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„Wenn
kurdisch sprechen eine Straftat ist…“
In
einer gemeinsamen Erklärung haben alle 54 DTP-Bürgermeister in der Türkei
ihre Unterstützung für den des Amtes enthobenen Bürgermeister des
Distriktes Diyarbakir-Sur Abdullah Demirbas ausgesprochen. In der von Oberbürgermeister
Osman Baydemir verlesenen Erklärung heißt es: „Niemand sollte daran
zweifeln, dass wir sowohl im Alltagsleben als auch bei bestimmten
Dienstleistungen die kurdische Sprache, die Teil des Reichtums der Türkei
ist, weiterhin benutzen werden. Wenn es eine Straftat darstellt, kurdisch zu
sprechen, dann begehen wir diese Straftat täglich und werden es weiter
tun.“
Abdullah
Demirbas war vom Oberverwaltungsgericht abgesetzt worden, weil er Türkisch
nicht als einzige Amtssprache nutzen wollte. Gleichzeitig wurde der
Gemeinderat von Sur aufgelöst. Dieser hatte mit 17 gegen 7 Stimmen
beschlossen, in der Verwaltung neben Türkisch auch andere Sprachen zu
gebrauchen. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass 72 Prozent der Einwohner
von Sur Kurdisch sprechen, aber nur 24 Prozent Türkisch. Kleinere Gruppen
sprechen zudem Arabisch, Armenisch oder Aramäisch.
Abdullah
Demirbas hatte die Entscheidung zur Einführung einer mehrsprachigen
Verwaltungsarbeit in Sur mit der Unabhängigkeit der kommunalen Verwaltung
begründet und auf die türkische Verfassung und internationale Verträge
verwiesen. Nun will er in Strassburg am Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte klagen. Die Entscheidung, eine mehrsprachige Verwaltung
einzuführen, sei kein Versuch gewesen die Türkei zu spalten, sondern sie
zu einen.
Quelle:
ANF, 16.06.2007, ISKU
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