Der Traum


Unter Flügeln der Nacht

Wenn der Schlaf auswandert

Und das Herz

Die nötige Ruhe nicht hat

 

Schwimmen die Gedanken

Mit den Wünschen

Wie in einem Wettbewerb

Auf dem offenen Meer hinaus

 

Die weiten Strecken

Werden geblättert

Die langen Stunden durchgerannt

Die Szenen auf der Bühne

Schnell gewechselt

 

Im Nu komme ich zu Dir

Und stelle fest

Alle Tore sind offen

Alle Türen ungeschlossen

Alle Fenster unverriegelt

Und weil Du

         Wie ein unschuldiges Kind

         Im Schlaf versunken bist

         Kehre ich zurück

         Ohne Dich zu berühren   

 

Unter Flügeln der Nacht

Wenn der Mond im Süden steht

Und sein kaltes Licht

Das Kopfkissen streichelt

        

Klettern die Gedanken

         Mit den Wünschen

         Im Wettkampf

         Zum hohen Berg hinauf

         Die Wege werden abgekürzt

         Die Momente übersprungen

         Und die unwichtigen Bilder

         Gar nicht entwickelt

 

         Weit oben liegt Dein Schloss

         Die Toren stehen offen

         Die Wächter sind beurlaubt

         Und die Diener verschwunden

         Und weil Du

Wie Dornröschen noch schläfst

Küsse ich Dich nicht

Und kehre wieder heim

 

Unter Flügeln der Nacht

Wenn die Sehnsucht erwacht

Und die Flamme

In diesem rebellischen Herz

Sich nicht auslöschen lässt

 

         Brechen die Gedanken

         Mit den Wünschen

         Verbündet, vereint

Weit hinaus

         In eine exotische Welt

 

         Nach Deinen Spuren

         Suche ich überall

In Nord, in Süd

In Ost, in West

Um Dich zu finden

Renne ich

Jeder Fata Morgana nach

 

Die weiten Strecken

Brechen in sich zusammen

Die Momente, die Stunden

Werden umgelegt

Die Tage begraben

Die Zeit stirbt

 

Der Urknall wiederholt sich

Vom neuen beginnt die Zeit

Es bildet sich der Raum

Die Expansion beginnt

 

Kurz darauf.....

Stehe ich

Vor dem prächtigen Schloss

Und die Jagd

Nach Deinen Spuren

Beginnt erneut

In jedem Raum

In jedem Bett

 

Vergeblich!

Die Gedanken versagen

Jedoch

Die Hoffnung bleibt lebendig

Die Wünsche treiben mich

Nach außen, hinaus

 

Endlich

Treffe ich Dich

In Deinem schönsten Eva-Kleid

Stolz und hochmütig

Mit dem Apfel in der Hand

Unter einem Maulbeerbaum

 

Deine schönen Augen

Deine roten Lippen

Dein süßes Lächeln

Treiben mich in die Irre

Machen mich zum Narr

Wieder und wieder

Schäumen die Gefühle über

 

Nein! Und erneut nein!

In dieses Paradies

Gehe ich nicht hinein

Ich bin der Sohn Adams

Entscheide genau wie er

Lehne dieses Paradies ab

In dem wir

Nicht vereint werden sein