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Enthüllungen
Türkei
beschlagnahmt Karl May Bücher und nennt diese »terroristische Literatur«
Udo
Ulfkotte
Die
Türkei behauptet, sie gehöre dem europäischen Kulturkreis an. Und sie
will deshalb unbedingt Mitglied der Europäischen Union werden. Wie viel die
Türkei von europäischer Kultur versteht, hat sie nun einmal mehr bewiesen:
sie ließ eine komplette Ladung von Karl-May-Büchern beschlagnahmen und
beharrt darauf, es handele sich um »terroristische Literatur«.
Der
sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz ist derzeit
nicht sonderlich gut auf die türkische Regierung zu sprechen.
Wahrscheinlich werden sich bald schon aber noch weitaus mehr Sachsen
verwundert die Augen reiben, denn einer der weltweit bekanntesten Sachsen
gilt nun in der Türkei offiziell als Terrorist: Karl May. Der 1912 in
Radebeul verstorbene Reiseschriftsteller zählte über Jahrzehnte hin zu den
meistgelesenen Schriftstellern Deutschlands. Seine Bücher wurden in 33
Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von mehr als 200
Millionen. In der Türkei aber stehen die Bücher von Karl May von sofort an
auf dem Index. Und es wurde eine komplette Lieferung mit Karl-May-Büchern
beschlahnahmt.
Der
Grund: Karl May hatte ein Buch Durchs wilde Kurdistan genannt –
und das Wort Kurdistan ist in der Türkei offiziell verboten. Das haben die
Türken nun nach fast 100 Jahren mitbekommen. Aus türkischer Sichtweise
gibt es Kurdistan gar nicht. Und wer das Wort »Kurdistan« dennoch
gebraucht, der ist ein »Terrorist«. So steht also nun einer der größten
deutschen Reiseschriftsteller in der Türkei auf dem Index.
Und
der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz hat seine
Wut darüber in einem Brief zum Ausdruck gebracht, den er nun an den türkischen
Botschafter in Deutschland, Ahmet Acet, geschrieben hat. Wie es derzeit
aussieht, wird der türkische Zoll die »Terroristenliteratur« so schnell
nicht wieder herausgeben. Dann wird sich die Europäische Union mit dem
Thema befassen müssen. Und die Türkei wird sich dort erklären lassen müssen,
dass der vor fast hundert Jahren verstorbene deutsche Reiseschriftsteller
ein großer Freund des türkischen Volkes gewesen ist. Vielleicht werden ja
auch deutsche Medien einmal über die aktuellen Erlebnisse des Karl May in
der Türkei berichten - bislang verschweigen sie das Thema, vielleicht
wollen sie ja mit einem »Terroristen« nichts zu tun haben ...?
Montag,
09.06.2008
Kategorie:
Allgemeines, Enthüllungen, Akte Islam, Politik, Terrorismus
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