Situation der kurdischen Frauen in Süd-West Kurdistan
Schwerpunkt: Einfluß der Tradition auf die Situation in der Gesellschaft
 
 
Xunav Haco (Khonaf Hajo) 
 
 
1.   Definition: Tradition
 
Unter Tradition versteht man im Allgemeinen die Weitergabe von Wertvorstellungen und Bräuchen innerhalb verschiedener Generationen. Sowohl auf persönlicher Ebene, als auch in religiös motiviertem Denken.
Innerhalb der Gesellschaft bedeutet dies die Weitergabe von anerkannten Lebensprinzipien, die etabliert sind und teilweise ohne Widerspruch weitergegeben und nicht hinterfragt werden. In der Familie und in den Familienverbänden beziehen sich diese Wertvorstellungen auf Anstand, Moral und Zeremonien. Den Begriff Tradition empfinden wir eher als wertneutral und er ist sogar positiv besetzt, da er ein historisches Denken und eine gewisse Wertebeständigkeit suggeriert.
 
Dabei ist nicht jede Form der Traditionen für alle Mitglieder einer Gesellschaft gleich positiv oder von Vorteil. Dazu einige Beispiele:
 
      -die Jungfrauenopferungen der Maya, die für die Opfer eine qualvolle Tortour war
      in Europa gab es die Hexenverbrennung bzw. das Ertränken wissender Frauen
      in der Antike mussten Frauen der Karthagen ihr Erstgeborenes den Göttern überlassen
      Araber (und teilweise im heutigem China) haben ihre erstgeborenen Töchter getötet
 
Solche geschlechtsspezifischen Grausamkeiten sind aus der kurdischen Tradition nicht bekannt. Dennoch gibt es Opfer begründet durch Traditionen und die Frage ist, ob es dabei vornehmlich die Frauen trifft?

 
 
Ab dem siebenten Jahrhundert nach Christi wurden Teile Kurdistans gewaltsam islamisiert und die christliche und zoroastrische Religion zerstört. Die arabischen Besetzter verfolgten das Ziel, die kurdischen Stämme der Zentralgewalt des arabisch-islamischen Staates zu unterwerfen. Der ihnen aufgezwungene Islam beeinflusste zwar nachhaltig die kurdische Gesellschaft, wurde aber nicht zu ihrer sozialen oder politischen Grundlage. Anders als es bei Türken und Persern der Fall war, haben sie sich nicht mit den islamischen Vorstellungen identifiziert.
Daraus ergab sich das Bild von ,,schlechten Muslimen“ und ,,schlechten Schülern Mohammeds“. Später wurde in der europäischen Darstellung dieser Stempel auch den kurdischen Frauen aufgedrückt.
 
Beispiel:
Die amerikanische Autorin Agatha Christi stellte nach einer Reise in den Orient die kurdischen Frauen als fröhlich, aufgeschlossen und rebellisch dar. Die kurdische Frau genoss schon immer eine relativ hohe gesellschaftliche Anerkennung. Sie nahm an festlichen Anlässen teil und empfing selbst Gäste auch in Abwesenheit ihres Mannes. Sie war unverschleiert mit einer offenen und selbstsicheren Art. Darüber hinaus gab es in der kurdischen Tradition mehrfach auftretende Fälle weiblicher Herrschaft, im Gegensatz zu Nachbarvölkern.
Noch heute finden sich Elemente aus dieser Tradition beispielsweise im Sprachgebrauch wieder. Dabei wird das weibliche Geschlecht stets zuerst genannt. (jin und mer, oder kec und kur).
Dies bedeutete allerdings nicht, dass die Frauen in Kurdistan wirklich gleichberechtigt in der Gesellschaft waren.
 
Dazu ein Beispiel von Leyla Zana aus der nahen Vergangenheit, die über eine Verwandte ihres Vaters berichtet:
 
,,Immer wenn meine Mutter ein Mädchen gebar, sagte sie: Zum Teufel mit dem Kind! Sie betrachtete das Mädchen als Last.
Fünfmal geflucht, dann kam endlich ein Bruder, dessen dominate Rolle durch sein Geschlecht vorbestimmt war.
Dem Jungen wurde immer wieder gesagt, das er alles machen kann, das er stark sein muss, dass er die Fähigkeit hat, um alles zu erreichen. Ihm wurde Selbstbewußtsein beigebracht.
Dem Mädchen wurde eingeredet, das sie zu nichts fähig sei, sie müsse vor der Außenwelt beschützt und verborgen werden. Sie sei schwach. Sicherheitsgefühl und Persönlichkeitsentwicklung hatten so nie eine Chance. Zurückhaltung bezeugte Respekt. Es zeigt sich hier eine Parallele zum Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!“
 
In einem Interview erzählte mir eine Frau, das ihr Vater ihr am liebsten den Tod wünschte. Ihr Bruder war damals sehr krank und sie sollte lieber für ihn sterben. Später bedauerte er diesen Ausspruch und bedankte sich bei Allah dass er ihm diese Sünde verziehen habe.
 
Wo sich der Islam durchsetzte, wurden die Frauen durch den Glauben eingeschüchtert und in ihrer Entfaltung eingeschränkt, wobei der Islam zum Nutzen der Männer falsch interpretiert wurde.  Daraus entwickelte sich, dass es den Frauen so dargestellt wurde, dass sie nichts Wichtiges zu sagen hätten und unfähig seien zu denken. Aus diesem Vorurteil heraus, empfanden viele das Schweigen der Frauen als beste Lösung.
         Ihre Existenz war von geistiger und räumlicher Enge sowie          bedingungslosem Gehorsam geprägt.
 
Die nachfolgenden politischen Entwicklungen, Stammeskämpfe und
Kolonialisierung durch europäische Mächte bewirkten eine
Veränderung der kurdischen Tradition, geprägt durch Islamisierung,
Völkerwanderungen, Besetzung, blutige Aufstände, Krieg und
Vertreibung.
 
Verschiedene staatliche Gewalten hielten ,,ihre“ kurdische Bevölkerung in Rückständigkeit, behandelten sie nicht als gleichwertige Staatsbürger oder verboten deren Nationalität und führten eine Alltagskultur aus Folter und Gewalt ein.
 
Als ethnische Volksgruppe sind sie heute über mehrere Nationalstaaten verteilt und Elemente der vorgefundenen Traditionen wurden adaptiert oder sind ihnen aufgezwungen worden. Auch hier waren wieder die Frauen am meisten betroffen.
 
 
3. Vergleichsanalyse der Situation:Traditionen bei den Kurdischen Frauen in Südwest-Kurdistan geboren ab 1926
 
In Interviews mit Frauen aus dieser Generation hat sich
         folgendes Bild dargestellt: Sie dachten wenig über ihre Rechte nach und- fühlten sich durch ihre Familie beschützt
 
Ein Teil dieser Frauen waren Flüchtlinge aus Nordkurdistan, die auf der Flucht vor der türkischen Regierung teilweise ihre Familien verloren hatten und in Südwest-Kurdistan einen Neustart begannen. Sie empfanden sich als Trägerinnen, Hüterinnen, Pflegerinnen aber vor allem als Kulturträgerinnen der künftigen Generation.
         Sie sind geprägt durch die kurdische Gesellschaft, in der das          Patriarchat und feudalistische Strukturen herrschen. Dies bedeutet,          das sie bereits in jungen Jahren verheiratet wurden.          Traditionsgemäß war ihr Verhalten angepasst, folgsam und          unterwürfig. Es gab Monogamie aus wirtschaftlichen Gründen, aber  zu dieser Zeit war auch Polygamie normal mit Haushalten, in denen es bis zu vier Ehefrauen gab. Diese schwierige Situation bewirkte bei den Frauen, dass sie durch verschiedene Erfahrungen umsichtig          wurden. Ein Ausweichen war nicht möglich, die Frauen mussten ihre Probleme eigenständig lösen, da sie sich nirgendwo Rat holen konnten, weder bei ihren  Ehemännern noch bei ihrer Familie, da Hilfe suchen als unanständig galt.
 
Obwohl es in der Familie eine spezielle Aufgabenverteilung bzw. Rangordnung gab, war es Frauen immer wieder möglich sich zu solidarisierten und sich gegenseitig in einer Familie zu achteten, um ein Vorbild den Kindern gegenüber zu sein. Es herrschte aus diesen Gründen nicht immer eine positive Atmosphäre innerhalb der Großfamilie, obwohl diese nach außen hin sehr geschätzt und geachtet wurde und teilweise immer noch wird.
 
In diesem Frauenverband hatte die jeweils älteste Fau die Autorität, fällte Entscheidungen bezüglich des Haushaltes aber auch im Hinblick auf die Zukunft der Kinder oder die wirtschaftlichen Verhältnisse. Das Gebären von vielen Söhnen spielte eine wichtige Rolle und hob das Ansehen einer Frau. Es sicherte den wirtschaftlichen Fortbestand der Familie, da das Erbe nur an männliche Nachkommen weitergegeben wurde.
Diese Form der Familie bot den Frauen neben Einschränkungen und Entbehrungen auch eine Form von Schutz und Sicherheit. Im Todesfall eines Ehegatten verblieb die Witwe innerhalb des Familienverbandes und konnte sogar wieder verheiratet werden. Die Frauen, die finanzielle Unabhängigkeit bekamen und diese auch behielten, nahmen das Recht der Wiederheirat nicht in Anspruch, sondern ernährten und erzogen ihre Kinder mit Stolz.
 
Innerhalb dieses Patriarchats war eine eigenständige Entwicklung in der Regel unmöglich, da alle Familienmitglieder, insbesondere die Frauen, sich der männlich geprägten Moralvorstellung anpassen mussten. Einige Frauen hatten die Möglichkeit, durch Ansehen der Familie innerhalb der Gesellschaft und durch Reichtum eine einflussreiche Position zu erlangen. In Form eines Matriarchiats haben sie ebenso konsequent auf der Einhaltung von Tradition und Moral geachtet wie ein männliches Familienoberhaupt. Diese Frauen waren intelligent und durch Erfahrung selbstbewusst genug, ihre Rolle zu behaupten.
 
Es war sogar so, das der Vorname der Frauen zum Nachnamen der Söhne wurde, um deren Einfluss zu symbolisieren.
Ein wichtiger Bestandteil aus dieser Zeit waren ungeschriebene Regeln und Gesetzte, die sich im Laufe der Zeit gebildet hatten und maßgeblich die Tradition beeinflussten. Die Arbeit der Frau verlagerte sich zum Beispiel von der Feldarbeit ins Haus. Alles was im Haushalt benötigt wurde, wurde nun im Haushalt selbst hergestellt. Durch Herausstellung ihrer weiblichen Rolle, wurde sie mehr und mehr an das Haus gebunden.
 
Die fest verwurzelten Strukturen ließen eine Teilnahme der Frauen am öffentlichen Leben nicht zu. Sie waren größtenteils vompolitischen Geschehen ausgeschlossen. Ihre Aktivitäten beschränkten sich auf den Erhalt und Zusammenhalt der Familie.
 
Eine Frau berichtet von ihrem Tagesablauf wie folgt:
Unser Tag fing vor Sonnenaufgang im Stall an, anschließend erfolgte die Arbeit im Haus und auf dem Feld, gemeinsam mit den Männern und der Tag endete bei Sonnenuntergang wieder im Stall. Man gab den Frauen so viel zu tun, die ihre geistige Kraft nicht gefördert sondern gelähmt wurde, dass sie gar nicht zum Denken angeregt wurden und sich geistig wenig weiterentwickelten.
 
In einigen Teilen Kurdistans war die Gleichberechtigung der Frau auf dem Feld jedoch in soweit vorhanden, dass sie die gleiche Arbeit verrichten konnte wie ein Mann.
 
Bei traditionellen Festen dagegen wie etwa Newroz oder schwarzer Mittwoch, Hochzeiten oder Familienfeiern waren Frauen integriert.
 
Zu dieser Zeit gab es für Frauen keinen Zugang zu einer schulischen Ausbildung. In einzelnen Fällen erhielten sie privaten Koranunterricht.
 
Das Leben der Frauen in dieser Zeit richtete sich nach den fünf
     Säulen des Korans:
      
     1. Das Bekenntnis (Schahada): "Es gibt keinen Gott außer Allah und          Muhammad ist sein Prophet."
     2. Das Gebet: Fünfmal täglich (Ritualgebet)
     3. Das Almosen: Steuer, die den Bedürftigen zugute kommt
     4. Das Fasten: Fastenmonat Ramadan (9. Monat)
     5. Die Pilgerreise : Reise nach Mekka; mindestens einmal im Leben (ein Vertreter der Familie)
 
Diese Lebensweise hat dazu geführt, dass die kurdische Kultur,
Sprache und die nationalen Eigenheiten bewahrt und ohne
Deformationen weiter getragen wurden.
 
 
Zum Ende dieser Generation wurde die Kurdische Demokratische
Partei gegründet, in die im Laufe der Jahre sechs Frauen (u.a. Fatima Schanaxi und Keca Kurd) aktiv mitwirkten.
 
 
 
4. Die Töchter der nachfolgenden Generation geboren ab 1946
 
 
Die Mütter und Großmütter dieser Generation hatten viele stille Kämpfe  durchzustehen, um aus einer Bürgerin zweiter Klasse eine Ebenbürtige zu machen.
 
In der nachfolgenden Generation änderte sich die Situation der Frauen nicht wesentlich. In einigen Punkten allerdings kann man kleine Fortschritte ausmachen. Es wurde zusehends möglich, Mädchen in die Schule zu schicken, wenn auch nur bis zum 4. Schuljahr. Dies war immer abhängig von der politisch aktuellen Situation und den geographischen Verhältnissen.
In den Städten konnten die Frauen in seltenen Fällen sogar studieren. Sie vollzogen damit einen Spagat zwischen Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Anerkennung. Der traditionelle Teil der Bevölkerung konnte sich mit dieser Entwicklung nicht anfreunden und die intellektuellen Frauen blieben ausgegrenzt und wegen ihres Wissens und Macht unverheiratet. Letztendlich waren sie nach ihrem Studium zudem zu alt um zu heiraten.
 
Nach wie vor wurden die Mädchen fremd bestimmt verheiratet, allerdings übten die Mütter dahingehend Einfluss aus, dass Zweit- und Mehrfrauen nicht mehr üblich waren. Die vom Islam geforderte Verschleierung wurde bei kurdischen Frauen nie konsequent durchgesetzt. An öffentlichen Plätzen wurde die ,,aba“ getragen, wobei das Gesicht unbedeckt blieb.
 
Die Mädchen bzw. Frauen die in dieser Generation geboren und aufgewachsen sind, blieben lange darüber im Zwiespalt, zu welcher Seite sie tendieren sollten; alte Tradition oder neue Werte?
 
 
5. Die dritte Generation, geboren ab 1956
 
Ab dieser Zeit war es üblich, dass sowohl in den Städten als auch auf dem Land die Mädchen eine Schule besuchten, indem die Eltern trotz wirtschaftlich schlechter Verhältnisse für diesen Umstand aufkamen. Sie besuchten überwiegend die sechste Klasse, wobei sie zusätzlich die Familie unterstützten, indem sie gewisse Tätigkeiten ausübten.
In bevölkerungsstarken Regionen konnten die Mädchen auch die neunte Klasse besuchen oder Abitur machen.
Die Bekleidungsvorschriften für Mädchen und Frauen veränderte sich langsam und sie legten Kopftücher und lange Kleider ab, ohne von der Gesellschaft kritisiert zu werden. Sie entwickelten ein größeres Selbstbewusstsein, obwohl sie weiterhin an alten Traditionen festhielten. Sie waren nach wie vor wirtschaftlich vom Mann abhängig.
 
Die aktive Teilnahme an Bildung und Politik wurde immer wichtiger.
 
 
6. Die Generation geboren ab 1966
 
 
Laut Umfrage haben viele Frauen aus dieser Generation Abitur gemacht und studiert. Sie wohnten in Großstädten sogar in Studentenwohnheimen und fühlten sich ,,frei“ von der alten und einschränkenden Tradition. Sie entwickelten ein Bewusstsein für ihre eigene Ehre, im Gegensatz zu den Frauen aus der ersten Generation, die nur die Ehre des Mannes und deren Erhalt kannten.
Was verstehen diese Frauen jedoch unter ,,Freiheit“?
Wenn sie sich anschließend verheirateten, verfielen sie wieder in die alten Muster und Traditionen des Patriarchiats. Diese Frauen trugen zwar zum Lebensunterhalt der Familie bei, allerdings spürten sie auch die Nachteile der Tradition unter dem Druck der Gesellschaft. So konnten sich bis heute keine ,,Frauenkultur“ entwickeln, Kunst beschränkte sich auf den Alltag im Haus.
 
Wenn wir die Geschichte betrachten, sehen wir, dass es besonders unsere Mütter waren, die unsere Sprache und Kultur bewahrt haben.
 
Für die Frauen von heute ist es nach wie vor nicht leicht, sich zwischen Tradition und ,,Moderne“ zu behaupten.
Es gibt eine Schulpflicht auch für Mädchen, sie studieren, nehmen aktiv am öffentlichen Leben teil, beteiligen sich an politischen Diskussionen und sind doch nicht gleichberechtigt.
 
Ob und wie eine Frau an der Politik teilnimmt und an der Veränderung von bestehenden Strukturen, hängt von der Öffnung der Gesellschaft nach außen ab. Aber die kurdische Gesellschaft wird durch das politische System unterdrückt und damit auch besonders die Frau.
 
Zwar zogen mit der Zurückdrängung feudalistischer Verhältnisse revolutionäre Ideologien nach Kurdistan, die die Frauen als gleichberechtigte Menschen sahen und sie in ihren Freiheitsbestrebungen unterstützte. Die Bevölkerung Südwest­Kurdistans und damit auch die Frauen, haben sich immer solidarisch gezeigt mit der nationalen Befreiungsbewegung. Im Zuge der Arbeiterpartei Kurdistans haben sich erstmals auch Frauen aktiv am Kampf beteiligt.
 
,,Sie waren Frauen, die an zwei Fronten kämpfen: - um die kurdische
Unabhängigkeit und um ihre Selbstbestimmung als Frau. Die Ziele,
Träume, Wünsche und Hoffnungen dieser Frauen sind ermutigend.“
 
 
Dieser Wandel ist jedoch von heftigen Auseinandersetzungen um Begriffe wie ,,Authentizität“, ,,Tradition“ und die ,,neue Identität“ gekennzeichnet.
 
So sind Frauen nicht in Führungspositionen und ihre Mitgliederzahl in politischen Parteien ist verschwindend gering
 
Nur einige wenige Frauen haben es geschafft, sich wirtschaftlich unabhängig zu machen. Die anderen, zwar beruflich emanzipiert, kehren mit der Gründung einer Familie in die alten Strukturen zurück. Es gelingt ihnen nicht, Traditionen abzuschaffen, die eindeutig das Ansehen der Frau schwächen.
 
Mahambad, eine kurdische Frau, die mir aus der Seele spricht, sagte:
 
,,Da wir rückständig sind, haben wir eine schwere Aufgabe vor uns und unser Arbeitspensum ist größer. Wir sollten eigentlich wissen, wie wir diese Pensum bewältigen. Natürlich würden wir es mit Vernunft und Wissenschaft schaffen.“ (Bochum, 1996)
 
 
Autorin:        Xunav Haco (Khonaf Hajo)
                   Diplomsozialpädagogin, Referentin für Frauenfragen in Bildung,  Politik und Kultur
 
 
 

 

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