Dr. Zorab Aloian

Kurdische Dämonologie


Einleitung

Die Untersuchung einer so wichtigen Frage, wie die Erklärung und Beschreibung des Bösen und seinem Heer ist eigentlich für jede Religion von großer Bedeutung. Hier, an dieser Stelle, erreichen Theologie und volkstümlicher Glaube einen komplizierten Grad an theoretischer Betrachtung. Der Grund, von Franz Kafka geistreich bemerkt, war folgender: „Tugend ist in seiner Bedeutung langweilig“. Demnach fesselt Tugend nicht die menschlichen Gemüter, während die Definition des Bösen vorprägend für den gesamten Verlauf einer Kultur und deren Anhänger ist. Nach meiner Kenntnis, war die kurdische Dämonenforschung bisher nicht Gegenstand spezieller Studien. Es versteht sich von selbst, dass es unmöglich ist, in einem Aufsatz die Rekonstruktion der Geschichte, wie die dämonischen Wesen den kurdischen Glauben durchdrangen, zu beschreiben. Deswegen wird mein aktueller Aufsatz – wenn auch im Entwurf – einige Elemente von dämonischen Bilden erörtern, die auf der Grundlage der kurdischen Geschichte, Folklore und religiösem Glauben entdeckt werden können.

Ich glaube, die Wiederherstellung des kurdischen Pandämoniums, oder die hierarchische Rangordnung und morphologischen Elemente der dämonischen Wesen in der kurdischen Tradition, erfordert unsere Bezugnahme auf verschiedenartige Quellen, einschließlich altiranischer und altkurdischer.

Sofern es den Zoroastrismus betrifft, ist es bekannt, dass die Vorstellungen der verschiedenen Dimensionen des Bösen eine direkte Einwirkung auf die großen monotheistischen Religionen hatten. Die Geschichte reicht zurück bis zum zoroastrischen Einfluss auf das Jüdische, während des babylonischen Exils und darüber vom jüdischen auf das Christentum und den Islam. Man kann also annehmen, dass bestimmte islamische und christliche Elemente in der kurdischen Dämonenforschung, weitgehend von altiranischen Traditionen stammen. Mit anderen Worten, wenn die historischen Quellen einiger dämonischer Anschauungen in Kurdistan der Islam, das Judentum und das Christentum sind, so ist ihr Ursprung an sich eine gemeinschaftliche Erbschaft der Kurden und anderer Gemeinschaften des iranischen kulturellen Milieus.

Mein Thema teilt sich in drei Unterthemen auf: Das Erste und vielleicht das am meisten Herausfordernde befasst sich mit der Frage, warum seit unvordenklichen Zeiten die Nachbarn in ihrer Wechselbeziehung zu den Kurden, diese als mit übernatürlichen, ja sogar dämonischen Kräften ausgestattet ansahen. Die Hauptfrage hierbei ist, ob das Bild hervorgerufen wurde durch eine besondere Wesensart der Kurden, nämlich ihrer Stärke, sich fremden Kräften zu widersetzen und durch die gänzlich isolierte Lebenssituation in den Bergen. Das zweite Thema ist ein zoomorphisches: Die Rolle von Pfau und Schlange in der Weltanschauung der Kurden. Das dritte Thema, welches vermutlich eher von allgemeinem Interesse ist, behandelt die Wechselbeziehungen zwischen Zoroastrismus, Christentum und Islam und anderer kurdischer Bestandteile in der Dämonenforschung. Die oben erwähnten Bestandteile sind niemals statisch in Zeit und Raum und deshalb sind sie Gegenstand beständiger Veränderungen. Die kurdische Geschichte, wie auch die Geschichte jeder anderen Gruppe zeigt einen bestimmten Grad an Kontinuität. Dieses gilt auch für die Sagengeschichten des kurdischen Volkes.

 

Dämonisierung der Kurden

Am Anfang der Geschichte eines Volkes wird von ihm keine hohe Kultur oder eine wissenschaftliche Hypothese erschaffen. Es sind Mythen und Legenden, durch di das gewöhnliche Volk seine Erinnerungen an die Vergangenheit erhält. Solch eine mythengeschichtliche Darstellung ist verständlich und zuverlässig, da es eine tiefe bezeichnende Wahrheit verkörpert, ohne exakte historische Daten, aber mit Hinweisen auf andere Unterströmungen und verdeckte Ereignisse. Auf diese Weise wird das soziale Klima und die Werte der Vergangenheit immer wieder neu aufgefrischt. Wenn erst einmal die Mythen und Legenden entziffert und entschlüsselt sind, werden wir auf dem richtigen Weg sein, den Wandel in ethnischen und religiösen Gruppen zu verstehen.

Es ist wesentlich, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass alle Völker der Erdkugel - die am Leben sind, als auch die ausgestorbenen - ihren Ursprung in Mythologien und sagenhaften Geschichten haben. Es gilt natürlich auch für die Kurden.

Zumindest einige dieser Sagen sind von den Nachbargemeinschaften erdacht wurden, von den Arabern, Armeniern, Persern und anderen und nur nachträglich von den Kurden selbst angenommen wurden. In der Tat können wir es nicht als kurdisch nationale Selbstbeschreibung zählen, dass die Vorfahren der Kurden von der arabischen Halbinsel kamen, als Abkömmlinge von Solomon und seinen Konkubinen. Eine andere Sage erzählt davon, dass es Timur-Lang war, der die Menschen mit übernatürlichen Wesen verband und somit die Kurden zur Welt brachte. Eine wesentlich attraktive Variante der Sage besagt, dass einst König Solomon, der die übernatürliche Welt beherrschte, seine engelhaften Diener rief und ihnen befahl nach Europa zu fliegen, mit dem Wunsch ihm 500 schöne Frauen zu bringen. Sobald seine Diener jedoch zurückkamen, erfuhren sie, dass ihr Herr verstorben war. Darauf behielten sie die Frauen für sich selbst und das war der Ursprung des kurdischen Volkes.

Soweit bekannt, gibt es keine Avesta Geschichten über die Kurden. Nichtsdestoweniger, entdeckten sowohl die Kurden, als auch mittelalterliche Autoren Zeugnisse, wenn auch indirekt, in Avesta.

Die folgende Sage mit Abänderungen besteht unter den Kurden und ihren Nachbarn, und was ebenfalls sehr wichtig ist im „Schah-Name“ von Firdousi und im „Scharaf-Name“ von Bidlisi. Der Tyrann Zahhak war ein Verwandter von König Dschamschid in der Dynastie Pischdadids. Zahhak war von einer merkwürdigen Krankheit befallen, bei der ihm zwei Schlangen aus der Schulter wuchsen. Die besten Ärzte und Magier konnten ihm nicht helfen zu genesen. Dann schlug der Teufel vor, er solle jeden Tag die Gehirne von zweier jungen Männern essen. Unterdessen war die Person, die die vermittelten jungen Männer (in einer anderen Fassung waren es zwei Köche) töten sollte, gütig und mitleidig. Deshalb tötete er anstelle zwei junger Menschen nur einen und ersetzte das zweite Gehirn durch ein Schafhirn. Der gerettete junge Mensch musste sich nun in unzugänglichem Felsengebirge verstecken; allmählich wuchs ihre Zahl und auf diese Weise kamen die Kurden ins Leben. Für eine lange Zeit verblieben sie Kriegsbereit und waren abgeneigt mit anderen Menschen zu kommunizieren und deshalb wurde ihre Sprache anders.

Zweifellos hat diese Sage avestische Grundlage. Aber während einige daraus eine iranische Beschaffenheit der Kurden folgern, würden andere argumentieren, dass ihre Flucht von Achaemenids einen antiiranischen Trend der Kurden bedeutet und vielleicht ihre nicht-iranische Herkunft zeigt. Sogar diese Form der Symbolisierung offenbart die Verwicklung der iranischen und ur-iranischen Grundlagen und den iranischen Charakter der kurdischen Sprache.

Die armenische Geschichte berichtet davon, dass der legendäre armenische Herrscher Tigran den Zahhak besiegte, und dieser in dem Gebiet um den Ararat angesiegelt wurde und somit der armenischen aristokratischen Familie Vischapuzunk („Kinder der Drächen“) zum Leben verhalf. Der armenische Historiker Moses von Khoren/Moves Khorenazi (5. Jhd. n. Chr.) verfolgte das Mar Volk zurück zu übernatürlichen Schlangen und Drachen. Die Sage berichtet, dass Tigran im Bündnis mit dem persischen König Kyrus die Meder besiegte. Tigran war der erste Verbündete von Aschdahak (welcher der legendäre Vereiniger von Medes Deyok war) und gab ihm seine Schwester Tigranuhi. Dann tötete Tigran ihn und schickte seine Schwester zurück nach Amrenien. Aschdahaks erste Frau, Anyusch und 10.000 andere Gefangene wurden im östlichen Raum um den Ararat angesiedelt. Dann bestimmte Tigran, dass die Meder Diener von Anyusch seien und siedelte sie am Fuß des Araratgebirges an. Hier entdecken wir eine andere historische Tatsache, nämlich dass seit uralten Zeiten die Kurden das Gebiet um den Berg Ararat bewohnen. Nun kommen wir zur wesentlichen Streitfrage. Alle sich ähnelnden Sagen über die Vorfahren der Kurden verweisen auf Drachen, Schlangen und andere dämonische Elemente.

Nicht überraschend, dass die armenischen Quellen aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. das kurdische Heimatland als entweder Kortschek, Kortitschaik oder „das Land der starken Meder“ oder Marastan bezeichnen. Marastan bedeutet „das Land der Schlangen“ mit „mar“ für Schlagen sowohl im Armenischen, als auch im Kurdischen. Später beschrieb ein armenisches Manuskript aus dem 15. Jahrhundert, das sich mit Sprachen und dem Alphabet befasste, das Kurdische als „die Sprache der Meder oder des Mar-Volkes“. Wir könnten über spezielle linguistische Hinweise sprechen die den Begriff „Mar“ mit dem Kurdischen verbindet, was von dem berühmten Wissenschaftlern Niko Marr und Vladimir Minorsky entdeckt wurde. Dann könnte die Reihe wie folgt sein:

Me-d –- Mi-d --- Ma-d --- Mar-d --- Mar (in welcher Mard sich auf eine ethnische Gruppe im alten Kurdistan bezieht, gemäß Herodotus).

Das Bild der Einwohner des alten Kurdistan als in Wechselbeziehung mit dämonischen Kräften stehend kann auch in historischen Chroniken gefunden werden. Die Gutium oder Guti (nach assyrischen Quellen, die Kutu) waren die Bewohner des Landes nordöstlich des Sees Urmiya und regierten in Mesopotamien zwischen 2622 und 2498 v. Chr. Sie beendeten somit die kraftvolle Dynastie der Sargoniden und wurden in zeitgenossischen Quellen beschrieben  als entweder „weißes Volk“ oder „Drachen der Berge“.

Die Sprache der Gutium wurde bis heute nicht zufriedenstellend untersucht, obwohl man glaubt sie sei entweder nahe den einheimischen Palaeo-Kaukasischen Vorfahren oder der Sprache der Elam. Einige Wissenschaftler kamen zu der Schlussfolgerung, dass das Guti zusammen mit dem Lulubi und den modernen Kurden dem gleichen anthropologischen Rassenurbild zugehörig sind.

Die Dämonisierung der Kurden, oder vielmehr ihr mystisches Bild in den Augen von Außenstehenden, zieht sich ebenfalls durch die gesamte islamische Geschichte. Es überrascht nicht, dass es viele Redensarten und Sprichwörter gibt, wie die folgende arabische Sprichwörter:

Es gibt drei Unglücke auf der Welt – Ratten, Heuschrecken und Kurden

(thalathat fawaji’: al-jardan wa-l-jarad wa-l-akrad)

und

Die Kurden sind vom Stamm der Dämonen

(al-akrad hum at-ta’ifa min al-jann).

Die schriftlichen Quellen dienen ebenfalls als Zeugnis für solche Ideen. Ibn al-Jawzi erzählt, dass im Jahre 1064 die kämpferischen jagenden Kurden erfuhren, dass der König der am Ort ansässigen Dämonen (jinns) genannt Saiduk gestorben war und sie Wehklagen sollten, um nicht von seinen Dienern verletzt zu werden. Alsdann wurde das Weinen und die Totenklage von Prostituierten und schwachsinnigen Männern (safsaf) in Bagdad, Wasit und Khuzistan übernommen. Bemerkenswert, dass die Menschen damals keinen Zweifel daran hatten, dass die Kurden Wissen aus erster Hand über den Tod des Dämon hatten.

Der jüngste Fall von Dämonisierung der Kurden fand am 17. August 1979 statt, als der iranische Führer Ayatollah Khomeini erklärte, dass die Kurden „Die Kinder des Satans“ seien und zu einem entscheidenden Angriff gegen diese aufrief. Mit deutlicheren Worten entspricht diese Beispiel dem allgemeinen Phänomen des Verhüllens des Feindes in rätselhaften oft negativen Bildern. Wie auch immer, in historischen Ansichten führte die Dämonisierung von Gegnern durch Zuschreiben von teuflischen Kennzeichen niemals zu den erwünschten Ergebnissen. Wenn eine Gruppe von Menschen ein anderes Volk als satanisch bezeichnet, wird dieses Volk wiederum diesen Vorwurf von sich weisen. 

 

Zoomorphische Darstellung in der kurdischen Dämonologie

Die Typen der Morphologie von dämonischen Wesen beziehen sich auf folgende Bilder:

- anthropomorphisch,

- zoomorphisch,

- anthropozoomorphisch,

- zeromorphisch und

- amorph.

 

Man kann beobachten, dass es fortwährend Neuerungen und widersprüchlichen Veränderungen zu verdanken ist, dass sich drei Typen deutlicher in der kurdischen Kultur darstellen: Amorphismus, Anthropomorphismus und Zoomorphismus.

Mit Blick auf den Zoomorphismus scheint eine Verwurzelung im Totemismus auf. Tatsächlich sind die übernatürlichen Fähigkeiten von zoomorphischen Dämonen ähnlich den Fähigkeiten, die primitive Völker wilde Tieren zuschrieben. Beide erscheinen plötzlich und sind „im Nu“ verschwunden; beide stehen in Verbindung mit merkwürdigen Stimmen; beide haben nach Meinung der Menschen geheimnisvolle Bindungen zu natürlichen und menschlichen Katastrophen.

Dämonen dringen in den menschlichen Körper wie die Seelen wilder Bestien es in beliebten Aberglauben taten. Der russische Anthropologe Zelenin behauptete, dass Dämonen die Bestien im volkstümlichen Aberglauben hinsichtlich teuflischer Kräfte während der Zeit der Domestizierung wilder Tiere ersetzt haben könnten. Während dieser Zeit konnten sich Dämonen einige Patronatsrechte über Haustiere einrichten und so blieben einige gleichgesetzt mit wilden Tieren. Anscheinend wird das gleiche Phänomen beim Aberglauben der yezidischen Kurden beobachtet: alle Haustiere haben einen persönlichen Schutzpatron, der sich um sie kümmert und in einer besonderen Sprache mit ihnen kommuniziert.

Auf indirekte Weise wird zoomorphischer Aberglauben bei dem zoroastrischen Begriff Xrafstra ausgedrückt, welcher die schädlichen Tiere als die zu den Devs gehörenden bezeichnet.

Mit dem Blick auf die Schlange kennt die kurdische Folklore viele Geschichten, wie zum Beispiel „Schlange und Wächter“, „Schlangekönig“ und „Die Schlange und die Wasserquelle“. Der berühmte Kurdologe Basile Nikitine erwähnte eine Gegend mit der Bezeichnung Oramar in Zentralkurdistan, in der Schlangen ihre beste Zuflucht fanden. Der Christ Mari Mammu hatte die Macht über sie und eine Kirche wurde dort gebaut. Einmal im Jahr konnte eine christliche Familie den Vater der Schlangen sehen und es gab den Glauben unter den ansässigen Kurden, dass falls dieser Familie das Vorrecht entzogen würde, die Schlangen über die gesamte Region verbreitet würden.

Wir wissen, dass die Schlange für die Anhänger des Yezidentum von Bedeutung ist. Die yezidischen Kurden unterlassen es, über Schlangen zu sprechen, denn entsprechend ihrem Aberglauben, werden diejenigen, die anfangen über Schlangen zu sprechen, wiederum von ihren Feinden erwähnt. Abgesehen davon wird geglaubt, dass Schlangen Seele und Bewusstsein haben. Es gibt eine Totenklage bei Bestattungen, die die Schlangen bittet, den verstorbenen Yeziden nicht zu stören. Obgleich das Bild der Schlange weltweit von Bedeutung ist, ist die Herkunft vieler Tätowierungsmotive, die immer noch von traditionellen Kurden zur Schmückung ihrer Körper gewählt wird, als Nachbildungen der auf Hurritenstatuetten dargestellten Motive zu erkennen. Es stellt die Verbindung der Motive von Schlange, Sonnenscheibe, Hund und Kamm dar. Tatsächlich finden sich einige der Hurritentätowierungsmotive auch in den religiösen dekorativen Kunstdarstellungen der yezidischen Kurden wieder. Seit die indoeuropäischen, semitischen und anderen Traditionen die Schlange mit dem Teufel gleichsetzen, scheint dieses Phänomen universell zu sein.

Die lebenden oder organischen Gegenständen zugeschriebenen übernatürliche Kräfte haben einfache Völker und Menschen aus späteren Epochen, speziell vor Schlangen und anderen unterirdischen Wesen, erzittern lassen. Diese rätselhaften kriechenden Lebewesen flößten durch ihre Fähigkeit sich fast lautlos zu bewegen und tödlich zu beißen Angst ein. Die Menschen, die sich selbst als in der schwächeren Position fühlten, erkannten die Kraft der Schlangen und erhöhten diese zur Gruppe der am kraftvollsten übernatürlichsten teuflischen Kräfte.

In Bezug auf den Pfau muss eine generelle Bemerkung gemacht werden: unterschiedliche Wesen und Vögel haben eine alte und tiefe mythologische, wie auch zoologische Bedeutung. Der Aberglauben vieler Menschen ist innig verbunden mit Rollen und Ursprüngen. Die Überreste können sowohl in der slawischen Folklore wie auch in den sogenannten baltisch-finnischen linguistischen Gebieten beobachtet werden. Also, in Ingermanlandia oder Inkere (dem historischen Gebiet zwischen Sankt Petersburg, Karelia und Finnland) wurden die gleichen Worte benutzt, um Vögel und kriechende Lebewesen zu beschreiben. Der Pfau ist in vielen Gegenden des mittleren Osten und dahinter von großer religiöser und symbolischer Bedeutung. Die am meisten zum Ausdruck gebrachte Form der Darstellung kann in der Tradition der yezidischen Kurden entdeckt werden. Der Melekê Tawus bzw. Tawusî Melek (Der Pfau Engel) der Yeziden hat doppelte Funktionen: als eine von der Gottheiten, die gleichzeitig mit dem Schöpfer existieren, und als der gefallene Engel. Einige Wissenschaftler finden es angemessen, das Wort für einen vermuteten semitischen Ursprung mit dem griechischen Namen für Gott - Theos – in Verbindung zu stellen. (Eine Parallele mit dem indoiranischen wird später besprochen). Seit in der yezidischen Lehre der Gott-Erschaffer den Pfauen-Engel mit weltlichen Dingen betraute, beschrieben Theodor Menzel den Melekê Tawus als „alter ego für Gott“.

Gemäß Bernhard Springett wurde der Pfau in Griechenland Taos genannt, welches ein reines chinesisches Wort ist mit dem Begriffinhalt „Heiliger Geist“ und „Gott“.

Im Glauben an ein umstrittenes Prinzip welches die Welt beherrscht, verneinen die Yeziden „Seine“ negative Wesensart. Außerdem ignorieren die Yeziden in der mündlichen Überlieferung die Schilderungen über Hölle und Paradies nicht. Dieser alte zoroastrische Glaube an das Fehlen von posthumen Leben in der Hölle ist verbunden mit islamischen Traditionen durch die folgende Sage: Melekê Tawus löschte mit seinen Tränen von Gewissensbissen in 7000 Jahren das Höllenfeuer aus und siegte so darüber.

Auf der anderen Seite erscheint das Bild des Vogels der Pfauen-Engel entsprechend der alten babylonischen Mode, Dämonen Flügel zu geben und diese mit Federn zu bedecken. Es mag zusammen mit dem Kampf gegen Götzendienste einer der Gründe sein warum das Alte Testament ein Verbot zur Vergötterung von Vögeln auferlegte (Deut. IV, 16, 17).

Die folgende Geschichte aus der islamischen Tradition, die den Pfau mit dem Teufel gleichsetzt hat eine analoge Sage bei den Yeziden, den Ahl-e Haqq (Yaresan) Kurden, den Drusen und anderen religiösen Gruppen. Die Geschichte der Yaresan vom Sündenfall besagt, dass Adam und Eva zusammen mit Satan, der Schlange und dem Pfau aus dem Paradies vertrieben wurden. Ein ähnliches Phänomen ist in der entsprechenden Geschichte der Drusen enthalten, wo die Schlange und das Pfauenauge zusammen Adam verleiten. Es konnte eine Verbindung mythologisches „Sich Besinnen“ auf die identifizierten, kriechenden und fliegenden Wesen mit teuflischer Kraft bedeuten. Entsprechend der yezidischen Sichtweise des Pfau-Engels, war es Melekê Tawus, der Adam aus dem Paradies vertrieb, obwohl Gott vorher einen uranfänglichen Mann an die Stelle gebracht hatte. Die Frage der Identifikation von Iblis Teufel mit dem Pfau hat Kontroversen hervorgerufen. Die beliebteste Erklärung ist die, dass der Vogel als eine stolze Schönheit angesehen wurde und dieser Stolz erinnerte an Iblis.

Gut begründete Analysen müssen sich mit der tieferen mythologischen Erkenntnis zwischen Vogel (besonders mit so einem eindrucksvollen wie dem Pfau), Seele und Engel befassen.

Seitdem Engel traditionell als geistige Wesen ernannt sind, können Vögel also als frei und fliegende Intelligenzen angesehen werden. Darum sagt das heilige indische Buch: „Verstand ist der flinkste der Vögel“ (Rg Veda, VI, 9, 5). 

Die Darstellung vom Pfauenauge als Engel, Gottheit oder Dämon muss nicht als widersprüchlich angesehen werden. Der entscheidende Inhalt ist die generelle sagenkundlich-geschichtliche Erkenntnis zwischen den göttlichen und dämonischen Aspekten. Deshalb hat der Beiname Paradiesvogel eher mit der Schönheit und der Örtlichkeit zu tun und ist weniger eine Bedeutung für Stolz.

 

Einige Merkmale des Kurdischen Pandämoniums

Absehen von Schlange und Pfauenauge gibt es andere dämonische Wesen in der kurdischen Tradition. Eines hat gänzlich den Anspruch auf die generelle Beschreibung von Monstern und Dämonen, die das Wort dêv oder dêw reflektiert. In den kurdischen Märchen werden verschiedene Typen oftmals nach Farben unterschieden: der rote, schwarze oder weiße Dêv, was bereits mit Farbsymbolik verbunden ist. In Ergänzung dazu existiert ein ähnlicher Typus in der georgischen Folklore. In der armenischen Sprache bedeutet das Wort selbst Dämon.

Wie bereits untersucht werden in vielen monotheistischen und semi-monotheistischen religiösen Systemen viele nützliche heidnische Gottheiten zu „Engeln“ entwickelt, während den boshaften geistlichen Wesen zusammen mit einigen der „guten“ Gottheiten so viele schlechte Eigenschaften als möglich verliehen werden.

Allmählich wird die Gruppe der Klapperschlangen auch als Dämonen gesehen. Ein berühmter Forscher des Zoroastrismus, Gherardo Gnoli untersuchte die Dämonisierung der Daevas. Die am meisten verehrten und wichtigsten indischen Gottheiten (Devas) Indra, Sarva, Nasatya und einige andere wurden von den Anhängern des zoroastrischen Glaubens für feindlich gehalten. Die Kraft und die Macht dieser fremden Götter wurde als unwillkommene Besonderheit verstanden.

Es kann zwei hauptsächliche Motivierungen gegeben haben. Die erste besagt, dass die indische religiöse Kultur in einer offenen Form einen Doppelsinn von Gott voraussetzt und Brahma ist benannt als „der Schöpfung und der Zerstörung aller Menschen“. Die zweite Motivierung war der aggressive und der heftige Charakter von Indra, Sarva, Rudva-Siva und anderen Göttern. Während diese Gottheiten im Bewusstsein der iranischen Bevölkerung eine Position von besonderer Wichtigkeit als zoroastrische Dämonen belegten, wurde der Begriff selbst mehr und mehr weitgehend für die Beschreibung jedweder dämonischer Wesen benutzt.

Der Prophet Zarathustra verurteilte die Daevas als solche (offenbar unabhängig von ihrem nicht-iranischen Ursprung), während er seine monotheistischen Ideen durchsetzte. Laut ihm waren die Daevas falsche Gottheiten, weil sie das Ergebnis einer falschen Wahl durch die Menschen waren. Als ein Ergebnis entwickelten sich die Daevas von angesehenen indischen Gottheiten zu feindlichen Göttern im Zoroastrismus, um sich der Kategorie von Dämonen zu nähern. In der Jüngeren Avesta, wird Angra Mainyu ebenfalls als Daevanam Daevo beschrieben werden, was das Wesentliche von Daeva darstellt. Die geistlichen Ursprünge von Dêv/Dêw sind offenbar vom sprachwissenschaftlichen Blickwinkel zu betrachten: Das Wort Deva ist in Sanskrit etymologisch verbunden mit dem griechischen Wort Theos und dem Lateinischen Deus. Übrigens sollte Daeva während des Mittelalters eine „glänzende Karriere“ machen! Dew wurde auch eine Gruppe der Jinns innerhalb einiger muslimischer Gruppen genannt. Die Daeva sind ebenso in das Slawische, insbesondere in das Russische eingedrungen: im volkstümlichen Aberglauben nehmen sie die Form Div, mit dem männlichen Equivalent Samodiv an.

In georgischer Folklore, welche bis zum späten Mittelalter stark von der iranischen Kultur beeinflusst wurde, wie auch in kurdischen Märchen bekommt Dew die Funktion eines Riesen und Monsters. In der Überlieferung vieler Völker wird vorausgesetzt, dass sich Monster, obwohl von Dämonen unterscheiden, trotzdem mit ihnen vermischen können. Außerdem, offenbart der gewöhnliche indoeuropäische Geist, herkömmlich als OVS/DVS beschreiben, im alten Iran Dyaosh als Himmelsgott, analog in Indien Dyaus und in Griechenland Zeus. Um den „mythologisch-geschichtlichen“ Wandel der indoeropäischen geistigen Kräfte darzustellen, können wir folgende Übersicht erstellen:

DYAUS                «                   DYAOSH                     «                ZEUS

(Wedischer Himmelgott)           (Altiranische Himmelgott)

QVS/DVS

(Indoeropäischer göttliche Wesen)

    ¯                          ¯                         ¯                        ¯

DEVA        «     THEOS    «     DEUS     «     DIEVAS                

(Sanskrit)         (Griechisch)       (Lateinisch)        (Litauisch)           

¯          

DAEVA (Gottheit in Indien)

¯

DAEVA (Fremde Gottheit im Zoroastrismus)

¯

DAEVA (Feindliche Gottheit im Zoroastrismus)

¯                                                                            

 DAEVA/DEV                           

(Zoroastrischer Dämon)                 

¯

DEV/DEVI (Monster in Folklore der Kurden und der Georgier)

DEV (Dämon bei den Kurden und den Armenier)

DEV/DEW (Eine Gruppe von Jinns im Islam)

DIV/SAMODIV (Dämon bei den Slawen)

 

Eine solche Doppel-Darstellung von früheren geistigen Wesen ist auch charakteristisch für die Yaresan Religion. Hier taucht sie mit den zwei gefallenen islamischen Engeln Harut und Marut auf.

Sie entspringen den zwei zoroastrischen Gottheiten: Die Sechste Horovatat, welcher der Beschützer des Wassers war und dem Siebten Ameretat, welcher die Aufgaben des Schutzes der Pflanzen inne hatte. Diese zwei übernatürlichen Wesen, immer zusammen erwähnt, wechselten in ihrer Art viele Male in der Geschichte der Religion. In der Folge drangen sie in die Gruppe der sieben mazdäischen (spät-zoroastrischen) Engel, die Haftan (zoroastrisch: Heptad) ein: Hoervatat als Hordad/Chordad und Ameretat als Amordad/Mordad, aber mit ihren vorherigen Funktionen. Hinterher wurden Harut und Marut ungeachtet ihrer Sünden laut Islam von den Yaresan Kurden verehrt.

Da die fortwährende Wiederauswertung von früheren Geistern für eine lange Zeit erfolgte war es in vielen Religionen möglich, dass monotheistische und polytheistische Richtungen nebeneinander existieren konnten. In diesem Sinne konnte der monotheistische Standpunkt den Einfluss von polytheistischen Göttern und Göttinnen nicht vollständig tilgen. Der lebhafteste Fall für dies ist das semitische Suffix –el/-il, welches ursprünglich das Wort für Gottheit war, aber während der Monotheisierung der semitischen Weltanschauung wurden damit Engel (Gabriel, Michaeil) und Dämonen (Satanel) beschrieben.

Die früheren semitischen Götter und Göttinnen, schon in der Stellung von Engel, werden auch in der yezidischen Schöpfungsgeschichte dargestellt: Engel Darda’il, Engel Israf’il, Engel Mika’il, Engel Jibra’il, Engel Schimna’il und Engel Nura’il.

Man könnte die Beispiele von sich umkehrenden Gottheiten zu Engeln und Dämonen fortsetzen. Sogar das Wort Daimon bezeichnete ursprünglich im alten Griechenland einen Gott und erst im späteren Gebrauch bedeuteten Dämonen nichtgeistige Kräfte von zerstörender Art.

Während Iliad, Daimon gelegentlich als ein Equivalent für Theos benutzt wird, hat bereits in der Odyssey das Wort meist einen negativen Begriffsinhalt. Nur zur späthellenistischen Periode erwarb das Wort Daimonion eine eindeutig böse Bedeutung. 

Ein anderes Merkmal in der kurdischen Dämonologie ist auch von weltweiter Bedeutung. Wie bekannt gibt es in vielen Kulturen außergewöhnliche Fähigkeiten, wie zum Beispiel Wahrsagen, Dichtkunst und Talent für Musik und Sprachen, die in den Augen der „gewöhnlichen“ Menschen ihre Wurzeln in einer übernatürlichen - meist dämonischen - Welt haben. Deshalb wird dem kurdischen Epos Mem û Zîn nach gesagt, es werde von einer Versammlung von Jinns nacherzählt: Auf Befehl von ihrem Oberhaupt (Mîr) singt der musikalische Dämon die Geschichte:  

Her dem, her dem, her dem e,

Mîrê cina gazî dike: „Gelî sazbenda, ez li bextê we me,

Kîja civat caxiya, ko hûn têda rûnên, û saz û sazbendê xwe biedilînin,

Ewil hûn bikin hikayeta sitiya Zîn û Mem e“.                    

                                       

Soweit es die sprachlichen Fähigkeiten betrifft, wird vom yezidischen Melekê Tawis (Pfau-Engel) geglaubt, er kenne die 72 Sprachen der Welt und es wäre leicht für ihn zu behaupten er gehöre zu der Nation, die er gerade besucht. Das ist nicht einzigartig vom yezidischen Blickpunkt aus.

Die Dämonen in der Mandea Religion in Irak und Iran sind gute Sprachkenner und ihr heiliges Buch Ginza Rba (Der Große Schatz) besagt: „Der König der Finsternis  kennt alle Sprachen des Universum“.

Das Kapitel 6 vom manichäischen Text Kaphalaia nennt uns eine ähnliche Information über den König der Finsternis, der die Reden und Sprachen von seinen fünf Welten versteht. Zum gleichen typologischen Paradigma gehört das plötzliche Wissen von vorher unbekannten Sprachen im mittelalterlichen Europa, was ein Schuldigsein durch den Kontakt mit dem Teufel bedeutete.

Zusammenfassend sollten die Fähigkeiten von dämonischen Wesen und ihren Herren nicht von der Ordnung der gemeinsamen Besonderheiten der beiden Gott und seinem Gegner, isoliert werden.

Abgesehen von der ursprünglich dämonischen Gestalt Dêv, sind die anderen beiden wichtigen Wesen, Jinn und Schaitan wahrscheinlich von ausländischem Ursprung. Während die Jinn fast völlig vom Islam in die volkstümlichen kurdischen Traditionen einflossen oder mehr noch vom volkstümlichen arabischen Glauben, in welcher die umgebende Welt – Wüste, Berge, Steine, Bäume – von den Jinn bewohnt wurde. Die allgemein übernommene Meinung ist die, dass der Begriff von dem Verb JaNNa (verstecken) abgeleitet ist. Eine andere Vesion verbindet das Wort mit dem gewöhnlichen semitischen Jann (Garten, Wäldchen), welches vielleicht den Aufenthaltsort dieser Dämonen darstellen soll- Gemäß der dritten Etymologie ist der Name Jinn ein geliehenes Wort von dem lateinischen Genius, Geist mit ähnlichen Merkmalen.

Das Wort Schaitan ist ebenfalls in die kurdische Mythologie aus der islamische Religion eingeflossen, wenngleich es auch eine sehr komplizierte Geschichte hat. Es gibt ein paar Zweifel hinsichtlich der Erkenntnis diese Wortes mit dem hebräischen Satan, dem Widersacher Gottes. Der Grund ist folgender: Bevor die Juden ins Exil gingen, hatten sie die Vorstellung von Satan als Diener Gottes (Zech. III,1). Der iranische Einfluss in Babylon muss diese Ansicht über Satan als Widersacher Gottes verändert haben, so wie Angra Mainyu/Ahriman im kosmischen Glauben im Zoroastrismus. Offenbar kam das Wort zu den Arabern durch die äthiopischen Christen, die die Form Schaitan durch die amharische Sprache übernahmen.   

Ein anderer wichtiger Punkt ist das linguistische Tabu des Wortes für Dämon bei den yezidischen Kurden. Die muslimischen Autoren erklären es mit der Tatsache, dass Scheich Adi b. Musafir in seinem Versuch, den Leuten Frieden zu bringen, riet, Flüche zu vermeiden, einschließlich derer gegen den Teufel. Die wahre Situation war vermutlich die, dass die Versuche Scheich Adis auf fruchtbaren historischen und kulturellen Boden fielen: Die Überreste eine alten Glaubens besagen, es wäre sicherer, nicht des Teufels wahren Namen zu nennen. Dieses Phänomen kann sowohl in England, Schottland wie auch in den Karpatenregionen beobachtet werden. Von der Entstehung her könnte es nahe dem Tabu Gott zu nennen stehen. Eine andere Erklärung könnte das yezidische Missfallen an negativen Begriffsinhalten und ihr anderes Verständnis der Personifikation des Bösen sein.

Gemäß dem Zervanismus, einer religiösen Lehre von zoroastrischem Ursprung, war Angra Mainyu/Ahriman ein rechtmäßiger Prinz dieser Welt. Also bedeutete den Kräften der Dunkelheit zu dienen gleichzeitig der Gottheit Ahura Mazda zu dienen, welcher selbst der Dunkelheit zur Geburt verhalf. Und dieses scheint ein Geheimnis aus dem Nachtkult zu sein, welches nach Plutarch, einen bestimmten der drei Weisen aus dem Morgenland dem Ahriman zugeordnet wird. Das Wesentliche dieser Vorstellung wurde in verschiedenen Arten im Manichäismus, Mazdaismus, Bogomilismus und anderen Lehren benutzt.

 

Schluss

Offenbar sind die Wurzeln und Beschreibungen der kurdischen Dämonologie hoch kompliziert und interessant. Das Thema enthält indoiranische (meist alte kurdische und  zoroastrische), semitische (mesopotamische und arabo-islamische), manichäische und andere Elemente.

In allen Religionen gab es Gottheiten, besonders fremde Gottheiten, die als Engel oder Dämonen verstanden wurden. Zarathustra und die späteren Propheten konnten am Anfang nicht die Existenz aller Götter einfach ignorieren und haben deswegen daher den Göttern unwichtige Positionen gegeben.

Für Tausende von Jahren wurde das kurdische Volk als mit dämonischen Kräften in Wechselbeziehung stehend gesehen, eine Tatsache, die sowohl in schriftlichen, wie auch in mündlichen Traditionen bezeugt ist.

Die kurdische Dämonologie hat ihre Grundlage in zoroastrischen ideologischen Prämissen (wie im Fall von Dêv/Dêw) und ist von arabisch-islamischen Elementen beeinflusst, welche im Wechsel entweder gewöhnliche semitische oder allgemeine Begriffsinhalte haben. Die Bilder von Schlange und Pfauenauge sind ebenfalls transkulturell. Sie besorgen eine allgemeine menschliche Beobachtung von der Wechselbeziehung zwischen den unterirdischen Wesen.

Die Tabus, welche den yezidischen Kurden viele Leiden durch ihre ganze Geschichte eingebracht haben, mögen, wenn auch vergleichbar mit monotheistischen Erklärungen, ebenfalls ihre Wurzeln in der zoroastrischen Vergangenheit haben.

Und schließlich haben die Kurden ein sehr kompliziertes ausgearbeitetes System dämonischen Aberglaubens, zusammen mit mundartlichen Ansichten von Teufel und Tugend, welches sich im Ergebnis in der Haltung Außenstehender zeigt:

Es ist entweder Faszination oder Hass, aber niemals Gleichgültigkeit.

                    

Quellen

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