Presseerklärung der Initiative zur Rettung von Hasankeyf


Hasankeyf, 9. August 2007

 

In den kommenden Tagen werden möglicherweise die letzten Unterschriften  unter die Abkommen gesetzt, mit denen eine Finanzierung des  
Ilisu-Staudamms am Tigris aus dem Ausland gesichert wird. Die Hälfte des Ilisu-Konsortiums setzt sich aus Firmen aus Deutschland,  Österreich 
und der Schweiz zusammen. Die für die Umsetzung des  Projekts notwendigen Kredite werden von europäischen Banken vergeben und die  
Kreditgarantie soll von den Regierungen Deutschlands, Österreichs und  der Schweiz geleistet werden. Ohne die Baufirmen, Banken und 
Regierungen  dieser drei Länder wäre also eine Umsetzung des Ilisu-Projekts nicht  möglich.
Nach unseren jüngsten Erkenntnissen gibt es kein finanzielles Hindernis  für den Bau des Staudamms mehr, wenn die letzten Unterschriften 
der  Regierungen und Banken Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie  des Ilisu-Konsortiums geleistet werden. Obwohl die Initiative 
zur Rettung  von Hasankeyf und verschiedene zivilgesellschaftliche Einrichtungen  seit ungefähr zwei Jahren gegen eine Kreditgarantie durch 
die Regierungen  dieser Länder protestieren, tun diese so, als würden sie der Kritik  Beachtung schenken und planen gleichzeitig in Hinblick 
auf ihren  finanziellen Profit, die notwendigen Abkommen zu unterzeichnen. Der im April auf Drängen der europäischen Länder 
vom Ilisu-Konsortium  veröffentlichte 150 Punkte umfassende Bedingungskatalog hat das Projekt  in keiner Weise auf ein akzeptables 
Niveau gebracht. Ein Projekt, das grundlegend falsch ist, kann nicht durch einige Bedingungen verbessert  werden.
Wenn das Ilisu-Projekt umgesetzt wird, wird es zu den von uns seit  langem kritisierten negativen sozialen, kulturellen und ökologischen  Resultaten 
kommen. Die Region, in der der Staudamm geplant wird, ist für die  Zivilisationsgeschichte der Menschheit von unschätzbarem Wert. Hunderte 
archäologisch wertvolle Stätten im Tigris-Tal, darunter die antike Stadt Hasankeyf, werden damit unter Wasser gesetzt. Das Ilisu-Projekt wird  
55.000 Menschen aus ihren angestammten Wohnorten in die Armut treiben  und in den Städten zu einer Vermehrung sozialer und wirtschaftlicher 
Probleme führen. Das Tigris-Tal, das für unsere Region von großem Wert  ist und eines der letzten intakten Fluss-Ökosysteme 
darstellt, wird mit  seinem Reichtum an Pflanzen und Lebewesen vernichtet werden.
Als Initiative zur Rettung von Hasankeyf verurteilen wir das geplante  Abkommen aufs schärfste. Wir fordern erneut die Regierungen  Deutschlands, 
Österreichs und der Schweiz dazu auf, ihre Kreditgarantien zurück zu  nehmen, und die europäischen Banken, keine Kredite zu vergeben. Für  
alle negativen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ilisu-Projekt sind  ebenso wie die türkische Regierung und die türkischen Firmen die  
uropäischen Regierungen, Firmen und Banken verantwortlich.
Unser Kampf wird unvermindert auch nach Beginn des Ilisu-Projekts  weitergehen, solange bis das Projekt gestoppt wird.
Der Tag, an dem die europäischen Länder, die das Staudammprojekt  finanzieren, der Kreditvergabe und der Kreditgarantie zustimmen, wird 
als  schwarzer Tag in ihre eigene Geschichte eingehen.
Initiative zur Rettung von Hasankeyf

    
Rückfragen: Ercan Ayboga,  e.ayboga@gmx.net
hasankeyfgirismi@gmail.com

    
LINK:
www.hasankeyfgirisimi.com
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Wer ist die Initiative zur Rettung von Hasankeyf?

    
Die Initiative zur Rettung von Hasankeyf wurde im Januar 2006 in den  vom Ilisu-Staudamm betroffenen Provinzen gegründet, nach dem das 
Ilisuprojekt von der türkischen Regierung kurz zuvor wieder angekündigt wurde.  Das Ziel der Initiative ist es, den geplanten Ilisu-Staudamm zu  
stoppen, weil dieser für die Region in sozialer, kultureller und ökologischer  Hinsicht viele Verluste und sehr geringen Nutzen bringen wird.  
Stattdessen wird eine regionale Entwicklung gefordert, welche die Betroffenen  mit einbezieht. 72 Mitgliederorganisationen vertreten praktisch 
alle  Spektren der betroffenen Gesellschaft (Kommunen, soziale, kulturelle,  Umwelt- und Frauen-NGOs, 
Berufsorganisationen, Gewerkschaften etc.). 
-- 
Mag.a Mary Kreutzer, Tel.: 0699-19135484
DI Ulrich Eichelmann, Tel.: 0676-83488279
Mag. Thomas Wenidoppler, Tel.: 0650-8225200
KoordinatorInnen der ECA-Watch und der Stop-Ilisu-Kampagne
www.eca-watch.at

    
AGEZ, WWF, FIAN, Verein Kurdischer StudentInnen, Global 2000,
Koordinierungsstelle der Österr. Bischofskonferenz, Attac,
Gesellschaft für bedrohte Völker und WADI Österreich.
 
Adresse:
Global 2000
Neustiftgasse 36
1070 Wien
Tel. ++43/(0)1-812 57 30-46 
 
eca-watch-austria@gmx.at
 
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