Geschichten
vom Leiden des kurdischen Volkes
Younes
Bahram stellt in der Frauenkirche sein Buch vor.
„Wenn
sie ihn sofort getötet hätten.Es wäre Barmherzigkeit gewesen.
Was sie in Wirklichkeit taten, kommt nicht über meine Lippen.
Die
kurdischen Brüder gingen verstört und trauernd weg; die Araber
machten weiter.“ Heisst es zum Schluss in der Geschichte „Ich
bin kein Araber.“
Der
Autor Younes Bahram ist definitiv kein Araber, sondern Dresdner,
allerdings einer, der in Gharbi in Syrien zur Welt kam, in Südwest
- Kurdistan, wie es im Klappentext seines Buches „Der Kummer von
Aljazira“ heisst.
In
den Geschichten, die in dem Band versammelt sind,, erzählt Bahram
von den Erfahrungen seiner Landsleute, die in der Region
Aljazira leben. Von dem Identitäts- und Überlebenskampf, den sie
führen,weil die Kurden nach der Aberkennung der Identität des
kurdischen Volkes durch Syrien ihre Rechte auf politischem,
sozialem und kulturellem Gebiet verloren.
„Die
nachfolgenden Geschichten sind keine Gebilde der Phantasie. Alle
Geschehnisse und Schicksale haben sich tatsächlich ereignet“
heisst es im Vorwort des dem Leiden des kurdischen Volkes
gewidmeten Werkes.
Auch
die Türken kommen nicht ungeschoren weg. Der Autor sieht in der
Geschichte „Leidensgenossen“ einen langen Zug erschöpfter
Menschen: Armenier.
Den
letzten Verbliebenen dieses Volkes hätten die Kurden geholfen,
schreibt der Autor, der auch schon unter anderem „Märchen aus
Kurdistdan“ ,und „Flug meiner Sehnsucht“, Gedichte vom Ufer
des Euphrat verfasste.
Nun
kann es sicher nicht schaden, die Öffentlichkeit auf das
Kurdenproblem aufmerksam zu machen.
Der
dritte Golfkrieg hat wieder gezeigt, wie sehr das einst gute Verhältnis
von Arabern und Kurden mittlererweile belastet ist.
Saddam
Hussein liess in einer stalinistisch zunehmenden Aktion eine halbe
Million Kurden aus dem Norden in den Süden des Iraks umsiedeln.
Mehr
als 1 000 kurdische Dörfer
wurden dem Erdbogen gleich gemacht.
Viele
Kurden konnten ihr Leben nur durch Flucht in den Iran retten,
sowohl im Irak, als auch im Süden wurde eine gezielte
Arabisierungs-Politik betrieben.
Aber
Bahram schildert eben nur eine Seite
der Medaille. Die Kurden sind bei ihm sehr gute Menschen, die
eigentlich nur in Frieden leben wollen.
Von
der brutalen Politik der PKK , die in ihrem Kampf gegen die Türkei
fürchterliche Rache an den Kurden verübte, die sich weigerten,
sie zu unterstützen (ganze Familien mit kleinen Kindern wurden
ausgelöscht.), ist in Bahrams Geschichten natürlich nicht die
Rede.
C. R.
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