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Übersetzungen
aus den Tagesberichten der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) und weitere
Informationen Woche
26 Gündem,
25.06.2007 Verurteilung
von DTP-Funktionären Am
22. Juni beendete die 8. Kammer
des Landgerichtes Adana das Verfahren gegen
Kerem Ugur, ehemaliger Vorsitzender der DTP in Adana, und den
DTP-Funktionär Abdullah Izgi, das wegen der Verwendung des Ausdrucks
"Sayin (höfliche Form der Anrede, entspricht "verehrter
Herr")" in Bezug auf Abdullah Öcalan bei einer Presseerklärung
am 1. Dezember in Adana eingeleitet worden war.
Das Verfahren war unter der Beschuldigung der "Propaganda für
eine illegale Organisation" eingeleitet worden, in seinem Abschlussplädoyer
forderte der Staatsanwalt jedoch eine Verurteilung wegen "Lobens einer
Straftat und eines Straftäters“. Das Gericht verurteilte die Angeklagten
zu 10 Monaten Haftstrafe. Gündem,
24./25.06.2007 Gerichtsverfahren
wegen Buchstaben "w" Gegen
die Vorstandsmitglieder der DTP in Van wurde ein Gerichtsverfahren
eingeleitet, weil sie bei einer schriftlichen Presseerklärung am 5. April
den Buchstaben "w" benutzt hatten. Die Anklage fordert eine
Verurteilung der DTP-Vorstandsmitglieder Veysi
Dilekci, Yusuf Dündar, Necmi Kalcik und Hatice Tokluicten wegen
Verletzung des Gesetzes über das türkische Alphabet. Das Verfahren wird am
Friedensgericht Van durchgeführt. Radikal-Gündem-Zaman-Yeni
Safak, 23./24./25.06.2007 Kampfhandlungen
und Überfälle im Südosten Berichten
der Zeitung Yeni Safak zufolge starb bei Kampfhandlungen am 24. Juni nahe
der Stadt Bayrambasi im Kreis Silvan (Diyarbakir) ein Dorfschützer, und ein
Dorfschützer wurde verletzt. Offiziellen Angaben zufolge wurden zwei Dorschützer
verletzt. Bei den darauf folgenden Operationen
wurden Berichten zufolge 2 HPG-Militante getötet.
Die
HPG gab bekannt, dass bei Kampfhandlungen am 21. Juni in der Region Bestler
Dereler nahe Sirnak 3 Soldaten getötet und 3 Soldaten verwundet wurden.
Weiterhin wurde bekannt gegeben, dass im Kreis Semdinli (Hakkari) am 18. Juni
2 Soldaten getötet wurden. Die
HPG wies Angaben über die Tötung von 2 HPG-Militanten im Kreis Eruh
(Siirt) zurück. Bei
einer Kampfhandlung am 21. Juni nahe dem Dorf Baylik (Tunceli) starben 2
HPG-Militante und ein Unteroffizier und ein Sergeant wurden verletzt.
Am
23. Juni wurde mit einem Öl-Tankfahrzeug ein Selbstmordanschlag auf die
Karsilar-Gendarmerie-Station in Tunceli durchgeführt. Der Fahrer Hüseyin
Tamer und ein HPG-Militanter starben bei der Explosion.
Bei
Kämpfen im Kreis Cemisgezek (Tunceli) starben Berichten zufolge 3
HPG-Militante und 3 Soldaten wurden verwundet.
3
HPG-Militante wurden Berichten zufolge bei einer Operation getötet, die auf
dem Cilo-Berg nahe dem Kreis Yüksekova
(Hakkari) durchgeführt wurde. Bei
einer Kampfhandlung am 24. Juni im Kreis Yayladere (Bingöl) wurden 3
Soldaten verwundet. Evrensel,
26.06.2007 Verurteilungen
in Hizbullah-Verfahren Am
25. Juni beendete die 5. Kammer
des Landgerichtes Diyarbakir das Gerichtsverfahren gegen 11 Personen, die
der "Mitgliedschaft in der Hizbullah" und "Ermordung von 24
Personen, Verletzung von 21 Personen und Beteiligung an mehreren
Bombenangriffe zwischen 1992 und 1994" angeklagt waren.
Das Gericht verurteilte Ihsan Baran, Nasit Tutar, Murat Salur, Asif Günes,
Hasan Süsli, Idris Simsek, Mehmet Cigdem, Mesut Tunce, Hüsamettin Cicek
und Mehmet Halil Tas zu erschwerter lebenslanger Haft. Die Haftstrafen
wurden wegen guten Verhaltens während der Gerichtsverfahren in lebenslange
Haftstrafen umgewandelt. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Bianet,
27.06.2007 Gerichtsverfahren
gegen Journalisten Der
Staatsanwalt von Diyarbakir leitete ein Gerichtsverfahren gegen Sait
Bayram, den Herausgeber der in Diyarbakir herausgegebenen Zeitung Söz, und
den Korrespondenten der Zeitung Firat
Avci ein unter der Anklage der "Beleidigung eines
Staatsbediensteten" gemäß Artikel 125 TStGB. Sie waren am 19. Juni
wegen eines Berichtes über einen Fall von Korruption wegen "Veröffentlichung
unwahrer Nachrichten" inhaftiert worden. Das
Gerichtsverfahren wird am 20. Juni
an der 2. Kammer des Amtsgerichtes Diyarbakir beginnen.
Gündem,
26.06.2007 Urteil
im Verfahren gegen DTP-Funktionäre Am
25. Juni beendete
das Friedensgericht in Tatvan das Verfahren gegen 18 Funktionäre der
geschlossenen Partei DEHAP, die zu dem Treffen in Gemlik (Bursa) gehen
wollten, um gegen die Haftbedingungen von Abdullah Öcalan zu protestieren.
Dies war ihnen nicht erlaubt worden, und sie mussten nach Bitlis zurückkehren.
17 Angeklagte wurden freigesprochen. Sebahattin Özel, der Vorsitzende der
DEHAP in Bitlis, wurde wegen "Lobens einer Straftat und eines Straftäters"
in seiner Rede nach der Rückkehr nach Bitlis zu einem Monat Haft
verurteilt. Die Haftstrafe wurde in eine Geldstrafe von 600 YTL umgewandelt.
Radikal-HRFT,
26.06.2007 Studenten
von der Universität suspendiert
30
Studenten der Mersin Universität wurden wegen eines Ereignisses im Dezember
2006 vorübergehend von der Universität suspendiert, 28 Studenten für ein
Jahr und 2 Studenten für ein Semester. Am
29. November 2006
hatten Rechtsgerichtete kurdische Studenten angegriffen. Am
19. Dezember
verteilten linksgerichtete Studenten Flugblätter, in denen sie den Angriff
verurteilten. Die Gruppe wurde von den Rechten wieder angegriffen und Ahmet
Cebba wurde dabei mit einem Messer verletzt. Am
20. Dezember
machten die Studenten eine Presseerklärung, bei der die Polizei sie
gewaltsam auseinander trieb. Gündem-Atilim,
26./27.06.2007 Festnahmen
und Verhaftungen M.S.Y.
und M.Y.T. wurden Berichten zufolge bei Operationen am 25. Juni in Van unter
der Beschuldigung der "Mitgliedschaft in der
Hizbullah" festgenommen. Zwei
Mitglieder der "Plattform Freie Revolutionäre Klasse" wurden am
23. Juni in Istanbul festgenommen. Ahmet
Kirgil, ein Mitglied der Sozialistischen Plattform der Unterdrückten (ESP),
wurde am 26. Juni festgenommen, als er im Sincan F-Typ-Gefängnis einen
Besuch abstatten wollte. Berichten zufolge soll es einen Haftbefehl gegen
ihn gegeben haben. Kirgil
wurde noch am selben Tag freigelassen. Am
26. Juni wurden in Mersin die Mitglieder der Sozialistischen Plattform der
Unterdrückten (ESP) Esra Yangin, Celal Mezarci und Deniz Tok festgenommen. Radikal,
27.06.07 (Übersetzung: Istanbul Post) Ermittlungen
gegen Gericht wegen Semdinli Verfahren Das
3. Große Strafgericht ist im vom Kassationsgerichtshof zurückverwiesenen
Verfahren zum Bombenanschlag in Semdinli nicht der Auffassung des
Kassationsgerichtshofes gefolgt, dass das Verfahren vor einem Militärgericht
geführt werden müsse. Auf Antrag der Verteidigung wurden nun zwei
Inspektoren des Justizministeriums beauftragt, zu ermitteln, ob ein Verstoß
gegen Dienstverpflichtungen der Richter besteht. Die Strafprozessordnung
sieht vor, dass sich die Gerichte dem Spruch des Kassationsgerichtshof in
Fragen der gerichtlichen Zuständigkeit beugen müssen. (Am 28. Juni meldet
"Zaman", dass der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte eine
Versetzung der Mitglieder der zuständigen Kammer angeordnet habe.) Radikal,
27.06.07 (Übersetzung: Istanbul Post) Kassationsgerichtshof
entscheidet gegen "ökumenischen" Titel des griechischen
Patriarchats Im
Rechtsstreit zwischen dem bulgarischen Patriarchat und dem
griechisch-orthodoxen Patriarchat Istanbul kam der Kassationsgerichtshof zu
dem Urteil, dass der "ökumenische" Anspruch des griechischen
Patriarchats über keinerlei gesetzliche Grundlage verfüge und
dementsprechend rechtswidrig sei. Dieser Anspruch sei auch durch den
Lausanne Vertrag nicht gedeckt. Auch ließe die türkische Verfassung
aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes Sonderrechte für Minderheiten zu. Radikal,
21.06.07 (Übersetzung: Istanbul Post) Zugehörigkeit
der Aleviten zum Islam beschäftigt Verwaltungsgerichtshof Die
Zurückweisung der Förderung alevitischer Cemevler durch die Staatskanzlei
ist Gegenstand einer Sammelklage von 2.000 Aleviten geworden. Als Grund für
die Zurückweisung des Antrags Zuweisung von Geld und Planstellen erklärte
für die Staatskanzlei der Vizepräsident des Amtes für religiöse
Angelegenheiten Prof. Saim Yeprem, dass die Aleviten eine Konfession
innerhalb des Islams seinen. Ein Rechtsvertreter der Regierung führte außerdem
aus, dass die religiösen Leistungen für Muslime alle islamischen
Konfessionen in gleicher Weise erfassten. Dieser Auffassung zufolge handelt
es sich bei den Cemevler nicht um religiöse Stätten, sondern um
"besondere religiöse Stätten".
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