- Mein Kummer
-
-
- Auf die Sprache meines Landes
- Bin
als Dolmetsch ich vereidigt
- Arbeite
für die Gerichte,
- wo
man anklagt und verteidigt.
-
- Und
ich kann mit meiner Sprache
- helfen
meinen Kameraden,
- die
dann kommen, ihre Sorgen
- meinem
Rücken aufzuladen.
-
- Schreiben
kann ich in zwei Sprachen
- Deutsch
und kurdisch kann ich singen
- Und
nur so kann ich die Sorgen
- Die
mich quälen, oft bezwingen.
-
- Alles,
wonach ich mich sehne,
- banne
ich auf das Papier.
- Bin
ein Sänger, bin ein Dichter
- Finde
meine Heimat hier.
-
- Bücher
habe ich geschrieben,
- darzustellen
euch mein Leben
- und
von meinem fernen Lande
- einen
Eindruck euch zu geben.
-
- Hab
die Leiden meines Volkes
- In
Entwürfen dargestellt,
- damit
auch der deutsche Leser
- Eintritt
hat in meine Welt
-
- Ob
Balladen, Fabeln Sagen,
- Kinderlieder
und Gedichte
- Schaffe
ich in beiden Sprachen
- Habe
teil an der Geschichte
-
- Habe
Freunde hier gefunden,
- viel
Verständnis, Arbeit, Brot
- nur
die Sorge um die Zukunft,
- die
macht meinen Lieben Not.
-
- Ging
mein größter Wunsch daneben
- Hier
fest integriert zu sein,
- bricht
entzwei mein ganzes Leben,
- denn
ich wäre dann allein
-
- Meine
Frau und meine Kinder
- sind
mein ganzes grosses Glück
- und
ich zittere seit langem:
- „Müssen
sie einmal zurück?“
-
- Meiner
Kinder frohes Lachen
- würde
ich dann nicht mehr hören
- und
sie würden bitter weinen,
- denn
sie lieben mich, die Gören.
-
- Meine
Frau würde nicht dulden,
- wollt
ich sie nach Haus begleiten
- denn
sie weiss, was mir dort drohte
- und
das will sie nicht erleiden.
-
- Lieber
will ich, sagt sie immer,
- ohne
dich, mein Lieber, sein,
- als
dich wissen im Gefängnis,
- wo
es Folter gibt und Pein..
-
- Kämst
du mit mir, müsst ich sehen,
- wie
du schon am Ankunftsort
- abgefangen
und verhaftet
- und
dann führten sie dich fort.
-
- Nein,
das will ich nicht ertragen
- Kinder
soll`n dies nicht erleben.
- Und
ich hoffe, endlich wird man
- Uns
den deutschen Pass doch geben.