Dr.
Zaradachet Hajo
Kurdische
Literatur im Exil
Wenn
Europäer von Kurden sprechen, lesen oder hören, verbinden sie
dies meistens mit Kurden im Exil.
Aus
europäischer Sicht ist ein Kurde ein personifizierter Migrant mit
zweifelhaftem Ruf, nämlich dem, keinen eigenen Staat zu haben und
ständig zu rebellieren.
Genau
dieses Bild wird insbesondere von den deutschen Medien vermittelt,
die selten bis nie über Kurdistan und die verzweifelte Lage der
Menschen dort berichten, aber häufig genug kurdische
Demonstrationszüge durch europäische Großstädte über die
Bildschirme laufen lassen, ohne aber zu erklären, warum diese
Menschen auf die Straße gehen.
Über
kurdische Kultur und Literatur erfährt der Westeuropäer
ebenfalls nicht viel, und wenn überhaupt, machen die europäischen
Medien, insbesondere die deutschen, aus einem kurdischen
Filmemacher oder Autor schnell einen türkischen, persischen oder
arabischen, zumindest dann, wenn er mit seinen Werken Erfolg hat.
Kurdische
Schriftsteller haben es schwer, egal, ob sie in Kurdistan oder im
Exil arbeiten.
In
der Heimat dürfen sie von ihrer Muttersprache keinen Gebrauch
machen und sind gezwungen, ihre Bücher in türkisch, arabisch
oder persisch zu verfassen.
Im
Exil können sie zwar in kurdischer Sprache schreiben, haben dafür
aber nur einen kleinen Kreis von Lesern, weil insbesondere die aus
Nordkurdistan / Türkei stammenden Kurden häufig nicht in ihrer
Muttersprache lesen und schreiben können.
In
der Heimat müssen sie, wie der bekannte kurdische Dichter Musa
Anter, damit rechnen, hinterrücks ermordet zu werden, für lange
Jahre hinter Gefängnismauern zu verschwinden oder wie viele
kurdische Schriftsteller im Iran oder in Syrien, ihre Werke für
die Schreibtischschublade zu schreiben, weil ihre Veröffentlichung
durch die Pressezensur des jeweiligen Besatzerstaates verboten
worden ist.
Im
Exil dürfen sie zwar schreiben, können aber nicht damit rechnen,
dass ihr literarisches Schaffen in irgend einer Art und Weise gefördert
wird, denn von einer staatlichen Förderung profitieren sie, mit
Ausnahme einiger kurdischer Schriftsteller in Schweden, meistens
nicht.
Meine
sehr geehrten Damen und Herren,
bevor
ich weiter ins Detail gehe, möchte ich richtig stellen, dass das
kurdische PEN-Zentrum sowohl eine Plattform für kurdische
Schriftsteller in Kurdistan als auch für Exilschriftsteller ist.
Wir,
das kurdische PEN-Zentrum, verstehen uns ausdrücklich als Brücke
zwischen den Schriftstellern aus den verschiedenen Teilen
Kurdistans und denen, die jetzt im Exil arbeiten müssen.
Auf
die, wie ich meine wichtige Funktion des kurdischen PEN-Zentrums möchte
ich aber im weiteren Verlauf meines Vortrages noch näher
eingehen.
Bevor
ich mich näher mit der Situation der kurdischen Schriftsteller
und der kurdischen Literatur im Exil beschäftigen werde, möchte
ich ihnen einen kurzen geschichtlichen Abriss des Schaffens von
kurdischen Literaten im Exil geben.
Wie
Ihnen bekannt sein dürfte, ist Kurdistan, ein
Gebiet von ca. 500 000 qkm, in dem mehrheitlich Kurden
leben, auf vier verschiedene Staaten, nämlich auf die Türkei,
Iran, Irak und Syrien aufgeteilt.
Diese
Aufteilung wurde durch das 1923 in Lausanne besiegelte Abkommen
vollzogen, nach dem die türkische Souveränitat über einen großen
Teil des kurdischen Territoriums und über der Hälfte der
damaligen kurdischen Gesamtbevölkerung besiegelt wurde.
Einige
Monate später verbot die türkische Regierung unter Mustafa Kemal
den Unterricht in kurdischer Sprache, ihren Gebrauch in der Öffentlichkeit,
auch alle anderen kurdischen Traditionen wie Musik, Tanz und Gesänge.
Kurdische
Intellektuelle, die sich dieser Zwangsassimilierung widersetzten,
wurden ermordet oder gingen ins Exil.
Zu
diesem Zeitpunkt kann erstmals in größerem Umfang von einem
Wirken kurdischer Intellektueller außerhalb der kurdischen
Gebiete berichtet werden.
Einige
von ihnen gingen zunächst ins Exil nach Syrien, das damals unter
französischer Mandatschaft stand, die sich dort um die Brüder
Djeladet und Kamuran Bedir Khan sammelten.
Ziel
dieser kurdischen Intellektuellen war im wesentlichen, die
kurdische Sprache sowie Bildung und Literatur weiter zu
entwickeln.
Djeladet
Bedir Khan legte 1932 in der vom ihm gegründeten Zeitschrift
„Hawar“ ein kurdisch- lateinisches Alphabet vor und eine
Grammatik, die bis heute für den nordkurdischen Dialekt ihre Gültigkeit
bewahrt hat.
Weitere
wichtige kulturelle Aktivitäten gingen von der „Gesellschaft
zur Wiedererweckung Kurdistans“ aus, die von Sherif Pasha aus
Sulaimaniya auf der Friedenskonferenz nach dem ersten Weltkrieg im
Jahre 1920 vertreten wurde.
Das
literarische Schaffen, u.a. die Herausgabe von Büchern und
Zeitschriften im kleinen Umfang
und die Sammlung bzw. Übersetzung kurdischer Gedichte und
Volksmärchen blieben jedoch auf wenige Gruppierungen beschränkt.
Weitere
wichtige kulturelle Aktivitäten, insbesondere auf dem Gebiet der
kurdischen Literatur und der Erforschung der kurdischen Sprache
gingen von den in der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere in
Armenien, beheimateten Kurden aus.
Nach
dem Tode Stalins 1953 wurde das Verbot der kurdischen Sprache
aufgehoben, danach war der Weg frei für zahlreiche kurdische
Zeitungen und Radioprogramme.
Innerhalb
der Union der Schriftsteller Armeniens gab es eine kurdische
Sektion, am armenischen Institut für Orientalistik wurde eine
Fachrichtung für Kurdologie eingerichtet.
Bis
zum Zusammenbruch der Sowjetunion Ende der 80iger Jahre war eine
relativ freie Betätigung kurdischer Schriftsteller mit
staatlicher Unterstützung möglich, die dann aufgrund von
nationalistischen Strömungen innerhalb der neu gebildeten
Nationalstaaten ihr Ende fand.
Zahlreiche
kurdische Schriftsteller und Wissenschaftler, die ihr ganzens
Leben in der ehemaligen Sowjetunion verbracht haben, sind in den
letzten Jahren nach Westeuropa emigriert.
Die
massiven Unterdrückungsmaßnahmen, die nicht nur von der Türkei,
sondern auch vom Iran und nach ihrer Eigenständigkeit auch von
den irakischen und syrischen Regierungen ausgingen, mit dem jedes
Streben nach kurdischer Identität durch Sprache, Kultur und
Literatur beantwortet wurde, führten dann insbesondere ab Beginn
der 60iger Jahre zu einer Auswanderungswelle kurdischer Menschen
und allen voran kurdischer Intellektueller und Schriftsteller,
bevorzugtes Ziel war Westeuropa.
In
dieser Zeit gingen die kulturellen Aktivitäten in Europa von
Exilkurden hauptsächlich von der im Jahre 1956 gegründeten KSSE
(Kurdische Studentenvereinigung in Europa) aus. Waren es zunächst
Studenten aus dem syrischen und irakischen Teil Kurdistans, die
die kulturellen Aktivitäten in Europa dominierten, änderte sich
dies durch die Migration von Gastarbeitern in den sechziger Jahren
und durch die nachfolgenden großen Flüchtlingswellen, die durch
Unterdrückungsmaßnahmen in Kurdistan ausgelöst wurden.
Insbesondere
führten die blutige Niederschlagung der Kurdenaufstände im Irak,
die zunehmenden Repressionen durch das Militär in der Türkei,
die religiös-chauvinistische Politik des Iran und die ständigen
Unterdrückungsmechanismen des syrischen Baath-Regimes gegen
Andersdenkende zu einer Fluchtbewegung von vielen kurdischen
Intellektuellen, die einen Flüchtlingsstatus in einem der europäischen
Länder erhalten haben.
Die
derzeitige Situation ist so, dass die meisten Impulse in der
kurdischen Literatur aus dem europäischen Exil kommen.
Man
mag das zwar sehr bedauern, aber die Gründe dafür liegen auf der
Hand: Es gibt mehr Meinungs- und Pressefreiheit als die
Besatzerstaaten Kurdistans erlauben, Presseerzeugnisse und Bücher
können nahezu ungehindert vertrieben werden, obwohl es, bis auf
Schweden, keine staatliche Unterstützung kurdischer
Schriftsteller bzw. Publikationen gibt.
In
diesem Zusammenhang muß aber auch erwähnt werden, dass gerade
gegen kurdische Medien in Europa, wie gegen bestimmte Zeitungen
und Zeitschriften und insbesondere gegen den kurdischen
Fernsehsender MED-TV bzw. MEDYA-TV sehr viel politischer Druck
ausgeübt wurde und wird, um dem „Nato-Partner“ Türkei
entgegen zu kommen.
Welche
Auswirkungen hat nun die Zwangsemigration so vieler Schriftsteller
und Intellektuellen auf die kurdische Literatur und auf die
Autoren selbst?
Um
die Auswirkungen des Exils, die Einflußnahme der Fremde auf die
kurdische Literatur und Dichtung zu behandeln, muß ich zunächst
ein paar Worte zum Stellenwert von Dichtung und Literatur in der
kurdischen Gesellschaft sagen, denn sie unterscheidet sich nämlich
erheblich von dem der europäischen Kulturen.
Kurdische
Literatur und insbesondere Gedichte sind sehr viel mehr mit dem
Alltagsgeschehen verbunden als in Europa.
Während
Gedichte in Europa einer abgehobenen Sphäre bzw. einer höherer
Kultur zuzurechnen sind und kaum Einfluß auf das Alltagsleben der
Menschen nehmen, bestimmen Gedichte und Epen alle
gesellschaftlichen Ereignisse des kurdischen Volkes.
Begleitet
mit Musik werden sie bei Gelegenheiten aller Art vorgetragen, bei
Trauerfeiern, Festen oder sonstigen Gelegenheiten, bei denen sich
mehrere Menschen treffen.
Mit
Gedichten werden sowohl persönliche als auch politische
Ereignisse kommentiert, es gibt Spottverse, Lobgedichte auf
politische Persönlichkeiten, Heldenepen, Liebesgedichte und
vieles mehr, man kann sagen, dass die Dichtung die ganze
Spannbreite des kurdischen Lebensgefühls abdeckt.
Darüber
hinaus hat der Dichter in der kurdischen Gesellschaft einen hohen
Stellenwert in allen Bevölkerungsschichten.
Als
der Leichnam des bekannten kurdischen Dichters Cegerxwin 1984 nach
Kurdistan / Syrien überführt wurde, sind trotz eines Verbots über
100000 Menschen zu seinem Begräbnis gekommen.
Die
Auswirkungen des Exils haben, in einer Gesamtschau betrachtet,
sowohl positive als auch negative Folgen auf die kurdische
Literatur und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft.
Die
positiven Folgen sind eindeutig das rasante Anwachsen kurdischen
Schrifttums in den letzten Jahrzehnten, nicht nur der diversen
Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch der Sammlung und Veröffentlichung
von kurdischen Epen, Geschichten, Märchen, die bisher nur mündlich
überliefert worden sind.
Darüber
hinaus entstanden zahlreiche kurdische Verlage, Druckereien und
Buchläden in vielen westeuropäischen Ländern.
Die
Werke vieler bekannter kurdischer Autoren aus der Vergangenheit
und der Gegenwart konnten veröffentlicht werden, berühmte Werke
der Weltliteratur wurden in die kurdische Sprache übersetzt.
Werke
kurdischer Autoren werden auch international wahrgenommen und, was
noch entscheidender ist, sie werden als kurdische Autoren und
nicht als türkische, persische oder arabische Dichter
wahrgenommen.
Yasar
Kemal beispielsweise, der selbst Kurde ist,
ist international als türkischer Dichter bekannt geworden,
obwohl er seine Werke aus dem reichen Schatz der kurdischen mündlich
überlieferten Literatur geschöpft hat.
Von
größter Bedeutung sind in dieser Hinsicht jedoch die Begründung
von eigenen kurdischen Satellitenfernsehkanälen, insbesondere des
seit 1995 existierenden Senders MED-TV, der zwischenzeitlich auf
politischem Druck der Türkei verboten, unter dem Namen MEDYA-TV
sendet.
Der
Sender, der sowohl in kurdischer Sprache bzw, in ihren
Hauptdialekten als auch in Türkisch, Arabisch und auch Aramäisch
ausstrahlt, ist für Kurden im Exil und in der Heimat gleichermaßen
erreichbar.
MEDYA-
TV versteht sich überwiegend als Kultur- und Informationsträger
und seinen Wert, insbesondere im kulturellen Bereich, kann gar
nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Kultur,
Kunst, Schauspiel und Musik nehmen ein Drittel der gesamten
Sendezeit ein, es gibt Dichterlesungen und Sendungen über das
Leben und Werk von Dichterinnen und Dichter.
Für
viele Kurden in der Heimat hat dies die Bedeutung einer
Kulturrevolution.
Der
Exilsender MEDYA-TV hat einen großen politischen Einfluss auf die
Menschen in Kurdistan.
Dies
wird auch vom türkischen Staat so gesehen, denn er tut alles, um
die Ausstrahlung des Senders zu verhindern.
Eine
negative Auswirkung des Exils ist jedoch, dass die traditionelle
Verbindung der kurdischen Literatur mit dem Volk immer mehr
verschwindet.
Insbesondere
die über Generationen überlieferte kurdische Literatur, die
aufgrund der Zwangsemigration vieler Kurden nicht mehr so gepflegt
werden kann wie in früheren Jahrzehnten, droht in Vergessenheit
zu geraten.
Selbst
wenn sie gesammelt und aufgeschrieben wird, ist jedoch der
unmittelbare Bezug zum Volk verloren gegangen, dadurch nämlich,
dass sie ihre ursprüngliche Bedeutung in der kurdischen
Gesellschaft verloren hat.
Wenn
es auch sicherlich nicht möglich ist, die kurdische Exilliteratur
inhaltlich oder ihrer literarischen Form nach von der kurdischen
Literatur in Kurdistan abzugrenzen, so hat die Exilliteratur doch
in einem erheblichen Umfang dazu beigetragen, dass in der
kurdischen Literatur und auch im Theater einige westliche
Ausdrucksformen, besonders in der modernen politischen Literatur,
Platz genommen haben und nicht zuletzt demokratisches und
liberales Gedankengut verarbeitet worden ist.
Die
kurdischen Exilautoren sind natürlich nicht frei von den Eindrücken
der politischen Situation in ihrem Exilland, dies wirkt sich in
unterschiedlicher Art und Weise auf ihre Arbeit aus.
Bei
Autoren, die bereits in Kurdistan schriftstellerisch tätig waren
und nach Europa fliehen mussten, ist meistens eine starke Bindung,
was Thema und Schreibtraditionen anbetrifft, zu Kurdistan zu
erkennen, die auch im Exil erhalten bleibt.
Autoren
der darauf folgenden Generationen, die erst in Europa mit dem
Schreiben begonnen haben, haben häufig Schwierigkeiten mit ihrer
Identität und ihre Auseinandersetzung mit Literatur und Kunst
hilft ihnen oft dabei, sich selbst zu finden.
Gerade
bei den Werken dieser Künstler ist es so, dass sich die Kultur
der Heimat und des Gastlandes miteinander vermischen.
Es
können sich in diesen Werken große Spannungen auf der Gefühlsebene
aufbauen, einerseits durch die Isolation in der Fremde, der
Sehnsucht nach dem eigenen Ursprung aber auch durch die Möglichkeiten,
über Dinge zu schreiben, die in der eigenen Gesellschaft tabu
sind.
Darüber
hinaus ist das Verhältnis des Exillandes zu Kurdistan bzw. zu den
Staaten, die Kurdistan besetzt halten, ein wichtiges Thema für
kurdische Exilschriftsteller. Für viele ist es unerträglich,
dass ein Land wie Deutschland, in dem sie seit Jahrzehnten leben
und auch emotionale Bindungen aufgebaut haben, den Staat, der sie
seit ihrer Kindheit unterdrückt hat, der ihr Dorf und vielleicht
die Familie zerstört hat, so vorbehaltlos militärisch und
politisch unterstützt.
Ein
weiteres großes Problem vieler kurdischer Autoren ist, dass sie häufig
nicht ihre eigene Muttersprache in Wort und Schrift erlernt haben.
Kurdisch
war zwar zumeist die in der Familie von der Geburt an gesprochene
Sprache, aber da der Schulunterricht zumeist nicht in kurdischer
Sprache erfolgte
(nur
die Kurden aus Kurdistan / Irak hatten Schulunterricht in ihrer
Muttersprache),
haben
sie häufig nicht das notwendige sprachliche Rüstzeug, um sich
schriftlich in ihrer Muttersprache auszudrücken.
Einige
erlernen die kurdische Schriftsprache im Exil, andere sind
gezwungen, sich anderer Sprachen zu bedienen, um ihre Gedanken
auszudrücken.
Das
ist häufig Türkisch, Arabisch und Persisch, aber auch die zum
Teil die Sprache des jeweiligen Gastlandes.
Es
gibt aus den genannten Gründen kaum einen kurdischen
Schriftsteller, der „nur“ in seiner Muttersprache schreibt,
die meisten sind auch als Übersetzer ihrer eigenen Werke tätig.
Die
gleichen Probleme gibt es bei den kurdischen Lesern.
Literatur
lebt von der Anteilnahme seiner Leserschaft und auch hier ist es
das größte Problem, dass ein großer Teil der kurdischen
Leserschaft es nicht gelernt hat, in Kurdisch zu lesen.
Darüber
hinaus gibt es keine einheitliche kurdische Leserschaft: die in
Kurdistan / Türkei lebenden Kurden sind in lateinischer Schrift,
die Kurden die aus Kurdistan / Irak /Syrien und Iran
stammen, in arabischer Schrift alphabetisiert worden.
Auch
für die Kurden im Exil wird in dieser Hinsicht nicht viel getan,
mit Ausnahme von Schweden, wo es Kurdischunterricht an den Schulen
gibt und kurdische Schriftsteller auch vom Staat unterstützt
werden.
Deutschland
beispielsweise, wo die meisten Kurden in Europa leben, folgte
bisher den ideologischen Vorstellungen des türkischen Staates und
bot den kurdischen Kindern keinen muttersprachlichen Unterricht
an.
Ganz
langsam und mit viel Überzeugungsarbeit ändert sich diese
Situation, so dass einige wenige Bundesländer beginnen, auch
Kurdischunterricht für kurdische Kinder anzubieten.
Sehr
geehrte Damen und Herren,
leider
muß ich zum Ende meiner Ausführungen kommen, obwohl zu diesem
Thema sicher noch viel zu sagen wäre.
Lassen Sie mich
zum Schluß noch einmal das Kurdische PEN-Zentrum erwähnen, um
Ihnen die Bedeutung des Zentrums, nicht nur für die kurdischen
Exilautoren, sondern auch für die Autoren in unserer Heimat zu
verdeutlichen.
Wir sind sehr
bemüht darum, den Dialog zwischen Exilautoren und Autoren, die
trotz der Unfreiheit in der Heimat leben und arbeiten, nicht abreißen
zu lassen, im Gegenteil, wir wollen einander helfen und durch
einen Gedankenaustausch Impulse für unser literarisches Schaffen
erhalten.
Wir sehen uns
desweiteren als Verbindungsglied zu Schriftstellern anderer
Nationen, um gemeinsame Interessen auf einer internationalen Bühne
zur Sprache zu bringen
Ich
bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
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