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KEIN
RECHT AUF EIGENE MUTTERSRACHE Die
Lage der kurdischen Sprache in Syrien
Ein
Vortrag von
Moustafa
Rechid
Homburg
- Saarland - Deutschland
Die
Kurdische Sprache Die
Kurden sprechen eine indogermanische Sprache (aus der iranischen
Gruppe) und gehören zu den iranischen Völkern. Damit unterscheiden sie
sich sprachlich von ihren unmittelbaren Nachbarn - Türken und Arabern
- sind aber verwandt mit Persern und anderen iranisch-sprachigen Völkern
der Region. Die sprachlich nächsten Verwandten der Kurden sind die Belutschen
in Pakistan und Afghanistan. Auch die heutige Kultur und Mythologie der
Kurden ist in den iranischen und zoroastrischen Traditionen verwurzelt. Die
kurdische Sprache bildet mit dem Belutschi,
Talischi, Gilki und Masendarani den
nördlichen Zweig der westiranischen Gruppe innerhalb
der indoeuropäischen Sprachfamilie.
Die
nächste Gruppe wäre
die Slavische Sprachfamilie
Also, wie schon erwähnt,
die kurdische Sprache ist eine nordwest-iranische Sprache der indogermanischen
Sprachfamilie und wird vornehmlich im kurdischen Kernland Kurdistan
gesprochen. Kurdistan ist aber bis jetzt noch kein eigenständiger
Staat. Aus diesem historischen Grund gibt es bis jetzt noch keine
einheitliche, festgelegte Standardsprache. Kurdistan war kein
Zentralstaat, sondern bestand aus vielen Fürstentümern. Zu der Zeit hatte
jedes Fürstentum auch eigene Schulen. Je nachdem welches Fürstentum blühte
und stark wurde, wurde der Dialekt dieser Gegend in der Schriftsprache
benutzt. Als wichtigste Dialekte haben sich im Laufe der Zeit der
nordkurdische Kurmandschi und der mittelkurdische Kurmandschi gebildet. Zwei
weitere Dialekte sind Kirmandschi (auch als Zazaki-Dimili bekannt) und
Gorani. Diese beiden letzten Dialekte sind sehr nah zu der Sprache der
AVESTA. Die ältesten Schriften liegen in Gorani Dialekt vor. Kurmandschi ist der am
weitesten verbreitete Dialekt der kurdischen Sprache. Er wird in Süd-West-,
in Nord- in Teilen von Süd- und Ost-Kurdistan gesprochen. Kurmandschi wird
seit den 1930er Jahren mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Später
wurde die lateinische Schrift auch für Kirmandschi (Zazaki-Dimili) übernommen.
Für die Süddialekte wird jedoch immer noch die alte aramäische Schrift
benutzt. Das ist auch einer der Gründe, dass bis heute noch keine
einheitliche kurdische Standardsprache existiert.
Von Mittelalter bis zur
Mitte des 20. Jahrhunderts war der Norddialekt Kurmandschi literarisch am
weitesten entwickelt. Ab 1945 hat der Mitteldialekt Kurmandschi (Sorani)
mehr Fortschritte gemacht, und seit 1975 machen beide Dialekte gewaltige
Fortschritte. Kurdische
Literatur Wenn man von der kurdischen
Literatur spricht, sollte man ihre Anfänge mindestens bis zum heiligen Buch
Avesta verfolgen. Wie vorher erwähnt sind die beiden heutigen kurdischen
Dialekte Kirmandschi(Zazaki-Dimili) und Gorani sehr nah an der Sprache der
Avesta. Aber in diesem Vortrag werden wir keine prophetischen Gathas aus
Vendidad oder Yasna, oder anderen Teile Avestas vorstellen. Die Geschichte
der Literatur im Orient ist sehr alt, ihre Anfänge reichen bis zum
Gelgamesch Epos und andere Überlieferungen, tief in das dritte Jahrtausend
v. C. Die Herrscher haben gewechselt, neue Imperien wurden gegründet und
jedes Mal entwickelte sich ein Dialekt zur Hochsprache. Nach einer gewissen
Zeit kamen die nächsten. Ähnlich wie bei dem Kalender, nach jeder Epoche
hat man wieder vom neuen angefangen. Wir Kurden betrachten
heutzutage die Anfänge unserer Literatur in dem frühen Mittelalter. Die Überlieferungen
sind für uns heute noch gut verständlich. Die
ältesten Werke gehen an BABA TAHIRÊ HEMEDANÎ und ALÎ HERÎRÎ zurück. ALÎ
HERÎRÎ, gelebt von 1009 bis 1078. Dazwischen
ist uns nichts bekannt. Dann kommen die grossen Klassiker
Die
wichtigste Säule, die die kurdische Sprache am Leben erhielt, ist jedoch
die reiche kurdische Folklore. Einen großen Wendepunkt in der kurdischen Geschichte stellt die Schlacht von 1514 bei Caldiran zwischen Osmanen und Safawiden dar, bei der sich die mehrheitlich sunnitischen Kurden mit den Osmanen verbündeten. Die Osmanen sicherten sich die Unterstützung der kurdischen Lokalfürsten, indem sie ihnen die Umwandlung ihrer Besitztümer in erbliche Fürstentümer anboten. Diese kurdischen Herrschaften (Kürt Hükümetleri) mussten keinen Tribut zahlen und keine Soldaten für die osmanische Zentralregierung stellen. Daneben gab es noch die kurdischen Sandschaks, deren Gouverneure per Erbe bestimmt wurden, aber trotzdem wie alle Sandschaks Steuern zahlten und Soldaten bereitstellten. Diese Fürstentümer waren wie freie Staaten und hatten intern die freie Hand. Dementsprechend hatten sie ihre eigenen Schulen und Bildungsstätten. In der Folgezeit haben die Osmanen die kurdischen Fürstentümer eine nach dem anderen beseitigt. Das letzte von Bedlis blieb bis 1848. Selbst nach dieser Zeit haben die Kurden nie aufgehört Schulen zu errichten, Kulturvereine zu gründen, Zeitungen und Zeitschrift herauszugeben. Die erste kurdischsprachige Zeitung wurde 1898 in Kairo herausgegeben. Im Folgenden wollen wir eine Chronologie über die Gründung und Herausgabe der wichtigsten kurdischen Vereine, Schulen und Zeitschriften bis 1945 nennen: A) Vereine 1. Kurd Teawin und Tereki Cemiyeti: 1908 in Istanbul. 2. Kurd Neschri Mearif Cemiyeti: 1910 in Istanbul 3. Kurd Teschkilat Ictimaiye Cemiyeti: Gegründet 1911 in Istanbul. 4. Verein Gehanden: 1912 in Khoye – heutige Süd-Kurdistan. 5. Verein Kurdisch-Armenische Freundschaft: 1914 in St. Petersburg. 6. Choybun(Xoybun): 1927 in Beirut. 7. Hilfsverein für Bedürftige Kurden: 1931 in Damaskus. 8.
B) Schulen 1. Schule Istanbul (1910) 2. Schule Khoye (1913) 3. Schule Tibilisi (1929) 4. Schule Damaskus (1930) Parallel dazu wurden Schulen Tel-Schiir, Talik, Qeremaniye und Aindiwar eröffnet. 5. Schule Beirut (1943) C) Zeitungen und Zeitschriften 1. Kurdistan (14-tägig), (1898 - 1902) in Kairo (wie bereits vorher erwähnt.) 2. Omid (14-tägig), (1900) auch in Kairo. 3. Kurdistan (1908 – 1909), (kurdisch – türkisch) in Istanbul. 4. Kurdistan (1912 - 1914) in Ormiya. 5. Yekbun (Einheit), (kurdisch - türkisch) (1913), (zwei Mal in der Woche) in Istanbul. 6. Jin (das Leben), (1916, 15-tägig), (kurdisch – türkisch) in Istanbul. 7. Hawar (Hilferuf), (kurdisch – französisch, 15-tägig), (1932 – 1943 mit Unterbrechungen, 57 Ausgaben.) 8. Ronahi (Helligkeit), (monatlich, nur kurdisch), (1942) in Beirut. 9. Roja Nu (der neue Tag), (wöchentlich, kurdisch – französisch), (1942) in Beirut. 10. Ster (Stern), (nur kurdisch, 1943 – 1945) in Beirut. Die
Kurden in Süd-West Kurdistan – Syrien. Die Grenze zwischen Syrien und der Türkei wurde nach dem Sayks-Picot-Abkommen 1916 zwischen England und Frankreich durch den Verlauf der Bagdadbahnlinie festgelegt. Dadurch ergaben sich in Syrien drei kurdische Enklaven, nämlich Cizire, Kurd-Dag(Kurden-Berg) und Kobani(Ain-Arab). Wegen der langen Geschichte der Kurden und deren Anwesenheit auf diesem Territorium noch vor Ankunft der Araber und des Islams, sind die Kurden außerdem vorher genannten und mehrheitlich von Kurden bewohnten Gebieten in ganz Syrien verstreut. Seit 1923 betreibt die Republik Türkei eine sehr aggressive Politik gegen alles was kurdisch ist. Selbst das Wort "Kurde" wird von ihr nicht geduldet. Während der französischen Mandatszeit in Syrien und der englischen im Irak hat sie mit den beiden Mächten einen Deal ausgehandelt. Aus den irakischen Geheimarchiven wissen wir, dass die Türkei und England sich darauf geeinigt haben, wenn die kurdischen Schulen in Irak zugelassen werden, so sollen sie nicht im Norddialekt und auf Latein sein, damit die Wirkung nicht auf die Türkei übergreift. Was die Türkei und Frankreich vereinbart haben, wissen wir noch nicht. Es steht aber fest, dass Frankreich auch Druck auf kurdische Publikationen in damaligen Syrien ausgeübt hat. Nachdem Syrien und Irak unabhängig wurden, gingen diese regelmäßigen Treffen weiter und die Maßnahmen wurden noch stärker. Syrien hat ab 1958 den Druck erheblich gestärkt. Auch jede Literatur über die Kurden – selbst wenn sie auf arabisch ist – wurde aus den Bibliotheken entfernt. Ein bekanntes Beispiel ist das Geschichtsbuch "Kurden und Kurdistan seit dem Altertum bis jetzt" von dem ehemaligen irakischen Minister – kurdischer Abstammung Herr M. Amin Zaki. Das Buch wurde noch Anfang der 60er Jahre aus der Stadtbibliothek in Aleppo entfernt, weil die Angestellten bemerkt haben, dass das Buch öfter von Kurden geliehen und gelesen wird. Dann wurden die Angriffe noch krasser. Am 23. August 1962 wurde in den kurdischen Gebieten eine außerordentliche Volkszählung durchgeführt. Dabei wurden 120.000 Kurden als Flüchtlinge deklariert und ihrer syrischen Staatsbürgerrechte beraubt. Heute haben immer noch 200.000 Kurden ihren Pass noch nicht zurück bekommen. Am 8. März 1963 übernahm die nationalistische Baath-Partei (Arabische Wiedergeburt) die Herrschaft. Zu der außerordentlichen Volkszählung kam noch der Plan des Arabischen Gürtels, anhand dessen die Kurden aus dem Grenzgebiet zum Irak und zur Türkei von einem Streifen von 10 km deportiert wurden. Kurdische Personennamen wurden in den Standesämtern nicht mehr akzeptiert, Namen von kurdischen Ortschaften und geografisch-historischen Objekten wie Hügeln, Berge, Flüsse usw. wurden in arabische umgeändert. Kurdische Publikationen werden auch bis heute aufs Schärfste verfolgt. Wenn bei jemandem während der Hausdurchsuchungen ein Buch oder ein Flugblatt auf kurdisch entdeckt wird, bekommt er bis drei Monaten Haftstrafe. Trotz dieser Repressalien und Unterdrückungen haben die Kurden in Süd-West Kurdistan nie aufgehört, Publikationen auf kurdisch herauszugeben. Folgende Zeitschriften sind uns bekannt: Gulistan (1968 – 2006), Gelawej (1979 – 2002), Ster (1983 - ), Xunav (1986 – 1995), Gurzek Gul (1989 – 1992), Zanin (1991 – 1997), Aso (1992 – 2006), Pirs (1993 – 2006), Bihar (1994 – 1998), Agahi (1966 – 1985), Rojda (1997 – 2000), Roj (1991 – 2000), Jîn ( - 2006), Zevi (2001), Hevind (2004 – 2006), Vîn (2006), Perwan (2001 – 2006), Newroz (1995 – 2006), Deng (1995), Rewsenbir (1995 – 1997), Delav (1996), Xwendevan (- 2001), Ziman (?), Hogir (2002), Gulizar (90-ger). Syrien ist – ethnisch und konfessionell gesehen – ein Mosaikland. Außer der arabischen Mehrheit und Kurden gibt es in Syrien viele andere Ethnien wie Armenier, Assyrer, Syrian, Chaldäer(Keldan), Aramäer, Yuden, Tukumenen, Tscherkesen, Tschetschenen und andere. Als Ausnahme haben nur die Armenier einige Jahre nach der Unabhängigkeit eigene Schulen gehabt, später wurde sie geschlossen. Religiös und konfessionell gesehen gibt es außer der muslimisch-sunnitischen Mehrheit Alawiten, Drusen, Christen mit den drei Konfessionen (katholisch, orthodox, protestant), Ismailieten, Yuden, kurdische Yeziden usw. Da unser Thema "Kein Recht auf Muttersprache" ist, werden wir uns zuerst etwas genauer mit diesem Begriff befassen und dann versuchen die Gründe zu finden, warum dieses Recht den Kurden verwehrt wird. Woher kommt überhaupt "das Recht auf Muttersprache"? Wer gibt dieses Recht? Wer garantiert dieses Recht? Wer genießt dieses Recht? Können etwa auch einzelne Personen zum Genus dieses Rechts kommen? Wenn nein!? Wie groß soll eine Ethnie oder eine Minderheit sein, damit überhaupt für sie dieses Recht in Frage kommt? Seit 1963 heißt die Republik Syrien, nun Arabische Republik Syrien, alle seine Bürger haben die Arabisch-Syrische Nationalität, die Armee heißt die Syrisch-Arabische Armee, das Staatsfernsehen heißt das Syrisch-Arabisches Fernsehen, die national Hymne die Syrisch-Arabische Nationalhymne und so weiter und sofort....Also, laut der offiziellen Staatspolitik und Ideologie gibt es in Syrien gar keine Kurden und auch keine andere ethnische Minderheiten. Es liegt auf der Hand, dass so ein Staat niemals Gesetze erlassen wird, die das Recht auf Muttersprache garantieren. Aber
wie viele Kurden gibt es denn wirklich innerhalb der international
anerkannten Grenzen Syriens? Die Antwort auf diese heikle Frage ist selbst von vielen Kurden sehr widersprüchlich. Da die Kurden als Volk nicht anerkannt werden, wird niergendwo festgehalten wer Kurde und wer kein Kurde ist. In den Schulbüchern bis 1958 stand, dass die Kurden 16% der syrischen Bevölkerung ausmachen. Heutzutage – selbst viele Kurden meinen, dass sie 12% ausmachen. Ausländische Quellen reduzieren die Zahl auf Zehn und manchmal sogar auf 9% oder 8%. Kurdische
Bevölkerung:
Die Bevölkerung Syriens betrug im Juli 2006 18.881.361 Geht man von 16% aus, so musste die Anzahl der Kurden: 16% x 18.881.361 = 3.021.017 sein. Geht man von 12% aus, wie auch einige Kurden meinen, kommt man auf: 12% x 18.881.361 = 2.265.763 Geht man jedoch von 8% aus, was auf jedenfall sehr untertrieben ist, käme man auf: 8% x 18.881.361 = 1.510.508 Mit diesen Zahlen wird sehr spekuliert. Es ist doch ein großer Unterschied, ob man über eine Ethnie von mehr als 3 Millionen Menschen spricht oder über 1,5 Millionen Menschen. Dass diese Zahlen so krass variieren, hat drei Gründe: a) Realistischer Grund: Da die Kurden seit so vielen Jahren ihre Sprache und Kultur nicht ausüben dürfen und gezwungen sind Arabisch zu lernen, auf Arabisch zu denken und zu träumen, werden sie tagtäglich assimiliert und so wächst ihre Zahl nicht wie die Gesamtbevölkerung. b) Viele Kurden können die Unterdrückung nicht ertragen und wandern daher aus. c) Aus rein politischen Gründen wird die kurdische Bevölkerungsanzahl absichtlich klein dargestellt, um die ganze Angelegenheit zu marginalisieren. Woher
kommt überhaupt das Recht auf Muttersprache? Internationaler
Tag der Muttersprache
Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit". Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Vor dem Hintergrund, dass gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht sind, hat sich die UNESCO zum einen die Förderung von Sprachen als Zeichen der kulturellen Identität der Sprechenden auf die Fahnen geschrieben. Zum anderen geht es ihr auch um den Fremdsprachenunterricht und Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt. Im Jahr 1952 beschloss das Regime des damaligen Pakistan die Ernennung von Urdu zur alleinigen Amtssprache, obwohl es nur für 3 % der Bevölkerung Muttersprache war. Im östlichen Gebiet Pakistans wurde sogar fast ausschließlich Bengali gesprochen. Bei Protesten in Dhaka am 21. Februar schoss die Polizei auf Demonstranten und es gab Tote. Die fortwährende sprachliche und kulturelle Unterdrückung Ostpakistans führte schließlich 1971 zur Abspaltung und zur Gründung von Bangladesch. Der 21. Februar wird dort seitdem als Tag der Märtyrer begangen. Auf Antrag von Bangladesch wurde dieser Tag dann im Jahr 2000 zum Internationalen Tag der Muttersprache ernannt. Das
Recht auf Muttersprache
Das Recht auf Muttersprache ist für die meisten Völker und Nationen der Welt mit dem Völkerecht eng verbunden und wird eigentlich daraus als ein selbstverständliches Recht abgeleitet. Für die meisten Staaten der Welt ist die Muttersprache des Volkes – soweit das Volk aus einer Nation oder besser gesagt einer Ethnie besteht – auch die Amtsprache des Landes. In diesen Staaten ist es gar nicht notwendig im Grundgesetzt explizit zu benennen, dass die Sprache, die in den Schulen, in der Bildung und Ausbildung benutzt wird die Muttersprache des Volkes ist, es ist eine Selbstverständlichkeit. Im Grundgesetzt der Bundesrepublik Deutschland Art. 7, was Schulwesen betrifft wird die Deutsche Sprache gar nicht genannt. Es gibt aber Staaten, die aus mehr als einer Ethnie bestehen oder aus historischen gründen mehrere Ethnien innerhalb ihrer Staatsgrenzen beherbergen. Sind die einzelnen Ethnien einigermaßen gleichberechtigt, spricht man von Vielvölkerstaat. Dominiert eine Ethnie die anderen, so bezeichnet die dominierende Ethnie die anderen als „Minderheit“; selbst wenn die andere Ethnie (oder Ethnien) zahlenmäßig aus mehreren Millionen besteht und prozentual zwischen ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung darstellt. Der Begriff "Recht auf Muttersprache"(hier liegt der Schwerpunkt auf das Wort Recht) wird nur in dem Zusammenhang verwendet, wenn in einem Land eine oder mehrere ethnische Minderheiten existieren, in dem deren Sprache nicht die Landes- oder Amtsprache ist. Dieses Recht ist eine Maßnahme seitens der herrschenden Nation zum Schutz der Minderheiten, weil deren Sprache vom Aussterben bedroht ist. Diese Maßnahmen werden nur in echt demokratischen Gesellschaften getroffen. Dieses Recht ist kein "ius cogens" (keine zwingende völkerrechtliche Norm), das den Staaten oktroyiert werden kann. Obwohl die Kurden in ihrer Heimat Kurdistan laut Schätzungen ca. 40 Millionen Menschen ausmachen – auf einer Fläche von 500.000 qkm die überwiegende Mehrheit darstellen, werden sie – wegen Aufteilung ihrer Heimat auf die Länder Türkei, Iran, Irak und Syrien in allen diesen Ländern als "Minderheit" bezeichnet. So wird die gesamt Kurdische Frage, also, der Schicksal von 40 Millionen Menschen marginalisiert. Leider werden die Kurden in den europäischen Medien, so auch in Deutschland immer als "Minderheit" bezeichnet. Also, woher kommt diese Bezeichnung „Minderheit“ für die Kurden? Definition
des Begriffes Minderheit
Eine Minderheit sind Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen, sozialen oder religiösen Zugehörigkeit, auch häufig wegen ihrer sexuellen Orientierung, Diskriminierung erfahren. Diskriminierung ist politisch als Ausschluss von bestimmten Rechten zu sehen, sozial als die Erfahrung von Vorurteilen und Ausgrenzungen. Die Grundlage für diese Definition ist nicht die geringere Zahl der Gruppenmitglieder, sondern ihre geringere Macht gegenüber einer hegemonialen Mehrheit. Also, laut dieser Definition, hätten die Italiener oder die Polen keinen Staat besessen, wären sie eine "Minderheit" in Europa...entsprechend war also die Bevölkerung von Bangladesch innerhalb des damaligen Pakistan eine Minderheit....toll. Wie entsteht eine Minderheit? Wir lesen aus Wikipedia...Minderheiten können auf verschiedene Weisen entstehen. Die Entstehungsgeschichte einer bestimmten Minderheit hat in der Folge Auswirkungen auf ihre soziale Identität (und jetzt kommt ein ganz gefährlicher Satz): Sowie auf das Konfliktpotenzial, das von ihr ausgeht. Invasion
Eine existierende, auf einem bestimmten Territorium vorhandene Bevölkerung wird durch militärische Invasion oder massive Immigration eines anderen Volkes verdrängt respektive dezimiert. Die Invasoren installieren ihre politische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Struktur und die ehemals eingeborene Bevölkerung lebt als Minderheit auf ihrem eigenen Territorium weiter. Klassisches Beispiel: Die Indianervölker auf dem amerikanischen Kontinent. Staatenbildung
Durch kriegerische oder diplomatische Aktionen werden Teile einer Volksgruppe politisch, wirtschaftlich und kulturell vom Rest ihrer Kultur abgeschnitten. Beispiele: Südtirol, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Vojvodina, Kurden. Als Vielvölkerstaat bezeichnet man einen Staat, der von mehreren Völkern (im ethnischen Sinne) bewohnt wird. Keine Vielvölkerstaaten sind Staaten, die von nur einem Volk zahlenmäßig dominiert werden und höchstens kleinere Minderheiten anderer Völker aufweisen. Solche Staaten heißen Nationalstaaten (ggf. mit nationalen Minderheiten.) Zahlreiche Staaten der Gegenwart sind Vielvölkerstaaten. Geschichtlich sind sie, insbesondere was die Großreiche anbetrifft, eher die Regel als die Ausnahme. Dies gilt bis ins 20. Jahrhundert auch für weite Teile Europas. Insbesondere in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa brachten erst unhistorische Grenzziehungen und sogenannte "ethnische Säuberungen" in Folge der Weltkriege stärker einheitliche Staaten hervor. Beispiele
Gegenwart
Beispiele für Vielvölkerstaaten in der Gegenwart sind: Afghanistan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Marokko, Rumänien, Russland, Türkei, Schweiz, Serbien, Syrien. Vergangenheit
Vielvölkerstaaten der Vergangenheit: Assyrische Reiche, British Empire, Byzantinisches Reich, Französisches Kaiserreich, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Jugoslawien, Kaiserreich China, Kalifat der Umayyaden und Abbasiden, Königreich Ungarn, Osmanisches Reich, Österreich-Ungarn, Persische Reiche, Römisches Reich, Russisches Reich, Sowjetunion, Tschechoslowakei, fast alle ehemaligen Kolonien. Die historische Tatsache ist es also, dass es früher keine rein Nationalstaaten existierten. Die religiöse oder ideologische Zusammengehörigkeit war stärker als die national-ethnische Gemeinsamkeit. Die Nationalstaaten wurden zuerst in Europa gegründet und dieser Prozess ist weltweit noch nicht vollendet. Selbst in Europa war es nicht immer möglich und auch nicht immer sinnvoll, reine Nationalstaaten zu bilden. Belgien und die Schweiz sind nur einige Beispiele. Obwohl die Kurden keine Macht haben (wenn man die neue Situation in Süd-Kurdistan bei Seite legt), deren Land zwischen der Türkei, Iran, Irak und Syrien aufgeteilt ist und somit sie überall in dieses Klischee "Minderheit" hineingequetscht werden; sie selbst fühlen sich nicht als Minderheit und wollen gar nicht das Schicksal von Kurden und Kurdistan auf das Recht auf Muttersprache reduzieren. Die Länder Türkei, Iran, Irak und Syrien leben immer mit der Angst, dass die Kurden eines Tages ihren eigenen Staat bilden werden. Sie meinen, wenn man den Kurden auch nur sprachliche Rechte zuerkennt, wäre dies der Anfang von Verlust der kurdischen Gebiete. Um dies zu verhindern, treffen sich die Politiker dieser Staaten regelmäßig und unternehmen alle möglichen Maßnahmen. Selbst in Zeiten der Rivalität und Spannungen waren und sind sie sich auch heute noch im Bezug auf die kurdische Problematik einig. Die Realität und die Erfahrungen in Europa zeigen jedoch, das die Unterdrückung niemals die Lösung war. Im Gegenteil nur die gegenseitige Achtung und Anerkennung und die Errichtung stabiler Demokratien hat den Frieden und Wohlstand für alle gebracht. Was die Kurden immer bedrückt hat, ist die Gleichgültigkeitshaltung der europäischen Demokratien gegenüber der kurdischen Frage. Wer die Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges, der Napoleonischen Kriege, des Ersten und des Zweiten Weltkrieges gemacht hat, musste doch nicht kaltblütig zusehen können, wie die Kurden tagtäglich Deportationen ausgesetzt sind bis hin zum Einsetzen des Giftgases gegen die zivile unschuldige Bevölkerung. Schlusswort
Im Laufe der Geschichte der Nationalstaaten hat sich herausgestellt, dass Angehörige ethnischer und nationaler Minderheiten aufgrund ihres "Minderheitenstatus" vielfach von Diskriminierungen im jeweiligen Staat betroffen sind. Sehr oft geschieht dies in Bereichen, die durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht abgedeckt wird. So wird im Laufe der Zeit der spezielle Minderheitenschutz als Ergänzung zu den Menschenrechten erarbeitet mit dem Ziel, diese spezifischen Punkte abzudecken. Darunter fallen das Recht auf die Benutzung der Muttersprache oder das Recht auf die Ausübung spezifischer Traditionen. Dadurch hoffte man nicht nur, die Angehörigen von Minderheiten besser zu schützen, sondern auch, den als Reaktion auf die Bildung der Nationalstaaten aufflammenden ethnischen Radikalismus einzudämmen. Benutzte Quellen: 1)
Wikipedia. 2)
Ein Überblick über
die überlieferte, klassische
kurdische Literatur in
schriftlicher und "mündlicher" Form, (M. Rechid - 2006) 3) Komele, Dibistan, Kovar û Rojnameyên ku Bedir-Xaniyan damezirandine û beþdarî di wan de kirine (Konê Reþ). 4) Di sedsala dawîn de, rewþa ziman û weþanên bi zimanê kurdî di nav Kurdên Binxetê de (Konê Reþ).
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