Syrien: Absurde Vorwürfe gegen Maschal Tamo
Syrisch-kurdischem Menschenrechtler droht lebenslange Haft mit Zwangsarbeit

 

GESELLSCHFAT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG, Göttingen, den 22.09.2008



Syrien: Absurde Vorwürfe gegen Maschal Tamo
Syrisch-kurdischem Menschenrechtler droht lebenslange Haft mit Zwangsarbeit

Dem syrisch-kurdischen Menschenrechtler Maschal Tamo droht nach
Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) lebenslange
Haft mit Zwangsarbeit. Nach Paragraph 298 des syrischen
Strafgesetzbuches werde ihm diese harte Strafe auferlegt, wenn das
Gericht in Damaskus ihn wegen des angeblichen Versuchs, einen
Bürgerkrieg anzuzetteln, schuldig spricht.

„Doch diese Vorwürfe, die unserem Gewährsmann jetzt gemacht werden, sind
absurd! Maschal Tamo lehnt jede Form von Gewalt zur Lösung politischer
Fragen kategorisch ab“, erklärte der GfbV-Nahost-Experte Kamal Sido am
Montag. Offenbar solle der mutige Menschenrechtler mundtot gemacht
werden. Der sechsfache Vater berichtete der GfbV regelmäßig über die
Lage der Kurden in Syrien. Ihm werde jetzt außerdem unterstellt, er habe
die staatliche Autorität und nationale Identität geschwächt und verletzt
und somit den Tatbestand von Paragraph 285 erfüllt.

Maschal Tamo war in der Nacht vom 14. auf den 15. August 2008 in der
Stadt Ain al-Arab im Norden Syriens von einer Patrouille des syrischen
Geheimdienstes verschleppt worden. Seinen Angehörigen wurde tagelang
jede Auskunft über seinen Verbleib verweigert, sein Privatwagen wurde
beschlagnahmt.

Die GfbV konnte schließlich in Erfahrung bringen, dass der
Menschenrechtler im Gefängnis al-Adra bei Damaskus in einer Zelle mit
Straftätern festgehalten wird. Zuvor hatte die GfbV Außenminister
Frank-Walter Steinmeier und seinen französischen Amtskollegen Bernard
Kouchner sowie alle EU- bzw. westeuropäischen Botschaften in Damaskus
alarmiert und darum gebeten, sich für Tamo einzusetzen. Außerdem hatte
die Menschenrechtorganisation schriftlich an den syrischen Präsidenten
Al-Assad, seinen Verteidigungs-, Justiz- und Außenminister appelliert,
Tamos Aufenthaltsort bekannt zu geben und ihn freizulassen. Die
Vertreterin der GfbV bei den Vereinten Nationen hatte sich beim
Repräsentanten der Syrischen Arabischen Republik in New York für seine
Freilassung eingesetzt.

Für Nachfrage und Interviews steht Kamal Sido Ihnen zur Verfügung unter
Tel.  +49 (0) 551 49906-18.

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