes und Versehung mit islamischen Halbmonds
  • Offizieller Feiertage bei Ramadan und Opferfest
  • Kostenlose Charterflüge nach Mekka
  • Verbot des Alkoholkonsums
  • Entfernung der Schweinefleisch und Wurstbestände aus den Lebensmittelregalen
  • Säuberung der Museen und Plätze aus „Unsittlichen“ und „Unmoralischen“ Kunstbeständen
  • Umbau der bestehenden Oper in islamische Hamams (Bäder)
  • Aushängung der Kreuze aus den Bestattungsinstituten und Friedhöfen
  • Einberufung einer Kontrollkommission für die Inhalte der zu veröffentlichenden Bücher und Werke
  • Und schließlich Vervielfältigung des Korans durch Bundeszentrale der politischen Bildung und eigenhändige Verteilung durch AA-Chef Steinmeier auf der Frankfurter Buchmesse 2008, wo die Türkei als Gastland hofiert wurde.

Die Liste ist unvollständig. Da der Schöpfergeist der Menschen vielfältig und unbegrenzt ist, kann die obige Liste von allen Interessierten vervollständigt werden, damit die Gefühle der Moslems nicht verletzt, sie sich nicht provoziert fühlen und uns begnadigen.

Um sich bei der Ernte nicht zu wundern, muss darauf geachtet werden, was gesät wurde.

(November 2006)  

 

 

 

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