Resolution über die

linguistischen Rechte der Kurden

in der Türkei, im Iran und in Syrien

 

Dringlichkeitsgrad: Hoch

Die Zusammenkunft der Delegierten des Internationalen PEN  auf ihrem 69. Weltkongress in Mexiko-City von 22-28. November 2003:

Erinnert daran, dass die Sprachgemeinschaft der Kurden geographisch hauptsächlich auf die vier Länder, der Republik Türkei, der Islamischen Republik Iran, des Irak und Syriens verteilt ist;  

Erinnert auch daran, dass, anders als im Irak, die kurdische Sprache und die kurdische Literatur keinen staatlichen Schutz genießen und nicht in den Schulen unterrichtet werden;

Betrachtet das Recht zu sprechen, lesen und das Recht auf Erziehung in der Muttersprache als ein  Geburtsrecht aller Völker und auch als eine Vorbedingung für einen friedlichen Dialog unter den Völkern;

Betrachtet folglich, wie bei vielen Nationen weltweit der Fall ist, dass die Kurden das Recht haben, mit friedlichen Mitteln selbst zu bestimmen, welche Sprache sie benutzen und welche Literatur sie lesen;

Erinnert mit Nachdruck jede Regierung daran, dass solche grundlegenden Gleichheitsrechte allen Gruppierungen in der Bevölkerung, unter der UNESCO Fahne der kulturellen Verschiedenartigkeit ermöglichen, die zivilen Gesellschaften ihrer Länder zu bereichern, erleichtern das gegenseitige Wohlwollen zwischen unterschiedlichen linguistischen Gruppen und bewirken folglich eine friedliche demokratische Entwicklung;

Fordert die Regierungen dieser Länder auf, dafür Sorge zu tragen, dass allen Sprachen von Minderheiten in ihren jeweiligen nationalen Bereichen grundlegende sprachliche Rechte gewährt werden,  das dazu beiträgt, schädliche und unnötige kulturelle Konflikte innerhalb ihrer jeweiligen Staatsgebiete zu verhindern;

Appelliert an die türkischen, iranischen und syrischen Behörden, das reiche linguistische und literarische Erbe des kurdischen Volkes anzuerkennen, und alle Gesetze zu widerrufen, die die natürliche sprachliche Verschiedenartigkeit ihrer Länder unterdrücken.

Appelliert an die irakischen Behörden, ihre Verpflichtung zum Schutz der kurdischen Sprache ernst zu nehmen.