Dr.
Zurab Aloian
28.04.2005
Kurdischer
Literaturabend
im
Rahmen BildungSalonBremen der Volkshochschule Bremen
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Seit 2004 finden in der Volkshochschule Bremen Kurdischkurse statt. Die TeilnehmerInnen sind sowohl kurdische Studenten und Pädagogen als auch Interessenten deutscher, türkischer und uruguayischer Herkunft. Am 28.04.2005 organisierten die TeilnehmerInnen der Kurdischkurse mit Dr. Zurab Aloian eine öffentliche Veranstaltung zur kurdischen Literatur in der ESG - Evangelische Studierenden Gemeinde - der Universität Bremen (Parkstrasse 107, Bremen) im Rahmen der SalonBildungBremen. |
Die jungen Musiker Dersim und Berivan Arslan haben im Hintergrund Musik gespielt. Die Veranstaltung bestand aus einem satirischen Theaterstück („Das Lachen, wenn es mit Satire und Selbstkritik verbunden ist, befreit die Menschen“), einem kurzen Exkurs in kurdischer klassischer Literatur und über in Deutschland lebende moderne Dichter.
| Alle Gedichte wurden von einer Einleitung über die Autoren begleitet und auf Kurdisch und Deutsch mit Übersetzungen in einer dritten Sprache (Arabisch, Persisch, Türkisch, Spanisch oder Russisch) vorgelesen. Die Stimme der kurdischen Frauen in diesem multilingualen Chor war besonders reizvoll. Zum Beispiel die interessante Dichterin Nilgün Demirkaya aus Bielefeld, die in drei Sprachen – Kurdisch, Türkisch und Deutsch – schreibt, verurteilte die patriarchalische Tradition, nach der die Männer über die Frauen schreiben: | ![]() |
Die
Frau ist Objekt der Lust, sie ist schön, groß und hat einen großen
Busen und ganz rote Lippen, - aber in Wirklichkeit geht die
kurdische Frau durchs Leben ohne Hoffnung, ohne Macht, bevormundet
und ausgenützt. Demirkayas Gedicht lautet:
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Da
man über
kurdische Kultur und Literatur in
Deutschland
nicht viel erfährt,
haben die 30-35 Gäste zum Schluss viele Fragen gestellt und die
Popularisierung der kurdischen Kultur in andere Sprachen (vor
allem Deutsch und Türkisch) als notwendig bezeichnet. Eine andere
Bemerkung war, dass die kurdischen Elterninitiativen in
Deutschland (meistens ohne Erfolg) versuchen die staatlichen
Beamten zu überzeugen, dass der muttersprachliche Unterricht für
die kurdischen Kinder aus mehreren Gründen wichtig sei. Das
wichtigste Argument dabei ist, dass Kurdisch eine indogermanische
Sprache ist und die Kinder so schneller sowohl Deutsch als auch
andere Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch lernen.
Die
Zuhörer brachten auch zum Ausruck, dass die kurdische klassische
und moderne Autoren hoch geschätzt wären, wenn sie zu einer
staatlichen Nation gehört hätten. Zum Beispiel zeigte Feqiye
Teyran (1590-1660) solche astronomische und philosophische
Feststellungen:
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Alle
Gäste waren sich einig, dass die Literatur
dazu dienen kann, ein Volk besser kennen zu lernen. Nur so ist es
möglich, die multikulturellen Erfahrungen der hier lebenden
Kurden mit ihrem Integrationswillen zu kombinieren. Das ist keine
Politik, das gehört zum Leben.
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