Erfahrungsbericht über Frauenbildungsarbeit
Kurdische Frauen und ihr Integrationsversuch in der Migration
 
 
 
Xunav Haco (Khonaf Hajo) 
 
 
         
 
 
Die Frauenbildungsarbeit unter meiner organisatorischen Leitung umfasst ein umfangreiches Angebot in den Bereichen Sprachförderung, Sozialberatung, Politik, Gesundheit und Bewegung für Mädchen und Frauen. Des Weiteren gibt es spezielle Angebote für junge Mädchen und Seniorinnen.
 
Xurbat kommt aus Kurdistan und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland. Seit sieben Jahren sucht sie Rat und Unterstützung. Über den Kontakt zu einigen Frauen aus unserer Frauenbildungsarbeit hat sie den Weg zu uns gefunden. Probleme in der Ehe, in der Erziehung der Kinder, insbesondere mit der Schule und nicht zuletzt finanzielle Sorgen führen sie regelmäßig in unsere Einrichtung - speziell zu mir als Ansprechpartnerin. Sie ist auf unsere Hilfe angewiesen, da es ihr immer wieder schwer fällt, getroffene Entscheidungen eigenständig in die Tat umzusetzen. Sie ist  eine unter vielen Frauen, die vergleichbare Schwierigkeiten haben.
 
Innerhalb der Kurse und Veranstaltungen fassen die Teilnehmerinnen Vertrauen und wenden sich mit ihren alltäglichen Problemen an unsere Mitarbeiter. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Beratung und Unterstützung bei familiären Problemen und Fragen der Berufsplanung. Die Frauenbildungsarbeit  findet in Form von mehrwöchigen Kursen, Wochenendseminaren oder Einzelveranstaltungen statt.
 
Immer wiederkehrende Veranstaltungen – die zum Programm der Volkshochschule gehören - sind Gesprächskreise für kurdisch/arabisch/persisch sprechende Frauen, für Flüchtlingsfamilien und andere Ausländerinnen in Bochum. Diese multikulturellen Gesprächskreise dienen dem Austausch von Erfahrungen. Ein besonderes Ziel dieser Gesprächskreise ist es, das „Kurdenproblem“ von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen, es dann zu beleuchten und durch das Austauschen von unterschiedlichen Erfahrungen, Möglichkeiten aufzuweisen und Verständnis zu erzeugen.
 
In diesen Kursen sollen unter anderem die deutschen Sprachkenntnisse verbessert werden, um den Umgang im Alltag zu erleichtern. Wichtig ist das besonders für Mütter, damit sie ihre Kinder in der Schule und bei der Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit unterstützen können. Darüber hinaus erhalten die Mütter Hilfe und Beratung bei Konflikten im schulischen Bereich.
Neben diesen Aspekten sind Integrationskurse auch durch die Politik verpflichtend gemacht worden. Kernstück der Bundesmaßnahmen ist der Integrationskurs mit einem Umfang von 630 Unterrichtsstunden. Dieser besteht aus einem Sprachkurs zur Vermittlung ausreichender Sprachkenntnisse sowie einem Orientierungskurs zur Vermittlung von Wissen zur Rechtsordnung, Geschichte und Kultur in Deutschland. Die im Zuwanderungsgesetz enthaltenen Regelungen sind in der „Intergrationskursverordnung“ konkretisiert worden, die eine bundeseinheitliche Durchführung der Integrationskurse gewährleisten soll. Die damit einhergehende Neuordnung ist ein entscheidender Fortschritt gegenüber der bisherigen Sprachförderung des Bundes.
 
Im Allgemeinen kamen Alphabetisierungskurse nur sehr schleppend zustande. Dies lag einerseits daran, dass in bevölkerungsarmen Gegenden nicht genügend Teilnehmer Interesse zeigten und andererseits, weil sich die Betroffenen nicht immer als Analphabeten „outen“ wollten. Diese Problematik lag auch in Bochum bis 2005 vor. Nahmen anfangs trotz eines vorhandenen Angebots kaum Kurdinnen an den Alphabetisierungskursen teil, weil die Familie und ihre Kultur für sie im Vordergrund standen, so hat sich diese Tatsache innerhalb der letzten beiden Jahre stark verändert. Angestoßen durch die Verpflichtung seitens des Staats haben mittlerweile viele kurdische Frauen die Wichtigkeit erkannt, Lesen und Schreiben zu lernen, da sie dadurch ihre eigene Persönlichkeit fördern und am Alltagsleben besser teilnehmen können. Insgesamt sind die Teilnehmerinnen höchst motiviert. Allerdings fällt den Analphabetinnen das Lernen sehr schwer, da sie die meisten nie zuvor mit schulischer Bildung in Berührung gekommen sind und sie häufig tiefe traumatische Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit verfolgen. Einen Unterschied zwischen Kurdinnen und anderen Nationalitäten in Bezug auf die Analphabetinnenproblematik  gibt es nicht. Die Probleme sind generell vergleichbar. Die Frauen waren es nicht gewohnt eigenständig, ohne die Hilfe ihrer Männer, Brüder oder Kinder zu handeln und ihnen war der Stellenwert von Sprache nicht bewusst.
 
Zusätzlich zu den Alphabetisierungskursen werden in unserer Einrichtung auch Aufbau- und Fortgeschrittenenkurse angeboten, die von Frauen besucht werden, welche bereits eine Schulbildung genossen haben und es somit leichter haben, die fremde Sprache zu erlernen. Die Kurse setzen sich in der Regel zur Hälfte aus Kurdinnen zusammen, die schnell und motiviert die deutsche Sprache erlernen. Die Chance auf Integration ist für diese Frauen weitaus größer, als für Analphabetinnen ohne Schulbildung. 
 
 
 
Von der Illusion zur Realität
 
Wie groß jedoch der Schritt von der Illusion über ein besseres Leben hin zur Realität ist, zeigen die Erfahrungsberichte von Frauen.
 
Feride ist gebürtige Kurdin und lebt seit 15 Jahren in Deutschland, davon drei Jahre in Bochum. Sie hat vier Kinder, von denen drei die Förderschule besucht haben und nun ohne Abschluss und Zukunftsperspektiven sind. Als sie erfuhr, dass auch das letzte Kind die Förderschule besuchen soll, kam sie verzweifelt zu mir. Feride selbst hat nie eine Schule besucht und kann weder lesen, noch schreiben. „Aber ich bin nicht dumm“, sagt sie und will, dass ihre Kinder hier in Deutschland mehr Ansehen erreichen als sie selbst.
 
Gerade hier ist es schwierig, den Eltern klar zu machen, dass Ratschläge oder Einschätzungen von Lehrern keine persönliche Kritik bedeuten. Feride fühlt sich in ihrer Ehre gekränkt und interpretiert den Sonderschulbesuch ihrer Kinder als eigenes Erziehungsversagen. Für sie und viele andere Migranten ist die Förderschule gleichbedeutend mit einer Schule für „Verrückte“. Die Eltern wollen unbedingt verhindern, dass ihre Kinder die Förderschule besuchen. „Nur über meine Leiche“, ist eine häufige Aussage. Auch hier versuchen wir zu vermitteln und zu erklären, wie das deutsche Schulsystem mit seinen schulischen Förderungen aufgebaut ist, und dieses Wissen in den Alltag einzubinden.
 
Im Vordergrund steht bei der Frauenbildungsarbeit die Integration in das Wohnumfeld Bochums und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Frauen. Durch aktive Freizeitgestaltung wollen wir ihnen helfen, sich aus ihrer häuslichen Isolation zu befreien. Wir versuchen den Frauen zu erklären, dass oftmals ihre Probleme in der Familienstruktur und in der eigenen Isolation begründet sind. Sie haben nicht die Chance, sich auszutauschen, zu vergleichen und Erfahrungen über ihr gesellschaftliches und kulturelles Umfeld zu sammeln. Um sie zu motivieren an den Angeboten teilzunehmen, ist der persönliche Kontakt ausschlaggebend.
 
Mit viel Einfühlungsvermögen ist es uns gelungen, Feride zu einer Teilnahme am Gymnastikkurs zu bewegen und dadurch ihre innere Blockade ein Stück weit abzubauen. Es ist wichtig für die Frauen eigene Wertschätzung zu erfahren, sich ihren Problemen gegenüber zu öffnen und an einer aktiven Veränderung ihrer Lebenssituation mitzuarbeiten. Dann sind sie auch in der Lage ihre Kinder zu unterstützen und mehr Verständnis für sie aufzubringen. Sie lernen so, dass sie zuerst sich selbst verändern müssen, bevor sie etwas anderes verändern können. Darüber hinaus haben wir mit Erfolg Frauen in Stellen des Programms „Arbeit statt Sozialhilfe“ und Fortbildungen vermittelt sowie sie auch auf Prüfungen vorbereitet.
 
Überwindung der Isolation
 
Problematisch wird eine Berufstätigkeit der Frauen, wenn sie zur Flucht aus der häuslichen Umgebung dienen soll. Plötzlich steht die eigene Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit im Vordergrund und die Kindererziehung kommt zu kurz. Unsere Arbeit hilft den Frauen, Arbeit und Erziehung zu verbinden und Prioritäten zu setzen.
 
Wie sehr die Frauen in ihrer Isolation und Unwissenheit verhaftet sind, zeigt das Beispiel von Gülbahar. Auf einem Wochenendseminar kam die Sprache auf die Schulbildung ihrer Kinder. Sie hat ganz stolz verkündet, dass alle ihre Kinder das Gymnasium besucht haben. Dies rief Erstaunen und Ungläubigkeit bei den anderen Teilnehmerinnen hervor. In einem vorsichtigen und einfühlsamen Gespräch habe ich sie über das deutsche Schulsystem aufgeklärt und sie musste einsehen, dass ihre Kinder nicht das Gymnasium besucht und nicht einmal einen „brauchbaren“ Schulabschluss erreicht haben. Gülbahar lebt seit mehr als 27 Jahren hier in Deutschland und glaubte die ganze Zeit, es gäbe für alle Kinder nur eine Schulform. Für sie brach an diesem Tag eine Welt zusammen.
Für viele Frauen sind diese Aktivitäten die einzige Möglichkeit Kontakte zu knüpfen.
Es gibt viele Fälle, in denen Frauen seit 20 Jahren hier leben und kein Wort deutsch sprechen, da in einigen Familien Frauen das Haus nicht allein verlassen dürften.
Durch die Kontakte der Beratungsstelle und die Annäherung in den Kursen ist es möglich, eine Integration der Frauen zu fördern. Dies gilt sowohl für den gesellschaftlichen Bereich als auch für die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt.
Besonders die Sprachkurse tragen zur Weiterbildung und Entwicklung bei.
  
 
 
Zum Beispiel Berivan: sie ist verheiratet, hat ein Kind und ist hier aufgewachsen. Sie hatte ebenfalls keinen Abschluss, war jedoch sehr motiviert und ehrgeizig. Trotz ihrer gesellschaftlichen Randstellung und ihren sozialen Problemen konnten wir sie in eine Maßnahme vermitteln, in der sie durch ein Blockseminar die Qualifikation zur anerkannten sozialpädagogischen Familienhelferin erlangte. Sie ist nun berufstätig und durch ihre Dreisprachigkeit in der Lage, weitflächig Beratung und Hilfe zu leisten. 
 
Frauengesprächskurse in der jeweiligen Muttersprache, aber auch in deutsch ermöglichen einen gemeinsamen Austausch und die Vermittlung von Informationen zu Themen wie Arztbesuchen, Behördengängen oder Beziehungsproblemen.
 
Einige Kurdinnen leben offiziell von ihren Ehemännern getrennt, aber im sozialen Umfeld und Bekanntenkreis soll niemand davon wissen, da sie Ablehnung und Unverständnis befürchten. Durch die Bildungsarbeit versuchen wir zwischen den Fronten zu vermitteln und zugleich die Frauen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, wie etwa bei der Regelung finanzieller Angelegenheiten. Es ist sehr viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen notwendig, um den Frauen helfen zu können. Wichtige Voraussetzungen sind dabei die Beherrschung der Muttersprache und das Wissen über die jeweilige Kultur. Diese Empathie ermöglicht es, das Leid der Frauen zu verringern und praktische Lebenshilfe zu geben.
 
Gymnastikkurs
 
Dieser Kurs wurde von mir vor 11 Jahren gegründet, um deutschen und kurdischen Frauen die gemeinsame Teilnahme an einer regelmäßigen Veranstaltung anzubieten. Zunächst war es das Ziel, den Frauen über Bewegung und Körperbewusstsein zu einer Stärkung der eigenen Persönlichkeit zu verhelfen. Über die körperliche Bewegung hinaus sollen persönliche Kontakte zwischen Frauen entstehen - eine Zielvorstellung, der ich sehr viel Bedeutung beimesse. So  bekamen sie die Möglichkeit erste Kontakte zu knüpfen, Unsicherheiten im Umgang mit Migrantinnen abzubauen und kulturelle Unterschiede durch gemeinsame Aktivitäten zu überbrücken. Am Ende jeder Veranstaltung setzen sich die Frauen bei einer Tasse Tee zu einem Informations­austausch zusammen. Besprochen werden aktuelle Geschehnisse aus dem Stadtteil und Termine für andere Veranstaltungen. Kurdische Frauen werden in besonderem Maße von uns motiviert an diesem Kurs teilzunehmen, um ihnen so die Möglichkeit zu geben Selbstbewusstsein zu entwickeln, Hemmungen gegenüber deutschen Frauen abzubauen und eine Emanzipation innerhalb der Familie, speziell gegenüber der Dominanz der Männer, einzuüben.
Anfänglich war es sehr schwer, die Migrantinnen und kurdischen Frauen gleicher maßen davon zu überzeugen, ausgerechnet an einer solchen Aktivität teilzunehmen. Da ich aber davon überzeugt war, dass diese Form “geistiger und körperlicher“ Emanzipation nicht nur den Frauen selbst zu Gute kommt, sondern in einem globaleren Kontext auch Integrationshilfe für die ganze Familie bedeutet, habe ich mich sehr für diesen Kurs eingesetzt.
Mit der Wahl der Veranstaltungszeit (10:00 bis 11.30 Uhr) wurde auch Rücksicht auf Mütter mit zu betreuenden Kindern genommen
Obwohl der Raum der Veranstaltung keine optimalen Bedingungen bietet, haben wir dennoch versucht „Gemütlichkeit“ in den Raum hineinzubringen. Aber letztendlich stehen doch die gemeinsame Bewegung nach Musik und die Kommunikation im Vordergrund.
Erstaunlich waren die positiven Rückmeldungen von den Institutionen über die Teilnahme und der Zusammenarbeit der Frauen mit ihnen.
 
 
Ein wichtiger Gesprächsstoff ist das Thema Erziehung und Schulbesuch. Auch die verschiedenen Sitten und Gebräuche aus den jeweiligen Herkunftsländern führen immer wieder zu Diskussionen. Wichtige Themen sind zum Beispiel das Heiraten, die Mädchenerziehung, die Großfamilie und auch die Angst vor der westlichen Erziehung und der damit verbundenen „Sittenlosigkeit“. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das gemeinsame Joggen etabliert. Besonders die ausländischen Frauen taten sich schwer in Sportbekleidung auf die Straße zu gehen. Sie fürchteten kulturelle Ächtung durch ihre Landsleute.
 
Doch gerade diese Frauen haben daraus einen positiven Lernerfolg erzielt, indem sie nun in anderen Situationen und anderer Umgebung wie im Kindergarten, in der Schule oder in der Freizeitgestaltung selbstbewusster auftreten können. Dieser Kurs ist Basis für viele neue Kontakte, für gegenseitige Hilfe und auch für Freundschaften. Darüber hinaus entstehen Ideen und Anregungen zu neuen gemeinsamen Aktivitäten wie internationales Kochen, ein interreligiöser Dialog oder interkulturelle Festivitäten - beispielsweise einem traditionellem Martinsessen oder dem Ramadan.
 
Selbstreflexion und Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie
 
„Wo ich sterbe, ist meine Fremde“ ist das Zitat eines Iraners, der seit 1965 in Deutschland lebt und auch den Vorsitz des deutschen PEN-Clubs innehatte. Unter diesem Motto fand eine Veranstaltung statt, bei der die Frauen Gelegenheit hatten, ihre Geschichte zu erzählen. Es ging darum, die Erfahrungen im Exil und damit auch in der Fremde zu verarbeiten. Diese Thematik brachte viele Emotionen hervor und ermöglichte lange intensive Gespräche. Auch deutsche Frauen waren Teilnehmerinnen und erzählten ihrerseits über Schwierigkeiten, die sie mit ihrem eigenen Land haben. Viele der ausländischen Frauen haben kaum Kenntnis über die deutsche Geschichte und ihre Gesellschaft. Durch den Informationsaustausch konnten viele Vorurteile aus der Welt geschafft werden. Auch politische Verhältnisse in den Herkunftsländern wurden stark thematisiert. Diese Diskussionen waren für die meisten Frauen neu und ungewohnt, da Politik in der Regel „Männersache“ ist. Doch die Frauen wurden zunehmend selbstbewusster.
 
Selbstreflexion während der gesamten Veranstaltung hat die Frauen untereinander näher gebracht, neue Perspektiven eröffnet und die eigenen Positionen verdeutlicht. Für die Frauen steht nach ihrer Emigration zunächst der Kampf um die Anerkennung und den Aufenthalt in Deutschland bevor. In dieser Phase gibt es keinen Platz für eine Annäherung mit der deutschen Kultur. Haben sie ihre Anerkennung durchgesetzt, beginnen all die Schwierigkeiten, die mit der Umstellung auf eine neue Lebensweise verbunden sind.
 
Selbstfindung zwischen zwei Kulturen
 
Problematisch für viele Frauen ist die Isolierung in ihrer neuen Umwelt. Sie haben kaum noch Bezug zu ihrem Herkunftsland, aber auch noch keine neue Identifikation mit Deutschland. Es kommt also darauf an, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und dabei Deutschland als Fremde oder doch vielleicht als Heimat zu betrachten. Das und der damit verbundene Versuch Identifikation zu schaffen, war zentraler Kern der Veranstaltung.
 
Die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur verlangt den Frauen Weltoffenheit und Toleranz ab. Doch gerade dadurch wird die Tradition und das Festhalten an der eigenen Kultur und die Vermittlung an die nachfolgenden Generationen umso bedeutsamer. Viele Frauen wissen zu berichten, dass die eigene Toleranz – im Gegensatz zu einer Haltung, die nur verbissen an die eigene Kultur akzeptiert und praktiziert - vom gesellschaftlichen Umfeld honoriert wird.
 
Eine Teilnehmerin stellte treffend fest: “Am besten, man sucht sich aus beiden Kulturen das Beste und Positive heraus und verbindet dies zu einer Kultur.“ Dies zeigt deutlich, dass alle Menschen von einander lernen können, egal aus welcher Kultur sie stammen. Keine ist besser oder schlechter als die andere. Diese Veranstaltung machte ein großes Bedürfnis zur Selbstfindung deutlich und zeigte den Spagat auf, der notwendig wird, wenn man zwischen zwei Kulturen steht.
 
„Sehnsucht kennt keine Grenzen“ war der Titel einer darauf folgenden Veranstaltung. Sehr komplex und weit gefasst wurden hier die Sehnsüchte der eigenen Biographie und Parallelen zu anderen Menschen thematisiert. Anhand von literarischen Werken von Hesse, Said und Rose haben die Teilnehmerinnen die Bedeutung von „Sehnsucht“ analysiert. Die Sehnsucht, die bei jedem verschieden ist und doch in jedem innewohnt, verbindet alle Menschen miteinander, egal welcher Herkunft sie sind. Diese Gespräche brachten die Frauen einander näher und schafften Verbindungen.
 
Für die meisten Frauen sind solche Veranstaltungen eine Befreiung vom häuslichen Alltag. Sie haben eine kommunikative Plattform auf der sie sich auch mal anders darstellen können. Es kommen Hoffnungen, Träume und auch zerstörte Illusionen zu Tage.
 
Die Frauen werden dort abgeholt wo sie stehen und gleichzeitig dazu aufgefordert ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und ein höheres Bildungsniveau zu erreichen, was Ausdrucksfähigkeit und abstraktes Denken betrifft. Sie erweitern ihren Wissensschatz und überschreiten eigene Grenzen. Damit verbunden ist immer eine Portion Mut und Ehrgeiz. Sie geben sich selbst die Chance zu erkennen, wo ihre Schwächen, aber vor allen Dingen ihre Stärken liegen.
 
Veranstaltungen zu ähnlichen Themen werden aufgrund der großen Nachfrage auf jeden Fall weiterhin stattfinden.
 
Gesundheit – Selbstbehauptung - Bewegung
 
Zum Thema „Gesundheit“ haben zwei Gynäkologinnen über die Wechseljahre der Frau referiert und anschließend mit den Teilnehmerinnen diskutiert. Es gab reges Interesse bei den ausländischen Frauen, so dass die Veranstaltung dreisprachig abgehalten wurde. Es bestanden offenkundig große Wissenslücken, aber Teilnehmerinnen wie Ärzte sprachen ungehemmt über Fragen, Probleme und Antworten. Es stellte sich heraus, dass die Frauen in dieser geschützten Atmosphäre ihre Zurückhaltung aufgaben und aufgeschlossen alles Wissenswertes in sich aufnahmen. Es wurden detailliert die Symptome zum Thema Wechseljahre und Osteoporose behandelt. Dadurch konnten etliche Fehleinschätzungen korrigiert werden. Fast alle Teilnehmerinnen kannten aus ihren Heimatdörfern Frauen die mit gebeugtem Rücken durch die Straßen liefen. Viele kannten den Begriff „Wechseljahre“ gar nicht und wussten auch nicht, dass es eine normale Lebensphase der Frau ist. Eine Frau erzählte von ihrer „kranken“ Tante, die in ihrem Herkunftsdorf in Kurdistan lebte. Jahrelang litt diese Tante unter Schweißausbrüchen, Depressionen und Lustlosigkeit. Sie lag tagelang im Bett und konnte sich an keinen Aktivitäten beteiligen. Im Verlauf der Veranstaltung realisierte die Teilnehmerin, dass die Tante nicht sterbenskrank, sondern nur in den Wechseljahren war. Sie hätte am liebsten die Zeit zurückgedreht, um mit ihrem heutigen Wissen ihrer Tante helfen zu können. Die Wechseljahre der Frau sind in vielen Kulturen tabuisiert und die Begriffe in den jeweiligen Sprachen sehr negativ behaftet. Auch in Deutschland führt der Verlust von Jugend, Gebärfähigkeit und Leistungsabfall übrigens dazu, dass Frauen in den Wechseljahren als „alt“ abgestempelt werden.
 
Viele Frauen der ersten und auch der zweiten Einwanderergeneration haben ihre Rückkehrwünsche nicht in die Tat umgesetzt und werden weit weg von ihrer Heimat ihren Lebensabend verbringen. Die damit zusammenhängenden Probleme werden in Veranstaltungen mit dem Thema „Älterwerden in der Fremde“ am Beispiel von Migrationsbiografien besprochen.
 
Für junge Mädchen gibt es die Veranstaltung „Die eigenen Stärken nutzen...“ In diesem Kurs sollen durch Gespräche, Körperübungen und gemeinsame Unternehmungen Selbsterfahrungen gewonnen und Selbstsicherheit trainiert werden. In einer anderen Veranstaltung mit dem Titel „Mein Bruder darf alles und ich nichts“ geht es ebenfalls um Selbstbehauptung in der Gesellschaft und in der Familie. Darüber hinaus lernen die Teilnehmerinnen ihre Rechte und auch Pflichten auf dem Weg in die persönliche Selbstständigkeit kennen.
 
Im Bereich Gymnastik und Bewegung gibt es die Veranstaltung „Tausend und eine Nacht – Orientalische Folklore“. Hier wird über sanfte Wahrnehmungsübungen Körpererfahrung mit der Lust am Tanzen kombiniert. Wichtig ist, dass die Mädchen mit Migrationshintergrund den Bezug zu ihrer traditionellen Folklore nicht verlieren. Durch das gemeinsame Tanzen mit Deutschen und Nichtdeutschen lernen sich die verschiedenen Mädchen kennen und der Bekanntenkreis wächst über das lokale Umfeld Bochums hinaus.
 
 
Hilfe zur Selbsthilfe von Frauen für Frauen
 
Ronahi e.V. wurde direkt nach dem Golfkrieg von kurdischen und deutschen Frauen aus Bochum gegründet. Die Motivation, die zur Gründung dieses Vereins führte, war die Fluchtwelle die durch Saddam Hussein verursacht wurde. Ein Beispiel, welches den enormen Bedarf für die Gründung eines solchen Vereins, in dem Solidarität und Hilfe geleistet werden konnte, deutlich macht, ist eine Veranstaltung, zu der fast 1000 Frauen erschienen sind und aktiv teilgenommen haben. Die Frauen haben von Musik über Essen bis hin zu Unterhaltungsprogramm, Diskussionen und Vorträgen, also das ganze Rahmenprogramm, selbständig organisiert. Leider ließ die Motivation der kurdischen Frauen, solche Aktionen zu organisieren und auch an ihnen teilzunehmen, sehr schnell nach. Letztlich blieben nur noch 3 Vorstandsmitglieder übrig. Die Gründe dafür wurden kulturell begründet. Dennoch konnte trotz der geringen Mitgliedszahl eine so genannte Patenschaft organisiert werden. 15 deutsche Familien unterstützten zwei Jahre Lang   15 verwitwete Frauen mit ihren Kindern in Kurdistan. Diese Erfahrung zeigt, dass es - wenn man etwas schaffen will - nicht nur auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt: Der Wille zählt! Und so ist zurzeit ein Verein im Aufbau, der sich gegen Ehrenmorde und Zwangsheirat einsetzt. Die Gruppe ist zwar nicht groß, aber der Wille etwas zu leisten ist vorhanden.
 
 
 
Weitere Angebote
 
Daneben gab es noch eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen:
 
·        Einen Vortrag über kurdisches Leben in Südkurdistan
·        Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Meine Heimat, meine Fremde“
über Erfahrungen und Probleme miteinander, die sich an deutsche und nichtdeutsche in Bochum Lebende richtete
·        Einen Vortrag über die Geschichte der kurdischen Sprache
·        Ein Wochenendseminar unter dem Motto „Integration ist Frauensache“
     
Es haben insgesamt 20 Frauen im Alter zwischen 28 und 50 Jahren teilgenommen. Etwa 10 Teilnehmerinnen von ihnen waren deutsche Frauen. Hier konnten die Frauen zusammen neu Erfahrungen sammeln und Austauschen. Als die Biografien erzählt würden ist allen klar geworden, dass solche Veranstaltungen sehr wichtig sind um, eine Grundlage für die  Diskussion zu schaffen. Die Kurdischen Frauen konnten erfahren dass. Die Modernen Deutschen Frauen Lange in vielen Bereichen
nicht Emanzipiert und auch ungleich berechtigt sind. Allerdings würde den kurdinnen  klar ,dass Ihnen die Opfer Rolle nicht viel bringt und sie damit bewusster umgehen  wollen. Dieser Gruppe haben weitere Termine unter einander vereinbart,um weiter hin Ihr wertvolles wissen untereinander auszutauschen und gemeinsam  eine Brücke schlagen für eine gelingende Integration.    
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Die letztgenannten Veranstaltungen stellten insbesondere einen Beitrag zur Integration kurdischer Migrantinnen dar. Sie richteten sich nicht nur an kurdische Frauen, sondern auch an Pädagogen, an die Mitglieder der Gemeinden und sonstige Interessenten. Es zeigte sich, dass viele Frauen aufgrund der jahrelangen Unterdrückung und des Verbotes der kurdischen Sprache nicht viel über ihre eigene Sprache wissen, obwohl es wichtig wäre sie als Teil der eigenen Identität zu begreifen und an die Kinder weiter zu geben. Dies stellt eine weitere Erkenntnis der Ungleich berechtigung zwischen migrierten Männern und Frauen in Deutschland dar.
 
Zum Thema „Internationale Küche“ gibt es immer variierende Angebote. Dabei geht es nicht alleine ums Kochen, sondern um die Nahrungsmittel an sich und die Art und Weise der Zubereitung sowie die Essgewohnheiten. Diese sagen viel über die sozialen, klimatischen und politisch–religiösen Bedingungen der jeweiligen Länder aus.
 
Wochenendseminare unter dem  Motto „Leben in der multikulturellen Gesellschaft“ sollen für Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern die Möglichkeit zum Austausch über ihre Lebenssituation hier in Deutschland bieten. In konzentrierter Form können Bereiche wie Kindererziehung, Pubertät, Identität, Familien- und Beziehungsprobleme erörtert werden. Dieselbe Veranstaltung wird auch speziell für kurdische Frauen angeboten, um über ihre besondere Situation zu diskutieren. Dabei wird über die Muttersprache, soziale Benachteiligung, Identitätsfindung zwischen zwei Kulturen und über das Heimatland Kurdistan und seinem politischen Zerfall gesprochen.
 
Diese Wochenendseminare bieten Gelegenheit, mit Frauen aus den verschiedenen Teilen Kurdistans zu sprechen und den Kontakt auf andere Länder auszuweiten. Die Kursleiterinnen sind geschulte Kräfte aus den Bereichen der (interkulturellen) Pädagogik, wie zum Beispiel Lehramt, Sozialarbeit und Erziehung. Aber auch ehrenamtliche Multiplikatorinnen, die aufgrund jahrelanger Erfahrung, regelmäßiger Kursteilnahme und Fortbildungen mit viel Engagement selbst zu Kursleiterinnen geworden sind, spielen bei unseren Veranstaltungen zunehmend eine größere Rolle.
 
Vertrauen als Grundlage der Arbeit
 
Wichtig ist und bleibt der persönliche Kontakt zu den Frauen. Kontinuierliche und gezielte Ansprache und Motivierung von Frauen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, macht ebenfalls einen großen Teil unserer Arbeit aus. Viel Sensibilität ist notwendig, um die Frauen fördern zu können. Aber gesellschaftliche Ächtung und Verbote von Ehemännern stehen dem entgegen. Frauenbildungsarbeit kann nur auf Vertrauensbasis erfolgreich sein.
 
Die integrative Arbeit mit den Frauen und die Beratungsarbeit tragen zu einem friedlichen Umgang innerhalb des Stadtteils bei. Die Frauen bekommen praktische Lebenshilfe und Informationen. Probleme im Umfeld können so früh erkannt und besprochen werden.
 
Heute können wir auf eine fortschreitende Entwicklung zur Selbstständigkeit der Frauen zurückblicken. Noch immer ist der Weg mühsam. Viele Frauen sind weiterhin in ihre traditionelle Rolle eingebunden, wollen aber ausbrechen. Wir unterstützen sie und regen sie dazu an, ihre Wohnungen zu verlassen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und sich weiterzubilden. Nur so kann Integration positiv verlaufen. Natürlich sind auch die innere Einstellung und der Wille zu Veränderungen wichtige Voraussetzungen für eine positive Integration.
 
Ein weiteres Beispiel:
 
Zeynep lebt seit einem Jahr mit ihren zwei Kindern hier in Deutschland. Ihr Mann ist vor fünf Jahren nach Deutschland vorausgegangen, um für die Familie vorzusorgen. Er hat Asyl bekommen und auch Arbeit gefunden. Dann wurde er arbeitslos und bezieht nun Arbeitslosengeld. Anfangs kam Zeynep regelmäßig und hoch motiviert zu uns in den Sprachkurs. Doch nach einiger Zeit blieb sie weg und wir hörten nichts mehr von ihr.
Als Zeynep in Deutschland eintraf, hat sich ihr Mann von ihr abgewandt, sie sehr schlecht behandelt und auch finanziell sehr eingeschränkt. Nachdem er sie auch körperlich misshandelt und aus der Wohnung geworfen hatte, suchte sie verzweifelt Unterschlupf bei ihrem Schwager. Doch dieser wollte sie nicht bei sich aufnehmen und gab ihr die Schuld am Scheitern der Ehe. Zeynep versuchte bei einer kurdischen Nachbarin unterzukommen und diese Frau brachte sie zu mir.
Zeynep hatte zunächst aus Scham über ihre Problem geschwiegen und gehofft, alles werde sich von selbst regeln. Es ist in der kurdischen Tradition nicht üblich, sich mit Eheproblemen nach außen zu wenden. Doch Zeynep war überaus verzweifelt und wusste nicht wohin - ohne Wohnung und ohne Geld. Unterstützung innerhalb der Familie konnte sie nicht erwarten. Da sie noch nicht lange in Deutschland lebte, hatte sie noch kein eigenes soziales Netzwerk oder Freundschaften entwickeln können, und so glaubte ihr niemand und alle gaben ihr die Schuld.
Ich konnte sie beruhigen und ihr neuen Mut geben, indem ich sie über die Rechtslage in Deutschland aufklärte. Die Möglichkeit einer Scheidung und finanzielle Absicherung war für Zeynep wie ein Wunder. Ich bat sie allerdings, zunächst noch mal mit ihrem Mann zu reden und ihm diese Möglichkeit zu eröffnen. Ich versicherte ihr, dass im Falle einer Trennung ER die Wohnung verlassen muss und sie mit den Kindern dort verbleiben kann. Am nächsten Tag richteten wir gemeinsam ein Bankkonto für Zeynep ein.
Das Zeynep bei uns in der Beratung war, ist einigen kurdischen Frauen in der  (Bochumer Wohnviertel) nicht entgangen und die Angst vor Ächtung und Beschimpfungen war sowohl bei Zeynep als auch bei der Bekannten, die Zeynep zu mir gebracht hatte, groß. Wir verhielten uns jedoch geschickt und verließen die Beratungsstelle durch verschiedene Ausgänge, wobei ich beiden Frauen empfahl, meine Anwesenheit im Büro zu leugnen.
 
Wie es so oft der Fall ist, nachdem die administrativen Gänge zufriedenstellend erledigt sind, entfalten sich die Frauen und blühen regelrecht auf. Mit kindlicher Freude und Begeisterung genießen sie ihre neu gewonnene Freiheit und schmieden vorsichtig neue Lebenspläne.
 
Mirvat lebt seit über zwanzig Jahren in Deutschland, ist verheiratet und hat fünf Kinder. Sie lebt in einem sehr traditionellen Haushalt, ist aber gleichzeitig sehr aufgeschlossen gegenüber der deutschen Kultur. Sie begann bei uns mit Sprachkursen, an denen sie regelmäßig und aktiv teilnahm. Sehr schnell konnten wir Mirvat für eine stundenweise Kinderbetreuung gewinnen, die sie sehr gewissenhaft erfüllte. Nach dieser Phase haben wir ihr die Leitung eines Kochkurses übertragen, der ebenfalls sehr erfolgreich gelaufen ist. Nachdem der Kurs offiziell beendet war, haben die Teilnehmerinnen in Eigeninitiative die Fortsetzung des Kurses finanziell abgesichert.
 
Dieser Kochkurs wurde zu einer wunderbaren Plattform für Frauen aus den verschiedenen Nationen. Darüber hinaus haben sich viele Kontakte und Ideen zu anderen Veranstaltungen ergeben, wie beispielsweise das Feiern traditioneller Feste wie das kurdische Newroz-Fest, das zu einem Bestandteil der Frauenbildungsarbeit geworden ist. Außerdem entstanden auch private Treffen bei den Familien zu Hause, die zu langjährigen Freundschaften führten.
 
Nach der Leitung des Kochkurses übernahm Mirvat die Organisation und Durchführung eines Frauengesprächskreises. In diesem Rahmen kamen Kontakte mit dem evangelischen Frauenreferat, der Gleichstellungsstelle und den Frauenberatungsstellen in Bochum zustande, so dass sie an einer Maßnahme für die Ausbildung zur Kinderpflegerin teilnehmen konnte.
 
Mervet war ein Jahr im Bereich Stadtteilarbeit und Frauenarbeit tätig. Zurzeit leitet sie einen Frauengesprächskreis über Folklore für Frauen und ist Mitglied im Gremium für das Forum „Gelebte Religion“. Darüber hinaus nimmt sie aktiv an Vorbereitungen für den ökumenischen Weltgebetstag der Frauen teil.
 
Wegen ihres Engagements und ihrer erfolgreichen Arbeit haben wir Mervet vorgeschlagen, an der Seminarreihe: „Mehr Frauen für unsere Stadt“ teilzunehmen. Diese Seminarreihe hat ihr Einblick in die politische Arbeit auf Kommunalebene gegeben und ihr so ermöglicht, diese Erkenntnisse in die Frauenarbeit einzubinden. Sie hat an einer Ratssitzung teilgenommen, Gespräche mit Stadträtinnen geführt und an einem Rhetorik/Kommunikationsseminar partizipiert.
 
Mervet ist Vorbild für ihre Töchter. Durch ihre Offenheit und ihren Einsatz in der Bildungsarbeit hat sie ihren Töchtern positive Integration vorgelebt und ihnen vermittelt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur ist. Sie haben Abitur gemacht und studieren auswärts, trotz der engen traditionellen Bindung.
 
Alterwerden in der Fremde
Bildungsarbeit mit Migrantinnen gehört seit langem zum Programm der Volkshochschule Bochum. Vor allem in Unseren Stadtteil hat sich ein umfangreiches Angebot etabliert,. Vor allem bei der Arbeit mit dieser Gruppe werden exemplarisch viele Verunsicherungen und Widersprüche deutlich, die das jahrelange Leben in einer fremden Kultur mit sich bringt. Einerseits halten die Migrantinnen an traditionellen Vorstellungen und Idealen fest, andererseits macht sich auch die jahrzehntelange Prägung durch die deutsche Aufnahmegesellschaft bemerkbar.
Im Folgenden soll deshalb am Beispiel der gewonnen Erfahrungen in einem Kurs zum Thema „Älterwerden in der Fremde" gezeigt werden, wie die älteren Migrantinnen mit diesen Widersprüchen umgehen und wie sie sie verarbeiten.
Prägende Traditionen
Die heute  lebenden Seniorinnen der ersten Generation stammen überwiegend aus verschiedenen Teilen Kurdistans: aus dem Iran, Syrien, Türkei, und dem Irak. Die älteren kurdischen Migrantinnen, die aus der Türkei stammen, kommen meistens aus den ländlichen Bereichen.
Daher beziehen sich unsere Erfahrungen mit älteren Migrantinnen überwiegend auf die kurdische Gemeinde. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Probleme, festgelegter gesellschaftlicher Normen und Werte und einer unausgefeilten Infrastruktur konnten die meisten Migrantinnen der ersten Generation keine bzw. nur eine geringe Schulbildung genießen, mit der Folge eines weit verbreiteten Analphabetismus.
Viele von ihnen wuchsen in einer patriarchalischen Großfamilie auf, geprägt durch traditionelle und religiöse Erziehung. Die Gemeinde übte - und übt auch heute noch - eine starke Kontrolle bezüglich moralischer Wertvorstellungen wie Scham, Schande, Ehre, Religion und Macht aus.
Oft verdrängt: Der Gedanke an das Älterwerden in der Fremde
Innerhalb des Gesprächskreises unterschieden sich die Teilnehmerinnen nicht nur hinsichtlich der Nationalität, sondern auch im Hinblick auf Familienstand und Aufenthaltsstatus. Einige waren geschieden, verwitwet, mit dem Ehepartner eingereist, von der Familie nachgeholt und einige ohne gesicherten Aufenthaltsstatus mit laufendem Asylantrag. Nach und nach beginnen die Älteren, sich auch Gedanken über das Älterwerden in der Fremde zu machen. Dieser Prozess setzt leider erst sehr spät ein, da viele diese Gedanken von sich fernhalten oder in dem Glauben leben, sie kehrten einmal in ihr Heimatland zurück.
„Was weiß ich, wie es weiter gehen soll...?"
„Deutschland ist wie ein Wal; er schluckt einen, man verschwindet in seinem Innern und verirrt sich."
 
„Gefesselt bin ich in einem freiwilligen Gefängnis. Wir sind taub und blind in dieser Gesellschaft, können keinen Schrill allein machen."
„Ich sitze und beobachte die Türklingel und warte, ob jemand für mich kommt, der mich besucht oder mir Abwechslung bringt."
Die meisten Migrantinnen haben das Gefühl, dass ihre eigene Kultur verdrängt wird bzw. verloren geht und von der nachfolgenden Generation die neue, fremde Kultur assimiliert wird. In ihren Heimatländern haben die älteren Migrantinnen traditionell eine besondere Stellung innerhalb der Gesellschaft, sie werden geachtet und respektvoll behandelt, sie besitzen eine gewisse Macht und Weisheit. Hier in Deutschland verlieren sie diese Stellung, geraten in Vergessenheit, sind den Angehörigen zuviel oder gar lästig. Die Frauen fühlen sich nicht ernst genommen und behandelt wie kleine Kinder.
Sinem, 65 Jahre, wird früh geschieden und hat acht Kinder. Sie sagt: „Nicht ich bewältige die Probleme, die Probleme überwältigen mich."
Ihr Gesicht ist angespannt und müde, ein freudiges Lächeln überkommt sie so selten wie ein Regen die Wüste. Sinem hat zum Glück schnell zu uns gefunden und Beratung und Unterstützung gefunden, so dass sie innerhalb der Gruppe sehr offen über ihre Probleme sprechen konnte. Anfänglich konnte sie überhaupt kein Deutsch, mittlerweile spricht sie es ein wenig, versteht aber sehr viel.
„Die Kinder“, sagt sie „sind durch die Scheidung kaputt und verdorben, wie eine Schafherde ohne Schäfer. Sie machen, was sie wollen, kommen und gehen wie sie wollen...". Zwischendurch muss sie Pause machen und weinen.
„Sie verletzen mich mehr als mein Mann, der mich im Stich gelassen hat. Die Deutschen grenzen mich aus, damit kann ich leben. Aber meine eigenen Landsleute grüßen mich nicht mehr auf der Straße und verachten mich für meine Lebenssituation und Probleme, für die ich nichts kann. In der Fremde gehört dir gar nichts, nicht einmal die eigenen Kinder. Sie haben Freunde und Freundinnen, die andersgläubig sind und sogar Kinder, ohne verheiratet zu sein. Sie haben keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und so weiter."
Sinem klagt weiter: „Was hat die Fremde mit uns angerichtet, ich bin nur noch ein Wrack und warte auf meinen Tod."
Nach der Scheidung und bis zum Zeitpunkt, an dem die Kinder ausgezogen sind, hatte Sinem viele Probleme und war völlig auf sich allein gestellt. Es drohte sogar der Aufenthalt im Asylheim.
Mittlerweile ist Sinem sehr krank. Sie hat Rheuma, Diabetes und Herzprobleme. Sie raucht sehr viel, allerdings nicht innerhalb der Gruppe. Sobald sie an der Tür ist, steckt sie sich eine Zigarette an, lacht dabei und sagt: „Sie sind mein Ein und Alles. Sie sind treu und laufen niemals weg. Deutschland hat mich und meine Familie kaputt gemacht. Mein Ehemann hat jahrelang gearbeitet, aber von dem Geld, das ich bekomme, kann ich nicht leben. Von daher danke ich den Deutschen, dass sie meine Miete und etwas Unterhalt zahlen. Sonst müsste ich auf die Straße betteln gehen. Ihr habt mir bei der Alters vorsorge geholfen."
„Ich bete zuerst für die Deutschen und dann für meine undankbare Familie und mich." Sinem ist nur eine von vielen, da es immer öfter vorkommt, dass sich kurdische Frauen und Männer scheiden lassen.
Die Lebensplanung sah meist anders aus
Nicht besser geht es den Seniorinnen, die mit ihren Ehemännern in Deutschland leben. Sie werden von ihren Männern dominiert, die das gesellschaftliche Leben beherrschen und bestimmen. Sie leben von der Außenwelt isoliert, haben nur Kontakt zu Familienangehörigen und sind dem Tagesablauf ihrer Männer total untergeordnet.
Diejenigen Seniorinnen, die von ihren Familien nachgeholt werden, sind finanziell von ihnen abhängig und auf deren Hilfe angewiesen. Besonders im Gesundheitsbereich müssen Seniorenmigrantinnen oft große Schwierigkeiten bewältigen.
In Deutschland alt zu werden und den Lebensabend hier zu verbringen, war und ist immer noch nicht Teil der Lebensplanung der meisten ausländischen Senioren, obwohl das ursprüngliche Heimatland vielen im Laufe der Zeit fremd geworden ist.
Bei einem Gespräch formulierte eine Seniorin aus dem Kurs es treffend: „Was macht ihr euch so viele Gedanken? Mein Koffer steht immer bereit und ich sitze darauf bis zum Tag meiner Rückkehr."
Daraufhin erwiderte eine andere Teilnehmerin: „Mein Hausstand wird nie vollständig sein. Alles ist verschiedenartig zusammengewürfelt. Wenn ich alles jemals komplett haben würde, bedeutete dies für mich, dass ich endgültig hier in Deutschland bleiben und niemals in meine Heimat zurückkehren wurde. Das kann ich nicht und jetzt ist es auch zu spät dafür."
Die anderen Frauen aus dem Kurs bestätigten diese Ansicht. Den größten Einfluss auf die Verdrängung des Rückkehr gedankens ist die Verwurzelung der Kinder und Enkelkinder in Deutschland.
Eine weitere Seniorin - die Migranten und Migrantinnen selbst bezeichnen sich übrigens selbst nicht als Senioren bzw. Seniorinnen, da dieses Wort in deren Landessprache nicht existiert: sie nennen sich Großmutter, Mutter und Oma - bemerkte dazu: „Für uns ist es sowieso zu spät. Wir können nicht zurückkehren, allein wegen unserer Kinder und Enkelkinder. Ob es uns passt oder nicht."
Eine Großmutter, deren Kinder in ganz Deutschland verteilt leben, wollte unbedingt in ihre Heimat und in ihr Haus zurückkehren. Trotz Überredung und Aufklärung durch die Kinder gefährdete sie ihren Asylantrag und reiste alleine zurück. Sie träumte von einer heilen Welt und hoffte auf die Unterstützung von Freunden und Nachbarn, wie es früher üblich war. Doch sie musste sehr schnell feststellen, dass die Zeiten sich geändert hatten und sie allein blieb. Hinzu kam der körperliche Zustand, da sie unter Rheuma litt. Nach einem Monat bat sie ihre Familie, sie wieder nach Deutschland zu holen, wo sie inzwischen verstorben ist. Ihr letzter Wille, nämlich in zuhause beerdigt zu werden, wurde erfüllt.
Die verwitweten Frauen aus dem Gesprächskreis wünschen sich in der Regel nur, dass der Kontakt zu den Kindern, Geschwistern und weiteren Verwandten bestehen bleibt und sie in ihrem Umkreis bleiben. Ist dies der Fall, ist ihre Position meist in Form von gegenseitiger Unterstützung gesichert. Sie übernehmen oft die Kinderbetreuung und kochen das Essen. Im Gegenzug sorgen die anderen dadurch für die soziale Sicherung, dass sie bei Behördengängen und Arztbesuchen helfen und die Seniorinnen auch sonst unterstützen.
Die kurdischen Männer sind oft älter als ihre Frauen und werden zum Pflegefall und zu einer großen Belastung im Alter. Im Kurs hörte man oft den Ausspruch: „Seit du Witwe bist, wirst Du immer hübscher!"
Multikulturelle Begegnungen
Der Begriff „Freizeit" existiert in der Begrifflichkeit der Migrantinnen nicht, dementsprechend werden auch Hobbys von den wenigsten ausgeübt. Bei einem Austausch eines multikulturellen Seniorinnen Nachmittagssprachen die Frauen über die übliche Tagesgestaltung und die allgemeine Altersversorgung. Eine Migrantin sagte daraufhin etwas abfällig: „Diese deutsche Oma fährt bestimmt auch noch Fahrrad." Die Gemeinte antwortete daraufhin sehr selbstbewusst und auch stolz: „Natürlich. Ich fahre jeden morgen mit dem Fahrrad. Außerdem versorge ich mich selbst. Ich gehe einkaufen, koche für mich Essen und mache meinen Haushalt. Ich genieße es, allein zu sein, ohne Kinder und Enkelkinder. Wenn wir uns besuchen wollen, sprechen wir uns vorher ab. Ich besuche regelmäßig die Gruppe der Gemeinde, die für Bazare bastelt, bin Mitglied im Chor und gehe einmal im Monat kegeln. Außerdem habe ich noch einen Hund, mit dem ich jeden Tag spazieren gehe."
Die Migrantin bekam während dieser Schilderung immer größere, ungläubigere Augen und musste all diese Informationen erst einmal innerlich bewältigen.
Die deutsche Seniorin bekannte ihrerseits, dass sie die Lebensweise der Migranten nicht verstehen könne, bei der die Männer den ganzen Tag im Cafe und die Frauen in voller Bekleidung am Siedlungsrand sitzen, nur unter sich und kein Wort deutschsprechend. Die Migrantenfrauen betonten daraufhin ihre Familienzusammengehörigkeit und den engen Kontakt zu den Kindern und Enkeln. Allerdings murmelten einige Frauen: „Die deutschen Frauen sind doch klüger als wir. Sie sind realistischer und viel unabhängiger. Damit kommen sie in ihrem Leben besser zurecht.
Veränderung der Lebensformen
Das Leben der betroffenen Seniorinnen hat sich im Lauf der Jahre aufgrund der hiesigen Verhältnisse oft entscheidend verändert. Die alten (groß)familiären Strukturen bestehen oft auch in Migrantenhaushalten nicht mehr. Der traditionelle Mehrgenerationenhaushalt wird mehr und mehr zum Auslaufmodell Zum einen sind die Wohnungen zu klein, zum anderen ist der Generationskonflikt, d.h. der Unwillen der Kinder, sich den traditionellen Haushaltsstrukturen zu beugen, größer geworden.
Doch in den Köpfen stößt man noch auf traditionelles Denken, wenn die zweite Generation sich nicht wunschgemäß verhält. Schuld sind immer die anderen, vor allem die böse Schwiegertochter, die nicht bereit ist, die Normen und Werte zu erfüllen.
In der traditionellen moslemischen Migrantenkultur bestimmen Männer das öffentliche Leben. Sie verstehen sich traditionell als Bewahrer und auch als Vermittler der Werte und Normen nach außen. Daher bietet sich im Ruhestand ein vermehrter Aufenthalt in der Moschee an. Den Frauen war bislang diese Möglichkeit verwehrt. In den Herkunftsländern gehen die Frauen nicht in die Moschee.
Aber mittlerweile, in der Migration, hat sich einmal wöchentlich ein Besuch in einem gesonderten Raum etabliert, wo die Frauen beten und sich austauschen können. Die Eigen- und Fremderwartung einer Rückkehr in die Heimat führt zu Widersprüchen im Alltag der Betroffenen, denn der Traum von der Rückkehr hat sich für die meisten als  nicht realisierbar erwiesen, wie das Beispiel der beschriebenen Großmutter zeigt. Die zunehmende Entfremdung zum Heimatland und der immer geringer werdende Familienverband dort, eine feste Integration der Kinder in Deutschland, gesundheitliche und psychosoziale Probleme lassen eine Rückkehr scheitern. Durch die veränderten Familienstrukturen und sozialen Beziehungen ist eine traditionelle Altersversorgung nicht mehr gewährleistet. Jedoch sind ausländische Seniorinnen mit gesichertem Aufenthaltsstatus in das System der Pflegeversicherung integriert. Die Inanspruchnahme entsprechender Leistungen ist aber unter den Migrantinnen noch relativ gering. Dies ist häufig bedingt durch ein hohes Informationsdefizit.
 
Was bleibt zum Schluss zu sagen?
 
Die  Frauen in Bochum kommen nahezu aus allen Teilen der Welt:
 
Kurdistan (Türkei, Irak, Iran, Syrien), Libanon, Afghanistan, Albanien, Somalia, Eritrea, Südkorea, Russland und Polen.
Die Zahl der kurdischen Frauen nimmt an den Aktivitäten positiv zu. Zum Beispiel sind zwei Sprachkurse von Kurdinnen belegt und bei anderen Angeboten sind sie in überdurchschnittlich vertreten.
Ziel eines Integrationskurses für die Frauen mit Migrationshintergrund ist der Erwerb ausreichender Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland, insbesondere auch der Wert des demokratischen Staatswesens der Bundesrepublik Deutschland und der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz und Religionsfreiheit. Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sowie Kenntnisse über das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben und über die in der Aufnahmegesellschaft geltenden Normen und Werte sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration. Um dieses Ziel zu erreichen, liegt noch ein langer Weg voller Steine vor uns. Frauen die fünf bis zehn Kinder geboren haben und diese in der Fremde erziehen, werden auch diese Anstrengungen meistern – vielleicht nicht so schnell, aber sie werden es schaffen.
 
 
Kurzbiographie xunav Haco  (Dipl.-Sozialpädagogin)
 
·        geb. 05.071957 in Ketraniye in Süd-West-Kurdistan (Syrien)
·        aufgewachsen in Tirbespie
·        Besuch des dortigen Gymnasiums
·        seit 1975 in Deutschland
·        Heirat, drei Kinder
·        Ausbildung zur Erzieherin, Dozentin an der VHS-Bochum
·        aktiv tätig in der politischen Frauenbewegung
·        5 Jahre tätig als freiberufliche Journalistin beim WDR (Bername Kurdi)
·        Vorstandsmitglied im Förderverein (Hustadt) und im deutsch-kurdischen Frauenverein (Ronahi)
·        1993 Koordination und Aufbau der Frauenbildungsarbeit
·        seit 1994 hauptberuflich als Leiterin bei der IFAK e.V. Geschäftsstelle Querenburg  (multikulturelle Jugend-, Familien- und Seniorenarbeit) tätig
·        seit 1995 aktives Mitglied der Plattform kurdischer Frauen
·        Referentin für Frauenfragen in Bildung, Politik und Kultur an der Universität Dortmund
·        Vorsitzende der Media e.V. seit 2004 interkultureller Frauenverein
·        Mitglied beim Frauenbeirat der Stadt Bochum
·        Praxisbegleitende Fortbildungsreihe: “Interkulturelle Erwachsenenbildung und soziale Beratung von Migrantinnen“ von 1998 bis 2006 beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V.
·        XPERT Culture Communikation Skills-Zertifikat Interkulturelle Kompetenz Master 2006-2007 Landesverband der VHS in NRW von der Europäischen Union
·        Diplom Im Studiengang-Soziale Arbeit an der Evangelische Fachhochschule
Rheinland- Westfalen-Lippe
 
 

 

 

 

 
 
 

 

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