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Wir alle sind Mörder von Armeniern!
Dich
haben sie Nicht
am 19. Januar 2007 getötet, Du
flügellahme Taube! Mit
ihren schmutzigen Händen ließen sie ein
Jahrhundert lang dein wundes Herz bluten Und
Tag um Tag haben sie Deinen
Vorvätern im Grab die Ruhe missgönnt Und
haben dich als ein Geschwür betrachtet, Das
herausgeschält werden muss Als
einen Nagel, der abgeschnitten Und
weggeworfen werden muss! Dich
haben sie Stunde für Stunde Tag
für Tag getötet, du Menschenbruder! In
Kabinettsitzungen und vor Gerichtstüren In
Fernsehstudios und Zeitungen An
Universitäten und Schulen In
Moscheen, in denen sie beten An
Festtagen, die sie feiern In
Flüchen und Beschimpfungen Selbst
an Raki-Tafeln Haben
sie immerzu über dich gesprochen Die
dich ermordeten, Haben
nun einen Chor gebildet Und
singen dir Klagelieder hinterher, Hrant! „Hrant
war ein guter armenischer Türke“ sagen sie Und
richten nun Mauern auf zwischen
dir und deinem Volk, für
dessen Rechte du dein Blut vergossen hast Wusstest
du, dass du so beliebt warst, Hrant! Selbst
die, die dich zu Lebzeiten mit Flüchen
allertürkischsten Kalibers bedachten, Die
nicht einmal deine Nachbarn sein wollten, Die
dich ängstlich und schreckhaft machten Wie
eine verletzte Taube Selbst
sie liebten dich, Hrant! Sieh
an, nicht ein einziger Türke, Der
dich nicht liebte! Diese
Herrschaften, die dich liebten, Haben
einmal mehr So
wie sie es taten, als du noch lebtest, Auch
nach deinem Tod Dich
für alles verantwortlich gemacht, Indem
sie sagten, Du hättest
der bevorstehenden Anerkennung des Genozids Durch
den US-Kongress, Dessen
Tagesordnung du durch deinen Tod über den Haufen warfst, Den
Weg geebnet Und
sie brachten damit zum Ausdruck, Deine
Ermordung Sei
das Werk von finsteren Mächten im Ausland, Ja
sogar das Werk von Armeniern. Du
hast dich in ihnen getäuscht, Hrant! Die
kennen keine Scham Keinen
Respekt, nicht einmal für einen Toten Wie
auch, Stände
sonst nicht wenigstens Für
einen der eineinhalb Millionen noch ein Grabstein? Eine
Kirche? Ein
Kreuz? Noch
gestern, Hrant, Ärgertest
du dich über Ferhan,
der nicht einen einzigen Baum gepflanzt hatte, Obwohl
er an einem paradiesischen Ort Mit
Blick auf den Bosporus lebte! Ferhan
aber sagte: „Wir haben doch nie die Früchte eines Baumes essen können, den
wir pflanzten“ Und
fasste knapp und weise den Sachverhalt zusammen Wurde
es 2006 nicht zu den Akten genommen, Dass
du ein Fremder warst, Obwohl
du der wahre Besitzer jenes Bodens warst Und
obwohl du einen türkischen Pass mit Sichelmond und Stern trugst? Die
Tat ist aufgeklärt, Hrant Und
zwar in weniger als 2 Tagen Die
Polizei, schneller noch als die in Filmen, Hat
den Mörder gefunden, als hätte sie ihn eigenhändig dort abgestellt Und
übergeben Der
„hohen“ türkischen Justiz, die dich ein Leben lang verurteilte Dem
folgte die Erklärung, dass „Der
Mord keine politischen Hintergründe“ habe und der Mörder „Nicht
in Verbindung zu einer Organisation“ stehe Unruhe
und Sorge waren vorbei Alle
atmeten auf, Hrant. Du
bist der Schuldige, Hrant can, Du
und deinesgleichen Insbesondere
die Armenier und die Kurden Und
die aufgeklärten Köpfe, es sind keine Hundert Vor
den Augen der türkischen Gesellschaft Seid
ihr die Schuldigen Und
deshalb Befand
sich die türkische Fahne In
der Tasche des Mörders mit Namen Ogün Samast Und
deshalb Wurde
dir der Rang des Gefreiten verwehrt... „Wir
sind alle Armenier“ Fing
man nach dir an zu sagen Mir
kommt dieses Schablonenhafte falsch vor Vielmehr
müsste man sagen: „Wir
alle sind Mörder von Armeniern Wir
alle haben eine schmutzige Vergangenheit“ Wer
ist der Mörder? Sag
du es, Kekê can, Sag
du es, verletzte Taube Wirklich,
wer ist der Mörder? „Es
könnte der Himmel auf Erden sein, ich will nicht weg, Meine
Wurzeln sind hier“ sagtest du. Und
bist jetzt mit deinen Wurzeln vereint, Hrant Und
1, 5 millionenfach tief ist dein Platz Friede
deiner Seele Nach
Hayastan möge deine Erde duften! Mehmet
Þahin, 24. Januar 2007 (Übersetzung:
Hülya Engin)
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