Lerne Kurdisch, Erdoðan
Der
Artikel
von Dr. Ismet Turanlý aus Kurdistanpost
wurde übersetzt aus dem Türkischen von Xemxwar/Kurdmania.com. Nach diesem zitierten Artikel erhebt sich die Frage, ob der Regierungschef eines Landes nicht zumindest die wichtigsten Sprachen der ethnischen Minderheiten in jenem Lande zumindest ansatzweise soweit beherrschen sollte, dass er wenigstens bei Besuchen in den entsprechenden Siedlungsgebieten deren Bewohner in ihrer Muttersprache begrüßen und auch deren in dieser Sprache vorgetragenen Freuden, Sorgen und Nöte verstehen könnte, damit er sich selbst nicht als Fremdherrscher vorkommt und von den Menschen im Lande auch nicht als solcher angesehen wird. Na ja, wir haben bei seinem jüngsten Deutschlandbesuch ja auch erlebt, dass er nur ungern ein Fettnäpfchen auslässt. Und bei einem Besuch in Schweden sollte er auch bedenken, dass die Schweden sehr empfindlich sind in dieser Sache. Schließlich legen sie sehr viel Wert darauf dass die schwedischstämmige Minderheit im Nachbarland Finnland ihre Muttersprache pflegen kann, und dass dort der Staatsname auch weiterhin 'Suomi/Finland' heißt. Und wenn die deutsche Kanzlerin bei seinem nächsten Besuch so richtig pfiffig ist, lädt sie ihn erst zu einer Kahnpartie im Spreewald ein und anschließend zu einem Besuch bei der sorbischen 'Domowina' in Bautzen/Budyšin. Wer sich zum Beispiel wie der Autor das Vergnügen bereitet, eine Live-Übertragung des kanadischen Nationalparlamentes im Fernsehen zu verfolgen, wird mit Erstaunen feststellen, dass Regierungsmitglieder wie Oppositionspolitiker in ihren Reden ständig von der einen in die andere der beiden offiziellen Staatssprachen wechseln. Außerdem wird auch ständig eine Simultanübersetzung der im lokalen Sendegebiet nicht üblichen Sprache eingeblendet. Und wenn Abgeordnete der 'first nations' (von den 'Weißen' auch als 'Indianer' bzw. 'Eskimos' bezeichnet) in ihrer Muttersprache reden wollen, wird selbstverständlich auch für eine kompetente Übersetzung für die anderen KollegInnen des Hohen Hauses gesorgt. Und weil es nicht nur ökonomisch wenig sinnvoll war, in den extrem dünn bevölkerten Gebieten des ehemaligen Nordwestterritoriums eigene Universitäten einzurichten, gibt es eben eine recht ansehnliche Inuit ('Eskimo') Abteilung mit rund 700 Studenten (bei einer Inuit-Gesamtbevölkerung von gut 50.000) an der Universität von Regina/Saskatchewan. So wie der Autor dieses Artikels freundlich durch die Institute geleitet und einer ganzen Reihe von DozentInnen und StudentInnen vorgestellt wurde, wird sicher der Ministerpräsident des Staates Türkei nicht schlechter behandelt werden, wenn er sich beim nächsten Staatsbesuch in Kanada ein eigenes Bild davon machen möchte. Und wenn er dann immer noch meint, es wäre unsinnig für jede ethnische Minderheit deren Muttersprache zu berücksichtigen, wenn nur geringe Zahlen solcher MuttersprachlerInnen vorhanden wären, empfiehlt der Autor auch einen Besuch in den Nordewestterritorien selbst, wo er sich über Sprachpflege informieren lassen kann: In den Nordwest-Territorien gibt es elf Amtssprachen, mehr als in allen anderen Provinzen und Territorien. Es sind dies Chipewyan, Cree, Englisch, Französisch, Gwich'in, Inuinnaqtun, Inuktitut, Inuvialuktun, North Slavey, South Slavey und Dogrib. Einwohner haben das Recht, sich in diesen Sprachen an Gerichte und an Regierungsstellen zu wenden. Jedoch sind Gesetze nur in der englischen und französischen Fassung rechtlich bindend. Gesetze und andere Dokumente werden nur übersetzt, wenn dies ausdrücklich gewünscht wird. (Quelle: Wikipedia) Quelle des Artikels: http://www.kurdmania.com/News-sid-Lerne-kurdisch-Erdo-287-an-784.html
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